Leonardo Sandri

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Leonardo Kardinal Sandri (2008)
Bischof Peter Rusnák nach seiner Bischofsweihe am 16. Februar 2008 vor der Prešover Sporthalle; links von ihm Kardinal Leonardo Sandri und zu seiner Rechten, Kardinal Jozef Tomko.
Wappen von Leonardo Kardinal Sandri; Wappenspruch: „Er ist treu“, nach (2 Tim 2,13 EU)

Leonardo Kardinal Sandri (* 18. November 1943 in Buenos Aires, Argentinien) ist Kurienkardinal der römisch-katholischen Kirche und seit Januar 2020 Subdekan des Kardinalskollegiums.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Studium der Katholischen Theologie und Philosophie empfing Leonardo Sandri am 2. Dezember 1967 in Buenos Aires das Sakrament der Priesterweihe. 1974 trat er in den Diplomatischen Dienst des Heiligen Stuhls ein und wirkte zunächst an der Apostolischen Nuntiatur in Madagaskar. Papst Paul VI. verlieh ihm am 29. November 1976 den Ehrentitel Kaplan Seiner Heiligkeit[2] (Monsignore). Von 1977 bis 1989 war Sandri im Vatikanischen Staatssekretariat tätig. Papst Johannes Paul II. verlieh ihm am 15. Juni 1989 den Titel Päpstlicher Ehrenprälat. Im selben Jahr wurde er als Mitarbeiter an die Apostolische Nuntiatur in den Vereinigten Staaten von Amerika entsandt.

Am 22. August 1991 wurde Sandri zum Präfekten der Präfektur des Päpstlichen Hauses und am 2. April 1992 zum Assessor der Sektion für Allgemeine Angelegenheiten im Staatssekretariat ernannt.

Am 22. Juli 1997 ernannte ihn Johannes Paul II. zum Titularerzbischof von Aemona und zum Apostolischen Nuntius in Venezuela. Die Bischofsweihe spendete ihm Kardinalstaatssekretär Angelo Sodano am 11. Oktober desselben Jahres; Mitkonsekratoren waren Juan Carlos Kardinal Aramburu, emeritierter Erzbischof von Buenos Aires, und Erzbischof Giovanni Battista Re, Substitut des vatikanischen Staatssekretariates.

Am 1. Mai 2000 wurde er zunächst zum Apostolischen Nuntius in Mexiko ernannt, jedoch bereits am 16. September desselben Jahres als Substitut der Sektion für die Allgemeinen Angelegenheiten in das Vatikanische Staatssekretariat zurückberufen.

Nach Bekanntgabe des Todes von Papst Johannes Paul II. am Abend des 2. April 2005 stimmte Sandri für die versammelte Menge auf dem Petersplatz das De Profundis für den Verstorbenen an.

Am 9. Juni 2007 wurde Sandri von Papst Benedikt XVI. zum Präfekten der Kongregation für die orientalischen Kirchen ernannt. Die Ernennung wurde am 1. Juli 2007 wirksam.

Am 24. November 2007 nahm ihn Benedikt XVI. als Kardinaldiakon mit der Titeldiakonie Santi Biagio e Carlo ai Catinari in das Kardinalskollegium auf. In seinem Amt als Präfekt der Kongregation für die orientalischen Kirchen besuchte Kardinal Sandri mehrere Feierlichkeiten im Nahen Osten, unter anderem die Amtseinführung des maronitischen Patriarchen Béchara Pierre Raï am 25. März 2011. 2012 wurde er Mitglied der Kongregation für das katholische Bildungswesen. Nach dem Rücktritt Benedikts XVI. nahm Kardinal Sandri am Konklave 2013 teil, in dem sein Landsmann Jorge Mario Bergoglio zu Papst Franziskus gewählt wurde.

Am 19. Mai 2018 wurde er unter Beibehaltung seiner Titeldiakonie als Titelkirche pro hac vice zum Kardinalpriester ernannt.[3] Papst Franziskus erhob ihn nur gut einen Monat später mit Wirkung vom 28. Juni 2018 unter Beibehaltung seiner Titeldiakonie zum Kardinalbischof.[4]

Im Januar 2020 wurde er zum Subdekan des Kardinalskollegiums gewählt und von Papst Franziskus bestätigt.[1] Da der ebenfalls im Januar 2020 gewählte Dekan Giovanni Battista Re die Altersgrenze von 80 Jahren bereits überschritten hat, käme Sandri als ranghöchstem wahlberechtigten Kardinal im Fall einer Sedisvakanz die Aufgabe zu, ein Konklave zu leiten.[5]

Mitgliedschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sandri war Konventualkaplan a. h. des Souveränen Malteserordens und wurde 2010 zum Ehren- und Devotions-Großkreuz-Bailli erhoben.

Mitgliedschaften in der Römischen Kurie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Leonardo Kardinal Sandri ist Mitglied folgender Institutionen der römischen Kurie:

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Approvazione dell’elezione del Decano e del Vice-Decano del Collegio Cardinalizio. In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 25. Januar 2020, abgerufen am 25. Januar 2020 (italienisch).
  2. Annuario Pontificio per l’anno 1987, Città del Vaticano 1987, S. 2026.
  3. Concistoro per il voto su alcune Cause di Canonizzazione. In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 19. Mai 2018, abgerufen am 21. Mai 2018 (italienisch).
  4. RESCRIPTUM EX AUDIENTIA SS.MI: Rescritto del Santo Padre Francesco con cui ha deciso di cooptare nell’Ordine dei Vescovi, equiparandoli in tutto ai Cardinali insigniti del titolo di una Chiesa suburbicaria, i Cardinali Parolin, Sandri, Ouellet e Filoni. In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 26. Juni 2018, abgerufen am 28. Juni 2018 (italienisch).
  5. Kardinal Sandri wird Leiter eines möglichen Konklave. domradio.de, 25. Januar 2020, abgerufen am 25. Januar 2020.
  6. Nomina di Membro della Congregazione per i Vescovi. In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 2. März 2010, abgerufen am 23. Februar 2020 (italienisch).
  7. Nomina di Membri del Supremo Tribunale della Segnatura Apostolica. In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 31. Mai 2011, abgerufen am 23. Februar 2020 (italienisch).
  8. Nomina di Membri della Segreteria per la Comunicazione. In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 13. Juli 2016, abgerufen am 13. Juli 2016 (italienisch).
  9. Der Grossmeister Empängt die Erzbischöfe Sandri und Lajolo. Souveräner Ritter- und Hospitalorden vom Hl. Johannes zu Jerusalem von Rhodos und von Malta, 18. Februar 2006, abgerufen am 23. Februar 2020.
  10. Vatikan/D: Kardinal Sandri erhält Bundesverdienstkreuz. Radio Vatikan, 18. Februar 2009, abgerufen am 23. Februar 2020.
  11. Bundesverdienstkreuz der Republik Deutschland für Kurienkardinal Sandri. zenit.org, 25. Februar 2009, archiviert vom Original am 16. April 2013; abgerufen am 23. Februar 2020.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

VorgängerAmtNachfolger
Giovanni Battista ReSubstitut des Vatikanischen Staatssekretariates
2000–2007
Fernando Filoni
Ignatius Moussa I. Kardinal DaoudPräfekt der Kongregation für die orientalischen Kirchen
seit 2007
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