Lars Witteck

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Lars Witteck nach seiner Wahl als Vorsitzender des Regionalmanagement-Vereins 2011

Lars Witteck (* 20. März 1974 in Marburg) ist ein deutscher Jurist, CDU-Politiker und war vom 18. Mai 2009 bis 31. Oktober 2015 Regierungspräsident des Regierungspräsidium Gießen.[1]

Leben und Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lars Witteck kam als Sohn des Einzelhandelskaufmanns Heinz Witteck in Marburg zur Welt, der in Fernwald-Steinbach einen Lebensmittelladen betrieb.[2] Er hat eine Schwester. Nach dem Abitur an der Liebigschule Gießen studierte Witteck von 1994 bis 1999 Rechtswissenschaften an der Justus-Liebig-Universität Gießen und war nach seinem ersten juristischen Staatsexamen von 1999 bis 2002 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für deutsches und ausländisches Straf- und Strafprozessrecht mit Wirtschafts- und Umweltstrafrecht der Universität Gießen. Dort verfasste er seine Dissertation zum Thema „Der Betreiber im Umweltstrafrecht – Zugleich ein Beitrag zur Lehre von den Pflichtdelikten“, für die er im Mai 2004 mit dem Förderpreis der Juristischen Gesellschaft Darmstadt ausgezeichnet wurde.

Nach der Ableistung des Rechtsreferendariats am Landgericht Gießen und am Oberlandesgericht München 2002 bis 2004 war Witteck von 2003 bis 2005 als Research Assistant an dem juristisch-soziologisch-anthropologischen Forschungsprojekt der Universitäten Gießen, Liverpool und Warwick zum Thema „Informed consent at the end of life – A comparative socio-legal study“ tätig.

Im Juli 2004 schloss Witteck das zweite juristische Staatsexamen ab und war von Oktober bis Dezember 2004 als Leiter des Grundsatzreferats im Ministerbüro des Hessischen Ministeriums des Innern und für Sport (HMdIS) angestellt. Ab Januar 2005 war er zunächst formal Richter am Amtsgericht Frankfurt am Main, wurde aber weiter an das HMdIS als Leiter des Grundsatzreferats im Ministerbüro abgeordnet. Ab 2006 war Witteck als Richter in Zivil- und Betreuungssachen am Amtsgericht Friedberg tätig, und wurde von Januar 2007 bis Februar 2008 erneut an das HMdIS als Leiter des Grundsatzreferats abgeordnet. Seit Februar 2008 arbeitete er zunächst als Richter in Zivil- und Strafsachen am Landgericht Gießen, wurde ab März 2008 an das Amtsgericht Friedberg als Vollstreckungsleiter der dortigen Jugendarrestanstalt und Vorsitzender des Jugendschöffengerichts abgeordnet und im September 2008 zum Richter auf Lebenszeit ernannt. Er lehrte nebenberuflich Strafrecht und Strafprozessrecht im Fachbereich Polizei an der Hessischen Hochschule für Polizei und Verwaltung Wiesbaden.

Am 18. Mai 2009 wurde Lars Witteck durch Innenminister Volker Bouffier als Nachfolger von Wilfried Schmied zum sechsten Regierungspräsidenten des Regierungsbezirks Gießen ernannt.[3] Seit dem 18. Mai 2011 hat er auch den Vorsitz des Regionalmanagementvereins für Mittelhessen – ebenfalls als Nachfolger von Schmied – inne.[4] Zusammen mit weiteren achtzehn Gesellschaftern gründete der Verein am 27. Dezember 2012 die Regionalmanagement Mittelhessen GmbH.[5] Im Mai 2015 kündigte Witteck an, dass er im Oktober 2015 aus privaten und beruflichen Gründen von seinem Amt zurücktreten werde. Ab dem 1. November 2015 wird Lars Witteck Vorstandsmitglied der Volksbank Mittelhessen eG, wo er bis zu seiner Zulassung durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht als Generalbevollmächtigter aktiv wird. Witteck soll bei der mittelhessischen Volksbank das Privatkundengeschäft leiten.

Lars Witteck ist seit 1990 Mitglied der Jungen Union[6] und war für die CDU in Fernwald kommunalpolitisch aktiv[7].

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Witteck ist verheiratet, Vater von Zwillingen und wohnt in Fernwald.[8]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Betreiber im Umweltstrafrecht: zugleich ein Beitrag zur Lehre von den Pflichtdelikten. Band 12 der Gießener Schriften zum Strafrecht und zur Kriminologie, Nomos-Verlages-Gesellschaft, Baden-Baden 2004, ISBN 3-8329-0813-7
  • Das Posting in Suizidforen im Internet – Ein Fall für das (deutsche) Strafrecht? In: Gabriele Wolfslast, Kurt W. Schmidt (Hrsg.): Suizid und Suizidversuch. Ethische und rechtliche Herausforderung im klinischen Alltag. Verlag C. H. Beck, München 2005, ISBN 978-3-406-53989-3
  • Kommentierung der §§ 59-60, 143, 292-295, 307-314a, 324-330d, 339, 344, 345 StGB in: Beck’scher Online-Kommentar zum StGB, Heintschel-Heinegg (Hrsg.), 7. Edition, Rechtsstand: 15. November 2008, Beck´scher Online-Kommentar zum StGB
  • „Fahrlässige Tötung oder straflose Mitwirkung am Selbstmord bei Vornahme einer vom Suizidenten gesteuerten Tötungshandlung?“. zur Veröffentlichung angenommen in: JuS 2005, Heft 9, S. 397–401, Aufsatz
  • „Interaktive Planungshilfe“, In: Innovative Verwaltung, Ausgabe Nr.: 2012-03, Innovative Verwaltung

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Lars Witteck – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Regierungspräsidium Gießen: Behördenleitung – Der Regierungspräsident. Abgerufen am 24. März 2015.
  2. Der Laden befand sich an der Hauptstraße 1 in Steinbach: Bundesfirmenregister
  3. mö: Neuer Regierungspräsident für das »Land an Lahn und Vulkan«. In: Gießener Allgemeine Zeitung, 19. Mai 2009, abgerufen am 19. Mai 2009
  4. Witteck folgt auf Schmied. Regionalmanagementverein MitteHessen wählt Vorstand. In: Wetzlarer Neue Zeitung. 19. Mai 2011, archiviert vom Original am 5. Juni 2011; abgerufen am 15. Juni 2011.
  5. http://www.mittelhessen.org/, Webauftritt des Regionalmanagements
  6. AZ: Lars Witteck soll neuer Regierungspräsident werden (Memento vom 18. Mai 2009 auf WebCite). In: Gießener Allgemeine Zeitung, 4. Februar 2009
  7. dr: 34-Jähriger wird Regierungspräsident (Memento vom 18. Mai 2009 auf WebCite). In: Gießener Anzeiger, 5. Februar 2009
  8. Thorsten Winter: Neuer Regierungspräsident in Gießen. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19. Mai 2009