Hüttenheim (Duisburg)

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Duisburger Stadtwappen
Hüttenheim
Stadtteil von Duisburg
Karte
Karte von Hüttenheim
Basisdaten
Koordinaten: 51° 22′ 8″ N, 6° 43′ 56″ OKoordinaten: 51° 22′ 8″ N, 6° 43′ 56″ O
Fläche: 5,54 km²
Postleitzahl: 47259
Bevölkerung [1]
Einwohner: 3621 (31. Dez. 2016)
Bevölkerungsdichte: 653,6 Einwohner/km²
Ausländeranteil: 24,3 % (880)
Gliederung
Stadtbezirk: Duisburg-Süd
Ortsteilnummer: 708
Eingemeindung: 1. August 1929

Hüttenheim ist ein Duisburger Stadtteil mit 3.621 Einwohnern (Stand: 31. Dezember 2016).

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hüttenheim liegt im Duisburger Stadtbezirk Duisburg-Süd, nach Westen vom Rhein begrenzt, nach Norden und Osten vom alten und neuen Angerbach und im Süden vom Stadtteil Ungelsheim sowie dem Mündelheimer Ortsteil Serm.

Namensgebung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name des Stadtteils geht auf eine Werksiedlung für Hüttenarbeiter des Unternehmens Blechwalzwerk Schulz Knaudt AG zurück, das 1912 bei der Verlagerung seiner Produktion von Essen an den neuen Standort auf heutigem Hüttenheimer Gebiet auch einen großen Teil seiner Beschäftigten von dort mitbrachte.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Den Anstoß zur Entwicklung von Hüttenheim gab die Essener Blechwalzfabrik Schulz & Knaudt, die den Beschluss fasste, in dem Bereich um Haus Angerort und den Medefurter Hof südlich von Angerhausen ein Stahlwerk zu bauen. Zu diesem Zweck kaufte die Firma 1907 ein 136 Hektar großes, zur Gemeinde Huckingen gehörendes Gelände vom Grafen Spee auf Schloss Heltorf und begann mit dem Bau der Anlage.[3] Am 1. Oktober 1909 nahm das neue Werk seinen Betrieb auf.[4]

Bereits Anfang 1910 plante das Werk den Bau einer Arbeitersiedlung auf dem Gebiet der damals wie Huckingen zum Amt Angermund gehörenden Gemeinde Mündelheim, genauer im Ortsteil Ehingen. Nachdem zwischen den Gemeinden Mündelheim und Huckingen ein Finanzausgleichsvertrag für die durch die zusätzliche Siedlung entstehenden Verwaltungskosten geschlossen worden war, wurde Mitte 1911 mit dem Bau der Arbeiterkolonie in Ehingen begonnen. Vorgesehen waren 500 bis 550 Wohnungen in dreigeschossigen Häusern für je drei Familien. Im Herbst 1911 war bereits der erste Wohnblock erstellt und bezugsfertig. Gleichzeitig wurden direkt neben dem Werksgelände in Angerort 30 Meisterwohnungen errichtet, die heute den Kern der Schulz-Knaudt-Siedlung ausmachen.[5] Die ersten Migranten kamen aus Essen-Huttrop.

Die offizielle Namensgebung durch den Gemeinderat in Mündelheim erfolgte am 3. Februar 1912. Im Sitzungsprotokoll heißt es: "Die Arbeiter-Kolonie erhält die Bezeichnung Hüttenheim." Bis Ende 1912 waren dann bereits 100 Familien in die neue Siedlung gezogen. Weitere 200 Familien zogen 1913 aus Essen zu. Auch das Werk wurde ständig erweitert. Zwischen 1912 und 1914 u.a. um ein Puddel- und Walzwerk, ein Martin-Stahlwerk, ein Presswerk und eines Gasschweißerei. 1914 fusionierte die Schulz-Knaudt AG mit den Mannesmannröhren-Werken.[5]

Während des Ersten Weltkriegs wurden in Hüttenheim britische Kriegsgefangene gefangen gehalten.[6][7]

1915 wurde das katholische Pfarr-Rektorat eingerichtet. Der Grundstein für die katholische Kirche Mariä Himmelfahrt wurde am 31. Juli 1921 gelegt. Die Kirche in der heutigen Mannesmannstraße stand der Gemeinde ab 1923 zur Verfügung, wurde aber 1958 wegen einer Erweiterung des Werksgeländes abgerissen und durch einen Neubau an der Mündelheimer Straße, d.h. ca. 1 km weiter östlich, ersetzt. Der Neubau wurde am 6. Juni 1958 konsekriert. Für die evangelischen Gemeindemitglieder wurde im Februar 1928 eine Gemeindehaus am Klettenweg eingeweiht.[8]

Am 1. August 1929 wurde Hüttenheim zusammen mit den anderen Orten im Norden des Amtes Angermund in die Stadt Duisburg eingemeindet. Bis zum Jahre 1940 wuchs der Stadtteil in mehreren Schüben auf seine heutige bauliche Größe heran. Zum Schutz vor den Luftangriffen während des Zweiten Weltkriegs wurden auf dem Mannesmann-Gelände 2 Hochbunker der Bauart Winkel (Winkeltürme) errichtet, die bis heute existieren. Das weitere Wachstum des Stahlwerks nach dem Zweiten Weltkrieg und der damit einhergehende Bedarf nach weiteren Arbeiterunterkünften führte ab 1952 zur Anlage eines weiteren neuen Stadtteils in direkter Hüttenheimer Nachbarschaft, der Ungelsheim genannt wurde.

