Layers of Fear

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Layers of Fear
StudioBloober Team
PublisherAspyr Media
Leitende EntwicklerEryk Dykiel
KomponistArkadiusz Reikowski
Erstveröffent-
lichung
16. Februar 2016
PlattformLinux, OS X, PlayStation 4, Windows, Xbox One
Spiel-EngineUnity 5
GenreAdventure
ThematikHorror
SpielmodusEinzelspieler
SteuerungMaus und Tastatur oder Gamepad
MediumDownload
SpracheEnglisch, Untertitel in Deutsch, Französisch, Italienisch und Polnisch
Altersfreigabe
USK ab 16 freigegeben
PEGI ab 16 Jahren empfohlen

Layers of Fear (deutsch Ebenen/Schichten der Angst) ist ein 2016 erschienenes Computerspiel des polnischen Entwicklerstudios Bloober Team. Die Entwickler beschreiben das Horrorspiel als „psychedelische Reise in eine bröckelnde Psyche, die von den tragischen Ereignissen der Vergangenheit zerrissen wurde“. Als Spieler steuert man einen allmählich dem Wahnsinn verfallenden Künstler aus der Egoperspektive durch ein großes Herrenhaus, erkundet „die Trümmer eines einst beneidenswerten Lebens“ und ergründet die tragische Familiengeschichte, „die der wahnhafte Perfektionsdrang des Künstlers nach sich gezogen hat“.[1][2]

Von der Fachpresse wurde das Indiespiel, das Themen wie Alkoholismus, Entfremdung, Paranoia und Schizophrenie behandelt, mit wohlwollenden Kritiken bedacht. Layers of Fear zeigt zahlreiche Gemälde namhafter Künstler wie Rembrandt, Joshua Reynolds, Antonio de Pereda, Juan van der Hamen y León, Francisco Goya, Lavinia Fontana, Hieronymus Bosch oder Henry Fuseli.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als erfolgreicher und gefeierter Maler führte ein nicht näher genannter Künstler ein privilegiertes Leben, in Wohlstand, verheiratet mit einer schönen und ebenfalls musisch begabten Frau, sowie einer kleinen Tochter. Bei einem verheerenden Brand bei der Eröffnung eines Kaufhauses wird die Ehefrau des Künstlers jedoch schwer verletzt und entstellt. Den Künstler stürzt dies in eine tiefe Sinnkrise und seine Frau erkennt, dass er sie nicht liebte, sondern vor allem als Muse betrachtete und für ihr meisterhaftes Pianospiel schätzte. Der Künstler ertränkt seinen Kummer über den Verlust seiner Muse und den künstlerischen Abstieg in Alkohol, mit Frau und Hausangestellten kommuniziert er nur noch über Zettel. Von Depressionen geplagt, verbrennt seine Ehefrau das Gemälde „Die Dame in Schwarz“, das der Maler ihr widmete und das sie zeigt und begeht schließlich Suizid. Das Sorgerecht für die Tochter wird ihm entzogen und diese landet in einem Waisenhaus, ihr weiteres Schicksal bleibt unklar.

Die kreative Blockade, juristische Schwierigkeiten und der Verlust seiner Frau lassen den Künstler immer weiter dem Wahnsinn verfallen. Eine eingebildete Rattenplage im Haus, der Geist seiner toten Frau, Familienerinnerungen und grausige Phänomene im Haus spiegeln seinen Zustand wider. Zwischen Faszination und Ekel vor sich selbst, nutzt der Künstler Körperteile seiner toten Frau als Malutensilien, um sein Meisterwerk zu vollenden. Er nutzt etwa ihre Haut als Leinwand, ihr Blut als Farbe und ihre Haare als Pinsel, die er mit Roßhaarpinseln verglich.

