Ulrich Thomas

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Ulrich Thomas 2018

Ulrich Thomas (* 22. März 1968 in Quedlinburg) ist ein deutscher Politiker (CDU) und Mitglied des Landtages Sachsen-Anhalt.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Abschluss der Polytechnischen Oberschule im Jahr 1984 machte Ulrich Thomas von 1984 bis 1987 eine Berufsausbildung zum Elektroinstallateur. 1987 und 1988 leistete er seinen Wehrdienst. Anschließend von 1988 bis 1990 war Thomas als Elektroinstallateur tätig. Seit 1990 ist er selbstständiger Fahrlehrer und Fahrschulinhaber.

Seit 2005 ist Thomas Vorsitzender des Fördervereins der Kreisvolkshochschule Quedlinburg. Er ist evangelisch, verheiratet und hat zwei Kinder.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ulrich Thomas trat 1998 der CDU bei. Von 1999 bis 2007 war er Mitglied im Kreistag Quedlinburg. Zwischen 2002 und 2004 war er Vorsitzender im Ortsverband Quedlinburg. Seit 2004 ist Thomas Mitglied im Stadtrat von Quedlinburg. Von 2004 bis 2006 war er CDU-Kreisvorsitzender von Quedlinburg und seit 2006 ist er CDU-Kreisvorsitzender im Landkreis Harz.

Bei der Landtagswahl im März 2006 wurde Thomas über den Wahlkreis 30 (Quedlinburg) in den Landtag von Sachsen-Anhalt gewählt. Dort ist er Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft und Arbeit und seit 2011 wirtschaftspolitischer Sprecher der CDU Landtagsfraktion. Auch bei den Wahlen 2011 und 2016 konnte er den Wahlkreis Quedlinburg für sich entscheiden und für eine weitere Legislaturperiode in den Landtag einziehen.[1][2] Seit 2016 ist Thomas stellvertretender Vorsitzender der CDU-Fraktion im Landtag Sachsen-Anhalts.[3]

Kontroversen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Juni 2019 sorgte Thomas mit Überlegungen zu zukünftigen Koalitionen seiner Partei mit der Alternative für Deutschland (AfD), insbesondere im Hinblick auf die Zeit nach der Landtagswahl 2021 in Sachsen-Anhalt, für Aufmerksamkeit. Im Gespräch mit der Mitteldeutschen Zeitung sagte er: „Wir sollten eine Koalition jedenfalls nicht ausschließen. Stand jetzt ist sie nicht möglich - wir wissen aber nicht, wie die Lage in zwei oder fünf Jahren ist.“ In der AfD gebe es zwar viele radikale Politiker, es gebe aber auch „liberale Kräfte“ und man müsse sehen, „welche Strömung sich durchsetzt.“ Bezogen auf die Große Koalition im Bund und die Kenia-Koalition in Sachsen-Anhalt äußerte Thomas, sie zerstörten die Identität seiner Partei. Mit dem CDU-Abgeordneten Lars-Jörn Zimmer, der ebenfalls stellvertretender Fraktionsvorsitzender ist, veröffentlichte er ein achtseitiges Papier, in dem die beiden argumentieren, die Wähler von CDU und AfD hätten ähnliche Ziele und die Mehrheit in Deutschland wähle konservativ. Die CDU hätte jedoch Wähler verprellt, indem sie „multikulturellen Strömungen linker Parteien und Gruppen“ nicht entschieden genug entgegen getreten sei. Außerdem sei es ein „historischer Fehler“, die Sehnsucht nach Heimat nicht verteidigt zu haben, und es müsse wieder gelingen „das Soziale mit dem Nationalen zu versöhnen.“[4]

Der Innenminister Sachsen-Anhalts und CDU-Landesvorsitzende Holger Stahlknecht hingegen hielt eine Öffnung zur AfD für falsch und warnte davor, „die CDU nach rechts zu verrücken“.[5] Auch CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak lehnte den Vorstoß von Thomas und Zimmer ab und verwies auf die aktuelle Beschlusslage des CDU-Parteitages, nachdem Bündnisse von CDU und AfD ausgeschlossen sind.[6]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ulrich Thomas – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landtagswahlkreis 30 Quedlinburg, Ergebnis 2011, Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt. Abgerufen am 13. Mai 2011.
  2. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt: Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 13. März 2016. Abgerufen am 20. Juni 2019.
  3. Ulrich Thomas. Abgerufen am 20. Juni 2019 (deutsch).
  4. Sachsen-Anhalt: CDU-Politiker bringen Koalition mit AfD ins Spiel. In: Spiegel Online. 20. Juni 2019 (spiegel.de [abgerufen am 20. Juni 2019]).
  5. Hagen Eichler: Flirten mit der AfD: Hochrangige CDU-Funktionäre halten Koalition für denkbar. 20. Juni 2019, abgerufen am 20. Juni 2019 (deutsch).
  6. CDU-Generalsekretär: Ziemiak schließt jede Zusammenarbeit mit AfD aus. In: Spiegel Online. 20. Juni 2019 (spiegel.de [abgerufen am 20. Juni 2019]).