Leif Eriksson

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Leif Eriksson (isländisch Leifur Eiríksson ['lɛiːvʏr 'ɛi:riksɔn], altnordisch Leifr Eiríksson; * um 970 in Island; † um 1020) war ein isländischer Entdecker. Sein Beiname ist „der Glückliche“.

Entdeckung Amerikas[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein möglicher Verlauf der Reise Leif Erikssons mit einer möglichen geographischen Zuordnung der Entdeckungen

Leif Eriksson wurde um 970 als Sohn Eriks des Roten und seiner Frau Thjodhild (womöglich vor der Taufe Thorhild) geboren. Da die Landnahme in Grönland um 986 begann, ist bei dem vermuteten Geburtsdatum von einer Geburt auf Island auszugehen.[1]

Die Entdeckung Amerikas durch Leif Eriksson wird in den beiden „Vinland-Sagas“ unterschiedlich geschildert:

Gemäß der Eiríks saga rauða fuhr er um das Jahr 1000 von Grönland nach Norwegen, um dort am Königshof aufgenommen zu werden. Nachdem dies gelungen war, entdeckte er auf der Rückreise nach Grönland unbekanntes Land, rettete überdies noch Schiffbrüchige und bekehrte nach seiner Ankunft die Grænlendingar zum Christentum.[2] Bei einer weiteren Fahrt nach dem neu entdeckten Land erkundete Leif mit anderen weitere Gebiete an der nordamerikanischen Küste, darunter Helluland, Markland und schließlich auch Vinland. Die geographische Zuordnung dieser Gebiete ist umstritten. Aufgrund der Funde in L’Anse aux Meadows wird Vinland häufig mit Neufundland gleichgesetzt.

Gemäß der Grænlendinga saga (Grönland-Saga) entdeckte Bjarni Herjólfsson diese Gebiete, als er nach Grönland suchte, wobei ihm auch letzteres nur aus Beschreibungen bekannt war. Er ging in den neu entdeckten Gebieten jedoch nicht an Land. Nachdem Leif Eriksson von den Gebieten erfahren hatte, unternahm er eine Fahrt dorthin und überwinterte dort. Da er das Land im Gegensatz zu Bjarni Herjólfsson auch betreten und erforscht hat, gilt er als Entdecker dieser Gebiete.[3]

Die Entdeckung wird auch von Adam von Bremen in der Gesta Hammaburgensis ecclesiae pontificum erwähnt.

Dass jenes fruchtbare Land, das die Grænlendingar im Westen entdeckten und Vinland nennen, auf dem nordamerikanischen Kontinent lag und die Skandinavier somit Amerika, genauer Neufundland, erreichten, ist inzwischen archäologisch gesichert. Davon zeugen die 1978 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärten Reste einer skandinavischen Siedlung auf Neufundland bei L’Anse aux Meadows. Die zumeist als Fälschung angesehene Vinland-Karte hat keinen historischen Quellenwert. Die Angaben, die sie enthält, sind bereits aus schriftlichen Quellen bekannt.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Statue von Leif Eriksson in Reykjavík vor der Hallgrímskirkja

Künstlerische Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Film

Musik

Theater

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jeanette Sanderson: Explorers. Scholastic Teaching Resources, London/ New York u. a. 2002, ISBN 0-439-25181-8, S. 14 (PDF-Datei).
  2. Tina Flecken (Übers.) u. a.: Isländersagas. Band 4, Fischer, Frankfurt a. M. 2011, ISBN 3-10-007625-7, Kapitel 5: Die Saga von Eirík dem Roten. S. 526–552.
  3. Farley Mowat, Westviking: The Ancient Norse in Greenland and North America (1965) ISBN 978-0-7710-6692-4
  4. Leif-Eriksson-Gemeinschaftsschule: Startseite – Beitrag vom 29. Februar 2012, zuletzt abgerufen am 25. Oktober 2018.
  5. The Vikings in der Internet Movie Database
  6. Amon Amarth - Wings of Eagles (Kommentar der Band) auf YouTube
  7. Vinland - Leif Eriksson entdeckt Amerika auf der Webseite des Marionettentheaters Märchen an Fäden

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lutz Mohr: Amerikaentdecker vor Kolumbus. In: Marinekalender der DDR 1990. Berlin: Militärverlag der DDR 1989, S. 178–184.
  • Kirsten A. Seaver: Mit Kurs auf Thule. Die Entdeckungsreisen der Wikinger. Aus dem Englischen übersetzt von Karin Schuler. Theiss, Stuttgart 2011, ISBN 978-3-8062-2411-5.
  • Kurt Welker: Der vergessene Kontinent. Die Entdeckungsfahrten der Normannen nach Grönland u. Nordamerika. Brockhaus, Leipzig 1970.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Leif Eriksson – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien