Bruckhausen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem Duisburger Stadtteil Bruckhausen. Der gleichnamige Ortsteil von Hünxe ist unter Bruckhausen (Hünxe) zu finden.
Duisburger Stadtwappen
Bruckhausen
Stadtteil von Duisburg
Karte
Karte von Bruckhausen
Basisdaten
Koordinaten: 51° 29′ 15″ N, 6° 44′ 23″ OKoordinaten: 51° 29′ 15″ N, 6° 44′ 23″ O
Fläche: 1,96 km²
Postleitzahl: 47166
Vorwahl: 0203
Bevölkerung [1]
Einwohner: 5745 (31. Dez. 2016)
Bevölkerungsdichte: 2931 Einwohner/km²
Ausländeranteil: 54,4 % (3123)
Gliederung
Stadtbezirk: Meiderich/Beeck
Ortsteilnummer: 301
Eingemeindung: 1. August 1929
Blick über den Rhein: Kokereibetrieb Schwelgern GmbH bei Nacht, 2012
Kokerei und Hochöfen des Thyssen-Stahlwerks in Bruckhausen, 1988.
Häuser entlang der Heinrichstraße, die im Zuge der Stadtteilsanierung – wie bereits die im Vordergrund und rechts – für den „Grüngürtel Duisburg-Nord“ mittlerweile abgerissen wurden (Juni 2012)

Bruckhausen ist ein Duisburger Stadtteil im Stadtbezirk Meiderich/Beeck. Er gehörte früher zum Stadtkreis Hamborn, der 1929 mit dem Stadtkreis Duisburg vereinigt wurde.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stadtteil erlebte seinen Aufschwung um 1900 mit dem Ausbau des Thyssen-Kokerei-Geländes. Ab 1960 zogen vermehrt Gastarbeiter in den Stadtteil. Später folgten die Familien der Einwanderer und so entstand nach und nach ein äußerst multiethnisches Viertel. Es leben in Bruckhausen, nebst Bewohnern anderer ethnischer Herkunft, viele Bürger türkischer Herkunft.

Mit einem bereits seit einigen Jahren bestehenden Ausländeranteil von über 50 % (Ende 2016: 54,4 %) war Bruckhausen einer der ersten Stadtteile, in dem Deutsche zur Minderheit wurden. Daher dient der Stadtteil als Modell für Wissenschaftler, die die Entwicklung ethnisch-kultureller Konflikte untersuchen.

Die religiöse Entwicklung Bruckhausens korrespondiert mit der sich verändernden Bevölkerung: Gab es Anfang des 20. Jahrhunderts nur die evangelische Kirche an der Dieselstraße und die katholische Liebfrauenkirche am Wilhelmplatz, kamen nach und nach mehrere Hinterhof-Moscheen dazu, die sich um die religiösen Anliegen der Menschen kümmern, sowie 2004 die erste Neubaumoschee in Duisburg auf der Dieselstraße.

Bruckhausen erlangte Bekanntheit, als der Autor Günter Wallraff sein Buch Ganz unten schrieb (er lebte dabei zeitweise in Bruckhausen). Ferner spielte der Tatort-Kommissar Horst Schimanski immer wieder in Bruckhausen und verbreitete in den Fernsehfilmen das Bild des „schmuddeligen Ruhrgebiets“. Dass es im alltäglichen Leben Bruckhausens wenig spektakulär zugeht, zeigt der Dokumentarfilm Rauliens Revier, der einen Bruckhausener Polizisten bei seiner Arbeit begleitet.

Zukunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Bereich der Dieselstraße, Ottokarstraße und Heinrichstraße wurden in den letzten Jahren mit öffentlichen Mitteln viele Häuser saniert und die Fassaden renoviert. Bis 2015 stehen privaten Eigentümern bis zu 70 % Förderung aus öffentlichen Mitteln zur Sanierung ihrer Gebäude zur Verfügung. Auch in die öffentliche Infrastruktur wurde investiert. Beispiele sind der Kulturbunker (ein umgebauter Hochbunker) oder die Sanierung des Wilhelmplatzes. Die Gebäude an der Kaiser-Wilhelm-Straße, dem „Kringelkamp“ und in Teilen der direkt angrenzenden Straßen wurden dagegen aufgrund überdurchschnittlichen Leerstandes und mitunter schlechter Gebäudezustände im Zeitraum von circa 2010 bis 2015 abgebrochen. Die Edithstraße, der Kringelkamp sowie der westliche Abschnitt der Heinrichstraße verschwanden dabei vollständig.[2] An ihre Stelle trat der nicht unumstrittene Grüngürtel Duisburg-Nord.[3] Anfang 2013 wurde begonnen, den 1965 angefahrenen und seit 2008 stillstehenden Hochofen 4 von ThyssenKrupp zu demontieren. Dieser prägte als Landmarke über 35 Jahre die Silhouette Bruckhausens.[4][5]

Film[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Entwicklungsgesellschaft Duisburg-Bruckhausen in Verbindung mit der Stadt Duisburg, Projekt Bruckhausen, Zukunft der Stadtentwicklung, Duisburg, 1. Auflage, 1993
  • Höhn, Michael: Verdammt und zugedreht, Duisburg-Bruckhausen, 1. Auflage, 1976
  • Höhn, Michael: Bruckhausen ein Stadtteil kämpft, Duisburg-Bruckhausen, 1. Auflage, 1979
  • Katholische Kirchengemeinde Liebfrauen: Erinnerungsgabe zur Weihung und Vollendung der Liebfrauen-Kirche Hamborn-Bruckhausen, Hamborn, 1. Auflage, 1915
  • Katholische Kirchengemeinde Liebfrauen: Die Gemeinde und ihre Kirche 1915–1991, Duisburg, 1. Auflage, 1991
  • Lang, Ulrich. Fotografiert von Bernd Langmack: Abriss in Bruckhausen – ein Stadtteil wird vernichtet, Klartext, Essen 2015, ISBN 978-3-8375-1494-0
  • Meyer, Hans-Joachim: Erinnerung an das alte Hamborn, Duisburg-Hamborn, 1. Auflage, 1986
  • Meyer, Hans-Joachim: Hamborn eine Rückschau in Bildern, Duisburg-Hamborn, 1. Auflage, 1987
  • von Roden, Günter: Geschichte der Stadt Duisburg (TEIL 2), Duisburg, 2. Auflage, 1979
  • Sparkasse Duisburg: Kleine Geschichte der Stadt Duisburg, Duisburg, 1. Auflage, 1983
  • Treue, Wilhelm: Die Feuer verlöschen nie/August Thyssen-Hütte 1890–1926, ohne Angabe des Verfassungsortes, 1. Auflage, 1966
  • Uebbing, Helmut: Wege und Wegmarken. 100 Jahre Thyssen, Berlin, 1. Auflage, 1991
  • Ullenboom, E.H.: Hamborn am Rhein, Duisburg-Hamborn, 1. Auflage, 1985
  • Universität Duisburg Gesamthochschule: Streiflichter, Duisburg, 1. Auflage, 1985

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Duisburg-Bruckhausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Einwohnerstatistik der Stadt Duisburg vom 31. Dezember 2016 (PDF; 21 kB)
  2. Rückbaugebiet in Bruckhausen, PDF-Datei
  3. Projekt Grüngürtel Duisburg Nord
  4. Andreas Rossmann: Das Fotomodell wird geschleift. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29. Juli 2012, abgerufen am 15. April 2013.
  5. Thomas Richter: Abriss von Thyssen-Krupp-Hochofen in Bruckhausen weckt Emotionen. Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 13. März 2013, abgerufen am 15. April 2013.