Beeck (Duisburg)

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Duisburger Stadtwappen
Beeck
Stadtteil von Duisburg
Wappen von Beeck
Karte
Karte von Beeck
Basisdaten
Koordinaten: 51° 28′ 43″ N, 6° 44′ 3″ OKoordinaten: 51° 28′ 43″ N, 6° 44′ 3″ O
Fläche: km²
Postleitzahl: 47139
Vorwahl: 0203
Bevölkerung [1]
Einwohner: 11.541 (31. Dez. 2016)
Bevölkerungsdichte: 3847 Einwohner/km²
Ausländeranteil: 33,1 % (3820)
Gliederung
Stadtbezirk: Meiderich/Beeck
Ortsteilnummer: 302
Eingemeindung: 1. Oktober 1905

Beeck ([beːk]) ist ein Stadtteil des Stadtbezirks Meiderich/Beeck in Duisburg mit 11.541 Einwohnern (Stand: 31. Dezember 2016). Am 1. April 1904 wurde Beeck zusammen mit Laar und Beeckerwerth nach Ruhrort eingemeindet. Am 1. Oktober 1905 erfolgte die Eingemeindung Ruhrorts zusammen mit Meiderich nach Duisburg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hof Beeck, heute Oberhof genannt, wird erstmals am 15. Januar 947 in einer Urkunde König Otto I. erwähnt, mit der er bezeugt, dass sein Großvater, Herzog Otto der Erlauchte von Sachsen (880–912), den Hof Beki dem Stift in Essen geschenkt habe.[2] Aus der Nähe dieses Hofes stammen frühmittelalterliche Gräber des 7. Jahrhunderts.[3][4] Etwa 600 m entfernt liegt eine weitere frühmittelalterliche Fundstelle, die wohl mit einer Gruppe von vier Höfen zusammenhängt, die im Mittelalter „Bodenbom“ genannt wurden.[5][6][7]

Im 12. Jahrhundert wurde die Pfarrei St. Laurentius errichtet.[8] Die Pfarrkirche war eine Pfeilerbasilika aus Tuff, der noch im 12. Jh. der Westturm vorgebaut wurde.[9] Das Patronat hatte das Stift Essen, 1306 wurde sie dem Stift inkorporiert. Zum Sprengel der Pfarrei gehörten die Honschaften: Beeck, Laar, Stockum, Alsum, Bruckhausen, und Marxloh.

Das mittelalterliche Dorf Beeck lag auf dem rechten Flussufer der Emscher, die bei Stockum scharf nach Norden umbog und bei Alsum (das deshalb Hafenort war) in den Rhein mündete. Das Zentrum lag an der Straße von Duisburg nach Norden.

1338 anerkannte Beeck zwar die Hoheit Kleves, schien hierin aber eine problematische Lösung zu erblicken. Bereits 1405 wurde ein Versuch unternommen, das Gericht dem Herzogtum Jülich-Geldern zu übertragen, was Kleve aber 1412 wieder unterbunden hatte.

Erst 1612 wurde das Beecker Richteramt dann dem Drosten von Dinslaken unterstellt, bis an dessen Gebiet heran sich das so genannte Amt Beeck bereits ausgedehnt hatte: Zu Beeck zählten nicht nur Beeckerwerth und Laar (1904) - hinzu kamen auch noch die Höfe Alsum und Schwelgern, Bruckhausen, Marxloh, Buschhausen, Sterkrade, Hamborn, Neumühl und dem eng an Laar gebundenen Stockum.

Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts ist dann die Herrlichkeit Meiderich dem Amt Beeck zugeordnet worden, das mit der napoleonischen Besatzung und Neuordnung 1806 mit dem Amt Holten zusammengelegt wurde - weiterhin (dem Kanton) Dinslaken im Arrondissement Essen zugeordnet. Der Sitz der Bürgermeisterei Holten war nun abwechselnd in Holten (von 1806 bis 1811 und von 1831 bis 1858) und Beeck (von 1811 bis 1830 und von 1859 bis 1886) zu finden.

1881 fand sich die erste Überlegung, das mittlerweile stärker industrialisierte Laar, das bereits die Hälfte der Steuereinnahmen aufbrachte, abzutrennen. Zum 1. April 1886 trat eine weitergehende Neuordnung in Kraft: Holten wurde ebenso wie Buschhausen, das hierzu von Hamborn abgetrennt worden war, zur neuen Bürgermeisterei Sterkrade geschlagen. Beeck wurde eine eigene Bürgermeisterei, die seit 1887 zum aus dem Kreis Mülheim an der Ruhr herausgelösten Kreis Ruhrort gehörte und die beiden Gemeinden Beeck und Hamborn umfasste.[10]

Im Jahre 1900 wurde dann Hamborn infolge der Industrialisierung nicht nur zu einer eigenen Bürgermeisterei erhoben, sondern zog auch die zuvor zur Gemeinde Beeck gehörenden Ortschaften Bruckhausen, Alsum, Schwelgern und Marxloh an sich.[11] Beeck verblieb nun nebst dem Beecker Kern noch Beeckerwerth, Laar und Stockum. 1904 erfolgte die Eingemeindung von Beeck nach Ruhrort, das wiederum am 1. Oktober 1905 in die Stadt Duisburg eingemeindet wurde.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der wohl bekannteste Wirtschaftsbetrieb in Beeck ist die König-Brauerei mitten im Ort. Ferner förderten hier die Zeche Rönsberghof am Ostrand von Beeck sowie die Zeche Beeckerwerth im gleichnamigen Ortsteil.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof Duisburg-Beeck liegt an der Bahnstrecke Duisburg-Meiderich Nord–Hohenbudberg, jedoch gibt es keine Bahnsteige.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Beeck

