Landratsbezirk Schlitz

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Der Landratsbezirk Schlitz war ein Landratsbezirk im Großherzogtum Hessen. Er bestand von 1822 bis 1838.

In der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt wurde mit Ausführungsverordnung vom 9. Dezember 1803 das Gerichtswesen neu organisiert. Für die Provinz Oberhessen wurde das „Hofgericht Gießen“ als Gericht der zweiten Instanz eingerichtet. Die Rechtsprechung der ersten Instanz wurde durch die Ämter bzw. Standesherren vorgenommen. Das Hofgericht war für normale bürgerliche Streitsachen Gericht der zweiten Instanz, für standesherrliche Familienrechtssachen und Kriminalfälle die erste Instanz. Übergeordnet war das Oberappellationsgericht Darmstadt.

Mit der Gründung des Großherzogtum Hessen 1806 wurde diese Funktion beibehalten, während die Aufgaben der ersten Instanz 1821/1822 im Rahmen der Trennung von Rechtsprechung und Verwaltung auf die neu geschaffenen Landgerichte übergingen. Für die Verwaltung waren jetzt die ebenfalls neu geschaffenen Landratsbezirke zuständig. In den standesherrlichen Gebieten der Provinz Oberhessen bestanden weiterhin Justizkanzleien für Gerichtsfälle zweiter Instanz in Büdingen und Hungen, die dem Hofgericht nachgeordnet waren.

Das „Landgericht Schlitz“ war daher von 1822 bis 1838 die Bezeichnung für das erstinstanzliche Gericht in Schlitz. In der Herrschaft Schlitz bestanden die standesherrlichen Gerichts- und Verwaltungsrechte der Grafen von Schlitz gen. von Görtz fort.

Das Gebiet wurde daher 1832 nicht einem der neu geschaffenen Kreise angegliedert, sondern blieb als eigener Landratsbezirk bestehen. Das Gebiet gehörte zur Provinz Oberhessen und bestand aus den Orten Bernshausen (Schlitz), Frau-Rombach, Hartershausen, Hemmen, Hutzdorf, Nieder-Stoll, Ober-Wegfurth, Pfordt, Queck, Rimbach, Sandlofs, Schlitz, Ollershausen, Ützhausen, Unter-Schwarz, Unter-Wegfurth und Willofs.

Zum 1. Juni 1838[1] wurden die standrechtlichen Rechte der Grafen von Schlitz gen. von Görtz abgelöst. Durch Bekanntmachung vom 28. Dezember 1838 wurde der Landratsbezirk aufgelöst und mit Wirkung vom 1. Februar 1839 dem Kreis Alsfeld zugeordnet.[2]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt 1838, S. 259
  2. Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt 1839, S. 13