Lars-Jörn Zimmer

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Lars-Jörn Zimmer (2018)

Lars-Jörn Zimmer (* 4. Oktober 1970 in Brehna) ist ein deutscher Politiker der CDU.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Abitur und Wehrdienst absolvierte Zimmer an der Hochschule Anhalt in Bernburg ein Studium der Betriebswirtschaftslehre, das er 1995 als Diplom-Betriebswirt (FH) abschloss. Anschließend arbeitete er mehrere Jahre bei der Wirtschaftsförderung der Stadt Wolfen.

Zimmer ist Vorsitzender des Tourismusverbands Sachsen-Anhalt. Er ist römisch-katholisch, verheiratet und hat zwei Söhne.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1994 trat Zimmer in die CDU ein. Seit dem 22. November 2008 ist er Beisitzer im Landesvorstand der CDU des Landes Sachsen-Anhalt.

Seit 2002 ist er mit einer kurzen Unterbrechung Abgeordneter des Landtages von Sachsen-Anhalt. Er errang das Direktmandat im damaligen Wahlkreis 31 (Bitterfeld). In den Jahren 2006 und 2011 erfolgte die Wiederwahl mit 39,7 % bzw. 37,7 %. Er war Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft und Arbeit. 2016 unterlag er im Kampf um das Direktmandat jedoch Volker Olenicak von der AfD; da sein Listenplatz zum Einzug ebenfalls nicht ausreichte, schied er somit aus dem Landtag aus. Am 17. Mai 2016 rückte er jedoch für Edwina Koch-Kupfer in den Landtag nach.[1] Seit 2018 ist Zimmer stellvertretender Vorsitzender der CDU-Fraktion im Landtag Sachsen-Anhalts.[2]

Kontroversen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinsam mit dem stellvertretenden CDU-Fraktionsvorsitzenden Ulrich Thomas verfasste Zimmer eine nach der Europawahl 2019 erschienene Denkschrift, laut der die Wähler von CDU und AfD ähnliche Ziele haben. Die CDU sei „multikulturellen Strömungen linker Parteien und Gruppen“ nicht ausreichend entgegengetreten. Für ein Wiedererstarken müsse es gelingen, „das Soziale mit dem Nationalen zu versöhnen“. Die beiden forderten außerdem von ihrer Partei, Koalitionen mit der AfD nicht grundsätzlich auszuschließen.[3]

Der Innenminister Sachsen-Anhalts und CDU-Landesvorsitzende Holger Stahlknecht hingegen hielt eine Öffnung zur AfD für falsch und warnte davor, „die CDU nach rechts zu verrücken“.[4] Auch CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak lehnte den Vorstoß von Thomas und Zimmer ab und verwies auf die aktuelle Beschlusslage des CDU-Parteitages, nachdem Bündnisse von CDU und AfD ausgeschlossen sind.[5]

Während der deutschlandweit beachteten Regierungskrise in Thüringen 2020 nach dem Rücktritt des mit AfD-Stimmen zum thüringischen Ministerpräsidenten gewählten FDP-Politikers Thomas Kemmerich wiederholte Zimmer seine Forderung nach einer Zusammenarbeit mit der AfD. Gegenüber dem ZDF-Magazin Berlin direkt erklärte er, eine von der AfD tolerierte CDU-Minderheitsregierung sei für ihn denkbar.[6][7] Acht Tage später musste er nach einem Gespräch mit dem geschäftsführenden CDU-Landesvorstand seine Funktion im Landesvorstand seiner Partei wegen der umstrittenen Äußerungen ruhen lassen, um weiteren Schaden von der Partei abzuwenden.[8]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Landtag von Sachsen-Anhalt, 5. Wahlperiode 2006–2011, Volkshandbuch. 2. Auflage, Neue Darmstädter Verlagsanstalt, ISBN 978-3-87576-602-8

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Lars-Jörn Zimmer – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landtag Sachsen-Anhalt, Unterrichtung vom 20. Mai 2016, Drucksache 7/43
  2. Lars-Jörn Zimmer. Abgerufen am 20. Juni 2019 (deutsch).
  3. Sachsen-Anhalt: CDU-Politiker fordern Debatte über Koalitionen mit AfD. www.zeit.de, 20. Juni 2019
  4. Hagen Eichler: Flirten mit der AfD: Hochrangige CDU-Funktionäre halten Koalition für denkbar. 20. Juni 2019, abgerufen am 20. Juni 2019 (deutsch).
  5. CDU-Generalsekretär: Ziemiak schließt jede Zusammenarbeit mit AfD aus. In: Spiegel Online. 20. Juni 2019 (spiegel.de [abgerufen am 20. Juni 2019]).
  6. Gert Glowinski: Fraktionsvize der CDU für AfD-Tolerierung. In: Volksstimme. 9. Februar 2020, abgerufen am 16. Februar 2020.
  7. Annäherung an die AfD? In: MDR. 10. Februar 2020, abgerufen am 16. Februar 2020.
  8. CDU-Politiker lässt Vorstandsposten nach Aussage zur AfD ruhen. In: Die Welt. 16. Februar 2020, abgerufen am 16. Februar 2020.