Wanheim-Angerhausen

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Duisburger Stadtwappen
Wanheim-Angerhausen
Stadtteil von Duisburg
Karte
Karte von Wanheim-Angerhausen
Basisdaten
Koordinaten: 51° 23′ 2″ N, 6° 44′ 37″ OKoordinaten: 51° 23′ 2″ N, 6° 44′ 37″ O
Fläche: 3,77 km²
Postleitzahl: 47249
Vorwahl: 0203
Bevölkerung [1]
Einwohner: 12.654 (31. Dez. 2016)
Bevölkerungsdichte: 3353 Einwohner/km²
Ausländeranteil: 19,2 % (2426)
Gliederung
Stadtbezirk: Duisburg-Süd
Ortsteilnummer: 704
Eingemeindung: 1. April 1902

Wanheim-Angerhausen ist ein Duisburger Stadtteil im Stadtbezirk Duisburg-Süd. In dem Stadtteil leben 12.654 Menschen auf 377,4 ha (Stand: 31. Dezember 2016[1]).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wird bereits im Jahre 1052 in einer Urkunde der Abtei Werden als Wagenheim und Angerohuson genannt.[2] Wanheim, das direkt am Rhein liegt, und das sich südöstlich anschließende Angerhausen gehörten zu den Duisburger Ratsdörfern. Kirchlich waren die beiden Dörfer jedoch bereits seit dem 12. Jahrhundert dem linksrheinischen Friemersheim zugeordnet. Begrenzt von Rhein, Angerbach und Bergischer Landwehr bildete der Ort eine klevische Enklave im Herzogtum Berg, zu dem er allerdings während der napoleonischen Herrschaft von 1805 bis 1815 gehörte. Unter der nachfolgenden preußischen Verwaltung gehörte er zur Bürgermeisterei Duisburg-Land.[3] Im Jahre 1902 wurde die Gemeinde Wanheim-Angerhausen in den Stadtkreis Duisburg eingemeindet.[4]

Das ehemalige, auf bergischem Gebiet liegende Eichenwäldchen zwischen Wanheim und der Stadt Duisburg ist der Ort, an dem in der Nacht vom 5. auf den 6. September 1795 die französischen Revolutionstruppen den Rhein überquerten. Die mit dem Herzogtum Berg verbündeten österreichischen Truppen mussten den Rückzug antreten und die Franzosen konnten so ihre Herrschaft auf der rechten Rheinseite sichern. Der Aufgang, den sie dabei nach der Rheinüberquerung benutzten, heißt bis heute noch „Franzosenweg“.

1873, als sich zwei Dampfsägewerke am Rheinufer niederließen, setzte die Industrialisierung ein. 1905 entstand die Metallhütte Aktiengesellschaft Duisburg, 1911 die Wanheimer Eisenwerke, eine Gründung der Bayerischen Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg (MAN). Die Eisenwerke waren zuletzt ein Werksteil vom Konzern ThyssenKrupp, wurden aber in 2008 verkauft an die indische Sona-Group und firmieren heute unter SONA BLW Präzisionsschmiede, Werk Duisburg.

In den 1960er Jahren wurde das Rheinufer in Wanheim ausgebaut und in den 1980er Jahren entstand der Rheinuferpark mit einem Rosengarten, Ruhewiesen und Kinderspielplätzen.

Am 13. Juli 1988 verübte die IRA auf eine Kaserne (Glamorgan Barracks) der Britischen Rheinarmee in Wanheim einen Anschlag, bei dem 9 britische Soldaten leicht verletzt wurden.[5] 1993 wurde der Militärstützpunkt geschlossen.

In Wanheim überquert die Rhein-Freileitungskreuzung Duisburg-Wanheim den Rhein.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe Baudenkmäler in Wanheim-Angerhausen in der Liste der Baudenkmäler in Duisburg-Süd.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Duisburg-Wanheim-Angerhausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Einwohnerstatistik der Stadt Duisburg vom 31. Dezember 2016 (PDF; 21 kB)
  2. LAC I, Urkunde 188.
  3. Gemeindelexikon für das Königreich Preußen 1885
  4. Amtsblatt für den Regierungsbezirk Düsseldorf 1902, S. 119
  5. Tagesschau vom 13.07.1988, ab 2:50 Minuten