Der Künstler vollendet so sein Magnum Opus, wobei sich dem Spieler verschiedene Gemälde zeigen können, die jeweils Raum für Interpretationen lassen. Ein Porträt seiner Frau, noch in perfekter Schönheit, verwandelt sich vor seinen Augen in eine verbrannte Fratze, die ihn verhöhnt. Er erklärt seinen Versuch für gescheitert und wirft es auf einen Stapel anderer misslungener Bilder seiner Frau, die für ihn nur entstellte Gesichter zeigen, dem Spieler aber makellos erscheinen. Der Wahnsinn beginnt von Neuem und der Maler ist in einer Schleife gefangen. Ein Selbstporträt des Malers lässt ihn wieder zum gefeierten Künstler werden und sein Werk landet in einem Museum. Dennoch bleibt der Künstler allein. Ein Porträt von Frau und Kind führt dazu, dass der Künstler dies mit anderen Porträts seiner Frau, sowie sich selbst, verbrennt.

Spielprinzip und Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das mit Hilfe der Unity-Engine erstellte Layers of Fear ist ein First-Person-Adventure, das heißt, die Darstellung des Geschehens erfolgt aus der Perspektive des Spielers. Die Kamera ist dabei in allen Richtungen frei drehbar. Die Fortbewegung innerhalb der Spielwelt erfolgt über die WASD-Tasten. Mit Hilfe weiterer Tasten kann der Spieler auf sein Inventar zugreifen und mit seiner Umgebung interagieren. Als Spieler schlüpft man in die Rolle eines ungenannten Künstlers im frühen 20. Jahrhundert (gesprochen von Eric Braa). Aus der Egoperspektive erkundet man dessen riesiges viktorianisches Herrenhaus. Anfangs noch in gutem Zustand, spiegelt dieses den labilen Zustand des Protagonisten wider und verfällt zunehmend immer mehr. Als Spieler durchsucht man die Räumlichkeiten, ergründet die tragische Familiengeschichte und den Zustand des Malers. Dabei gilt es, sechs Gegenstände (Körperteile seiner toten Frau) zu finden, die ihm dabei helfen sollen, sein Magnum Opus zu erschaffen. Das Spiel spielt mit der Wahrnehmung des Spielers und verändert laufend die Umgebung, um so den zunehmenden Wahnsinn des Künstlers zu verdeutlichen, während beim Spieler so Gefühle von Beklommenheit und Bedrohung erschaffen werden sollen. Gekämpft oder geflohen wird im Spiel allerdings nicht. Hauptelement bleibt das Erkunden des Anwesens, das Lösen von Rätseln, um ein Vorankommen zu sichern.

Je nach Spielweise und gefällten Entscheidungen, auf die das Spiel nicht gesondert verweist, bietet das Spiel drei verschiedene Enden.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Magazin / Webseite Wertung
4Players 78 % [3]
GameStar 81 % [4]
Metacritic 78 % [5]
PC Games 74 % [6]
GamePro 79 % [7]
GameSpot 7 von 10 [8]
M! Games 6 von 10 [9]

Dominic Stetschnig von GIGA bezeichnet Layers of Fear als „Mindfuck auf höchstem Niveau“, lobt insbesondere die Atmosphäre des Spieles, „bei dem ihr euch nicht sicher sein könnt, ob ihr diejenigen seid, die es spielen, oder diejenigen, mit denen gespielt wird“, sowie geschickt eingesetzte Jump-Scares nach gelungenem Spannungsaufbau.[10]

„Ihr werdet Angst haben. Versprochen. Ich habe mich bei Slender – The Eight Pages öfter mal erschreckt. Und bei Amnesia: The Dark Descent ordentlich gegruselt. Wenn in der dritten Auflage von Resident Evil der Hund durchs Fenster springt, zucke ich trotzdem noch zusammen. Und wenn ich an ein rauschendes Radio bei Silent Hill, die kleine Alma am Ende der Leiter bei F.E.A.R. oder Lisa am Ende des Ganges bei P.T. denke, wünsche ich mir, ich hätte Windeln um. Aber all das verkommt zum Nachmittagsprogramm, wenn ich an meine Spielerfahrung bei Layers of Fear denke.“

Dominic Stetschnig: Kritik bei GIGA[11]