Am 17. März 1987 wurde der Heimat- und Bürgerverein Hüttenheim gegründet.[9]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einwohnerzahl Hüttenheims entwickelte sich wie folgt:[10]

Jahr Einwohnerzahl
1925 3.446
1930 4.459
1939 4.237
1962 5.478
31. Dezember 2003 3.690
31. Dezember 2004 3.643
31. Dezember 2005 3.686
31. Dezember 2006 3.694
31. Dezember 2007 3.636
31. Dezember 2008 3.642
31. Dezember 2009 3.584
31. Dezember 2010 3.504
31. Dezember 2011 3.566
31. Dezember 2012 3.596
31. Dezember 2013 3.551
31. Dezember 2014 3.532
31. Dezember 2015 3.597
31. Dezember 2016 3.621

Hüttenheim heute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werksgelände der Mannesmannröhren-Werke in Hüttenheim mit Lokomotive Mak DE 501 als Lok 767 der Eisenbahn und Häfen

Noch heute bestimmen die Hüttenwerke Krupp Mannesmann das Bild des Stadtteils. In Alt-Hüttenheim leben inzwischen viele türkische Mitbürger islamischen Glaubens. Das Projekt für die seit 25 Jahren erwartete große Moschee hat im April 2009 angefangen. Die zwei vorherigen Moscheen haben sich verbunden und nun wird in Hüttenheim eine neue (große) Moschee gebaut.

Seit August 2007 hat Hüttenheim kein christliches Gotteshaus mehr. Sowohl die evangelische als auch die katholische Kirche sind geschlossen worden.[11][12][13] An der Stelle der evangelischen Kirche befindet sich ein Einkaufszentrum, die katholische Kirche soll ein Altenzentrum werden. Die Glocke der ehemaligen evangelischen Kirche wurde nach Huckingen verbracht.

Hüttenheim ist heute die Heimat des VfL Duisburg-Süd und des FCR 2001 Duisburg, dessen erste Mannschaft seit dem Aufstieg 1993 in der Frauen-Fußballbundesliga spielt. Mit einem Europapokalsieg, einer deutschen Meisterschaft und drei deutschen Pokalsiegen gehört der FCR zu den Spitzenmannschaften im deutschen Frauenfußball. Außerdem befindet sich in Hüttenheim ein großes Sportcenter[14] und eine beachtenswerte Freileitungskreuzung des Rheins.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe Hüttenheimer Baudenkmäler in der Liste der Baudenkmäler in Duisburg-Süd.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Mannesmannröhren-Werke verfügen über einen eigenen Rheinhafen.

An einer Wendeschleife beginnt die Straßenbahnlinie 903 der Duisburger Verkehrsgesellschaft (DVG), die Hüttenheim mit Duisburg-Wanheimerort, Duisburg-Hauptbahnhof in der Stadtmitte und Dinslaken nördlich der Stadt verbindet.

Die Mündelheimer Straße verbindet Hüttenheim im Norden mit Huckingen und der Bundesstraße 8. In südlicher Richtung heißt diese Straße Mannesmannstraße und verbindet den Stadtteil mit Mündelheim und der Bundesstraße 288.

Personen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geboren in Hüttenheim[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Bezug zu Hüttenheim[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Willi Mohrs: Stadtteilreport (29) – Aus Huttrop nach Hüttenheim. In: Der Westen, 11. Februar 2011 (online).
  • Günter von Roden: Geschichte der Stadt Duisburg - Die Ortsteile von den Anfängen, Die Gesamtstadt seit 1905. Duisburg 1974, S. 320–322.
  • Harald Molder: Hüttenheim in alten Ansichten, Band 1 und 2, Die Damals Reihe.
  • Harald Molder, Werner Schulz: Hüttenheim, Band 1 (Eine Wanderung durch das alte Hüttenheim!), Duisburg 1987.
  • Harald Molder, Werner Schulz: Hüttenheim, Band 2 (Herrje, was waren das für Zeiten!), Duisburg 1992.
  • Stadt Duisburg (Hrsg.): Denkmal Siedlung Hüttenheim. Duisburg 2010. (PDF, 3,4 MB).
  • Harald Molder: Gute alte Kolonie. Festschrift 70 Jahre Hüttenheim (1912–1982), Duisburg 1983.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Einwohnerstatistik der Stadt Duisburg vom 31. Dezember 2016 (PDF; 21 kB)
  2. Roden (1974), S. 320.
  3. Stadt Duisburg (Hrsg.): Denkmal Siedlung Hüttenheim. Duisburg 2010, S. 9 f. (PDF, 3,4 MB).
  4. Roden (1974), S. 320f.
  5. a b Roden (1974), S. 321.
  6. Martin Kleinwächter: Kriegsgefangene im Uhrenturm. In: Der Westen online, 21. Oktober 2010 (online).
  7. Stefan Ossenberg: Briten waren im Duisburg gefangen. In: RP Online, 22. Oktober 2010 (online).
  8. Roden (1974), S. 322 und 574.
  9. Duisburg: Ein Stahlwerk bestimmt das Stadtbild - Sport, Dioxin und eine Internetseite. In: RP Online, 3. Februar 2007 (online).
  10. Roden (1974), S. 322 sowie Einwohnerstatistik der Stadt Duisburg.
  11. Letzter Gottesdienst in Hüttenheim, in: RP Online vom 18. Januar 2008.
  12. Marita Jüngst: Keine Gottesdienste mehr, in: RP Online vom 14. Februar 200.
  13. Peter Korte: Suche nach Lösungen, in: RP Online vom 31. Oktober 2009.
  14. Florian Müller: Erfolgsgeschichte im XXL-Format. In: Der Westen vom 10. September 2009.
  15. Heribert Brinkmann: Nikolaus Schneider: Der Protestant von nebenan. In: RP Online vom 27. Juli 2010.
  16. Siehe Geschichte des VfL Duisburg-Süd.