Das Beecker Wappen weist eine Dreiteilung auf; vorn im ersten Feld das Klever Wappen, über einem silbernen (weißen) Herzschildchen, eine achtstrahlige goldene (gelbe) Lilienhaspel auf rotem Grund. Hinten geteilt von Gold (Gelb) und Grün gespalten, im goldenen Felde oben in drei Reihen zu je sieben Feldern einen silbern und rot geschachten Balken, oben links mit einem silbernen Feld beginnend, das Wappen der Grafschaft Mark und unten in Grün drei silberne (weiße) Wellenbänder, die die Emscher symbolisieren, welche früher durch Beeck floss. Das Oberwappen zeigt eine rote Mauerkrone mit drei Türmen.

Bürgermeister Beecks (1805–1904)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

siehe auch die unter dem Stichwort Duisburg und Laar angegebene Literatur

  • 50 Jahre Landeskirchliche Gemeinschaft Duisburg-Beeck. Festfeier am 19. Oktober 1969. Duisburg 1969.
  • Beeck. Hrsg. vom Beecker Bürger- und Heimatverein, Duisburg 1969.
  • Evangelische Gemeinde Duisburg-Beeck. Duisburg 1928.
  • Evangelischer Kirchenchor Duisburg-Beeck. Hrsg.: Karl Wenzel, Duisburg (ca.) 1968.
  • Gesang und Gott, Kultur und Kirche. Festschrift zum fünfundsiebzigjährigen Bestehen des Evangelischen Kirchenchores Beeck. Hrsg.: Stephan Kiepe-Fahrenholz, Duisburg 1995.
  • Wilhelm Hoffmann: Liebe Sippe Nienhaus …. unveröffentl. Brief v. Sep. 1960 (zum Boejeboom).
  • Franz Rommel: Duisburg-Beeck. Geschichte einer Siedlung (=DuF, Beih. 2). Duisburg 1958.
  • Bernhard Röttgen: Geschichtliche Nachrichten über Beeck. FS zur Einweihung der kath. Laurentiuskirche in Beeck. Duisburg 1906.
  • Holger Lambrecht: Geschichte, Gegenwart und Zukunft von Beeck. In: Unser Beeck, Band 3. Duisburg 2004.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Einwohnerstatistik der Stadt Duisburg vom 31. Dezember 2016 (PDF; 21 kB)
  2. Theodor Josef Lacomblet: Urkundenbuch für die Geschichte des Niederrheins Band I. Düsseldorf 1840, S. 54f. Nr. 97, und S. 71f. Nr. 117.
  3. Fritz Tischler: Handwerk und Kunst am Niederrhein von der Vorzeit bis ins Mittelalter. Duisburg 1943, Taf. XLIXb.
  4. Frank Siegmund: Merowingerzeit am Niederrhein. Rheinische Ausgrabungen 34. Rheinland-Verlag, Köln 1998, S. 275 f.
  5. Fritz Tischer: Eine spätfränkische Eisenschale aus Duisburg-Beeck. Germania 24, 1940, S. 233.
  6. Rudolf Stampfuß: Der spätfränkische Sippenfriedhof von Walsum. Quellenschriften zur Westdeutschen Vor- und Frühgeschichte 1. Leipzig 1939, S. 64 ff., Taf. 18,1; 19,1-2; 20,2 und 4; 21,1 und 3.
  7. Frank Siegmund: Merowingerzeit am Niederrhein. Rheinische Ausgrabungen 34. Rheinland-Verlag, Köln 1998, S. 276.
  8. Brigide Schwarz, Die Pfarrei Mintard im Spätmittelalter (mit einem Seitenblick auf Beeck, Meiderich, Mülheim und Kettwig), in: Annalen des Historischen Vereins für den Niederrhein, insbesondere das alte Erzbistum Köln 220 (2017) S. 77–126; Ludger Horstkötter, Die mittelalterlichen Pfarreien im heutigen Duisburg nördlich der Ruhr (Walsum, Hamborn, Beeck, Meiderich), in: Pro cura animarum: Mittelalterliche Pfarreien und Pfarrkirchen an Rhein und Ruhr, hrsg. von Stefan Pätzold und Reimund Haas (= Studien zur Kölner Kirchengeschichte 43), Siegburg 2016, S. 61–76, hier: 69-71.
  9. Nach heutigem Stand der Archäologie (Dr. Platz): Der Hof Beki war wohl ursprünglich im Besitz von Werden, dann von Essen durch kgl. Schenkung bzw. Tausch; die zugehörige Eigenkirche wird unter der heutigen Kirche vermutet. Grabungen wie in Meiderich fehlen.
  10. Gemeindelexikon für das Königreich Preußen 1885
  11. Amtsblatt für den Regierungsbezirk Düsseldorf 1900, S. 4