„Die Atmosphäre, die verstörenden Situationen und nicht zuletzt die Geschichte des Malers selbst sind es, die uns schaudern lassen. Spieler mit lauten Geräuschen erschrecken kann jeder. Layers of Fear erschafft Angst mit allem, was eher im Augenwinkel stattfindet. (...) Layers of Fear ist nichts für Slasher-Fans, die von einem irren Killer gejagt werden wollen. (...) Layers of Fear ist eine tolle Erfahrung, die ich jedem ans Herz legen kann, für den Horror auch ohne Monster funktioniert.“

Ann-Kathrin Kuhls: Kritik in der GameStar[12]

Nachfolger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als eigenständig laufende Erweiterung erschien am 2. August 2016 das Spiel Layers of Fear: Inheritance. Dieses erzählt dabei die Geschichte aus der Perspektive der Tochter des Künstlers. Dabei spielt man sie sowohl als Kind, wobei man als Spieler düstere Kindheitserinnerungen durchlebt, wie auch als Erwachsene, als sie das Haus nach den Ereignissen des Hauptspieles erneut aufsucht. Ein Kind als Spielfigur macht sich so auch spielerisch bemerkbar, etwa in der tieferen Egoperspektive. Wie das Hauptspiel, so bietet auch Inheritance drei verschiedene Enden.

„Fans des Hauptspiels sollten sich den zweiten Besuch im Gruselhaus auf jeden Fall gönnen. Die neue Perspektive der Tochter eröffnet einen wortwörtlich neuen Blick auf das Haus. Statt Horror steht aber auch hier eher Grusel im Vordergrund. Inheritance ist kein brutaler Slasher, sondern ein schauriges Erlebnis.“

Christian Fritz Schneider: Kritik in der GameStar[13]

„Abgesehen von der Kürze ist Inheritance eine gelungene Ergänzung des psychologischen Horrors, der künstlerischen Wahn gekonnt mit einer Familientragödie kombiniert. Man hält dabei genau an dem fest, was auch das Hauptspiel auszeichnete: spannende Schreckmomente, verstörende Umgebungen und eine interessante Geschichte, deren Ende von den eigenen Entscheidungen beeinflusst wird. Allerdings bleibt es auch bei den negativen Aspekten, die schon das „große“ Abenteuer plagten. (..) Dafür aber darf man nicht nur den schleichenden Wahnsinn oder das Drama, das von der Familie Besitz ergreift, aus Kinderaugen betrachten, sondern erfährt auch noch weitere Hintergründe, die das erzählerische Gesamtbild abrunden.“

Mathias Oertel: Kritik bei 4Players[14]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://presskit.blooberteam.com/sheet.php?p=layers_of_fear
  2. https://www.playstation.com/de-de/games/layers-of-fear-ps4/
  3. http://www.4players.de/4players.php/dispbericht_fazit/Allgemein/Test/Fazit_Wertung/Allgemein/36989/81656/Layers_of_Fear.html
  4. http://www.gamestar.de/spiele/layers-of-fear/52782.html
  5. http://www.metacritic.com/game/xbox-one/layers-of-fear
  6. http://www.pcgames.de/Layers-of-Fear-Spiel-55923/Tests/Test-Horrorspiel-Silent-Hill-1185292/
  7. http://www.gamepro.de/playstation/spiele/ps4/layers-of-fear/wertung/53457.html
  8. http://www.gamespot.com/reviews/layers-of-fear-review/1900-6416355/
  9. M! Games, Ausgabe 271, April 2016, Seite 81
  10. http://www.giga.de/film/genre-listen/horror/ich-scheiss-mich-an-layers-of-fear-ist-mindfuck-auf-allerhoechstem-niveau/
  11. http://www.giga.de/film/genre-listen/horror/ich-scheiss-mich-an-layers-of-fear-ist-mindfuck-auf-allerhoechstem-niveau/
  12. http://www.gamestar.de/spiele/layers-of-fear/test/layers_of_fear,52782,3268055,fazit.html
  13. http://www.gamestar.de/spiele/layers-of-fear/artikel/layers_of_fear_inheritance,52782,3276614,fazit.html
  14. http://www.4players.de/4players.php/dispbericht_fazit/Allgemein/Test/Fazit_Wertung/Allgemein/38029/81996/Layers_of_Fear_Inheritance.html