Cramm

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Stammwappen derer von Cramm

Cramm ist der Name eines niedersächsischen Uradelsgeschlechts, das später den Freiherrentitel erhielt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einer Quelle nach kam die Familie mit dem karolingischen Kaiser Ludwig I. in die Gegend des Bistum Hildesheim und wurde dort von ihm mit Gütern beliehen.[1] Diese These ist umstritten. Auch eine Herkunft der Familie im naheliegenden Dorf Cramme im heutigen Landkreis Wolfenbüttel wird vermutet.

Das Geschlecht erscheint urkundlich erstmals im Jahr 1150 mit Dietrich von Cramme.[2] Die Cramm waren ein begütertes Rittergeschlecht und angesehene Lehnsnehmer bei den geistlichen und weltlichen Herren der Region des heutigen Südost-Niedersachsens. Im Mittelalter waren viele Abkömmlinge Ritter oder Knappen, aber auch Ministeriale. 1250 wurden sie Erbküchenmeister (Truchsess) im Herzogtum Braunschweig-Lüneburg. In späteren Jahrhunderten dienten Familienangehörige den Welfenherzögen als Generäle, Kammerherren und Minister.

Bekannte Namensträger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Asche von Cramm, gezeichnet von Lucas Cranach dem Älteren
Grabplatte Heinrichs von Cramm an der Kirche St. Anna in Oelber am weißen Wege
Adalbert von Cramm (1818–1851), seine Ehefrau Mechtilde (geb. Gräfin von Veltheim ) und seine Kinder vor Schloss Oelber, um 1850

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wappen der Uradelsfamilie von Cramm zeigen zeittypisch einen gelehnten Schild und den Helm (Topfhelm) vielfach in Seitenansicht.

Blasonierung des Stammwappens: „In Rot drei (2:1) silberne Lilien. Auf dem Helm mit rot-silbernen Decken eine mit drei natürlichen Pfauenfedern bestückte, je von einer silbernen Lilie beseitete konische rote Säule.“

Blasonierung des Ritterlichen Wappens: „In Rot drei silberne Lilien (2:1) gestellt. Auf dem Helm mit rot-silbernen Decken ein silberner offener Flug mit silbern-roten Saxen.“

Blasonierung des Bürgerlichen Wappens: „In Silber drei rote Lilien (2:1) gestellt. Auf dem Helm mit rot-silbernen Decken ein roter offener Flug mit rot-silbernen Saxen.“

Besitzungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Adelsfamilie war seit dem 13. Jahrhundert Mitbesitzer (neben den Herren von Bortfeld) und ab dem 17. Jahrhundert Alleineigentümer ihres Stammsitzes, des Schlosses Oelber in Oelber am weißen Wege, einem Ortsteil von Baddeckenstedt in Niedersachsen.

Durch die Heirat von Burghard von Cramm 1905 mit Jutta Gräfin von Steinberg, der Letzten und Universalerbin ihres Geschlechts aus altem hildesheimischem Stiftsadel, fielen die umfangreichen Besitzungen dieser Familie an die Cramms, darunter Brüggen und Bodenburg. Nach dem Zweiten Weltkrieg teilten ihre 7 Söhne den Grundbesitz untereinander auf, da eine Bodenreform mit Enteignung befürchtet wurde; dazu zählten namentlich die Rittergüter Oelber, Brüggen, Bodenburg, Harbarnsen und Wispenstein (die beiden letzteren wurden später verkauft). Das erst 1906 erworbene Schloss Nettlingen war bereits vor dem Krieg wieder veräußert worden. Oelber, Brüggen und Bodenburg werden bis heute von Mitgliedern der Familie bewohnt und mit erheblichem Aufwand erhalten.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bekannt ist der Name „von Cramm“ auch durch die Weizenkorn-Marke „von Cramm Weizenbrand“, die es aber nicht mehr gibt. Er wurde seit 1750 auf dem Gut in Harbarnsen, ein Gemeindeteil von Lamspringe, hergestellt. Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich die von Crammsche Brennerei zu einer der führenden Kornbrennereien Niedersachsens. Die "Marke Steinbock" umfasste drei Abfüllungen, den goldgelben 43er (43 Vol.-% Alkohol) in der mit Bast umwickelten Flasche, den 38er und den gemeinhin "Kutscherschluck" genannten 32er Doppelkorn. Ab 1984 wurde nur noch Rohalkohol hergestellt und Vertrieb sowie das Brennrecht an das Unternehmen Dethleffsen in Flensburg abgegeben. Später wurde der Betrieb in Harbarnsen komplett aufgegeben.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Cramm family – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Allgemeines Teutsches Adels-Lexicon: Darinn von d. alten u. neuen Gräfl.-Freyherrl.- u. Adelichen Familien ... gehandelt wird. Fuchs, 1774 (google.de [abgerufen am 18. Dezember 2018]).
  2. Urkundenbuch des Hochstifts Halberstadt, Band I, Nr. 344