Limmerstraße

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Limmerstraße mit einer ebenerdigen Stadtbahn-Haltestelle und dem Triebwagen TW 6000

Die Limmerstraße ist eine Einkaufsstraße im hannoverschen Stadtteil Linden-Nord. Sie beginnt beim Ihmezentrum am Küchengarten, durchquert in nordwestlicher Richtung den Stadtteil Linden-Nord, unterquert den Westschnellweg und endet an der Kreuzung Wunstorfer Straße, Zimmermannstraße, Friedhofstraße im Stadtteil Limmer. Bis Mitte der 1970er Jahre war die Limmerstraße eine der Hauptverbindungsstraßen vom Westen Hannovers in die Innenstadt. Sie ist rund 1000 m lang und heute zu einem bedeutenden Teil als Fußgängerzone ausgewiesen. Auf gesamter Straßenlänge führt die Stadtbahnlinie 10 durch die Limmerstraße.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick in Richtung Haltestelle Leinaustraße mit der Mauer der ehemaligen Arbeitersiedlung der Mechanischen Weberei;
Ansichtskarte Nr. 673, anonym, um 1900
Limmerstraße Ecke Kötnerholzweg mit der Straßenbahn-Linie 6, einem Eiswagen und einem Pferdebrunnen
Ansichtskarte Nr. 657, anonym, um 1910

Die heutige Limmerstraße entstand auf einer historischen Landstraße, die vom alten Dorf Linden nach Limmer führte und in das ehemalige Amt Blumenau. Die alte Landstraße wurde dann Teil der Blumenauer Straße, bevor sie 1858 Nedderfeld und – noch im Königreich Hannover – 1861 in Limmerstraße umbenannt wurde.[1]

Um 1906/07 eröffnete das Lichtspielhaus Thalia-Theater an der Limmerstraße Ecke Kochstraße.[2] In einem Hinterhof an der Limmerstraße befindet sich das 1908 gegründete Apollokino, das älteste Vorstadtkino und heute eines der letzten Stadtteilkinos Deutschlands.

Nach der sogenannten „Machtergreifung“ durch die Nationalsozialisten 1933 wurden auch Anwohner der Limmerstraße Opfer des dann folgenden Terrors bis in das Zuchthaus Hameln und Konzentrationslager wie etwa Ravensbrück.[3]

Schon bald nach den Luftangriffen auf Hannover im Zweiten Weltkrieg zählte in der neu gegründeten Bundesrepublik Deutschland das auch in der Limmerstraße ansässige Fruchthaus Hermann Seifart, das auf der Bundesgartenschau 1951 etwa Bananen und Zitrusfrüchte verkaufen konnte, zu „Deutschlands beneideten Läden mit ihren exotischen Genüssen“.[3]

Besonderheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am westlichen Ende der Straße liegt mit dem Freizeitheim Linden das erste,1961 eröffnete Freizeitheim Deutschlands.

Im Zuge des Kunstprojekts BUSSTOPS entstanden an der Haltestelle Leinaustraße zwei von Andreas Brandolini entworfene Haltestellenhäuschen, deren Dächer bepflanzt wurden.

Der 1979 installierte Pferdekutschenbrunnen des Bildhauers Max Sauk an der Limmerstraße/Ecke Kötnerholzweg erinnert an die ehemalige Poststation am Orte.[4]

Häufig verwandelt sich die Straße abends in eine Partymeile der durchziehenden Gäste der benachbarten Veranstaltungszentren Béi Chéz Heinz, FAUST und UJZ Glocksee. Seit Beginn der 2010er Jahre hat sich unter Jugendlichen der Trend entwickelt, nachts auf der Limmerstraße Bier zu trinken und zu feiern. Diese „limmern“ genannte Aktivität hat zu erheblichen Konflikten zwischen Anwohnern und Feiernden geführt.[5]

2004 wurde das Buchdruck-Museum gegründet, das „im Stil einer für den Stadtteil Linden typischen Hinterhof-Druckerei der [19]50er Jahre“ als „lebendes Museum“ eingerichtet wurde, in dem „alles auch benutzt werden kann“;[6] die Adresse lautet Limmerstraße 43.[7]

Unter derselben Adresse wie das Apollo-Kino findet sich heute (Stand: 09/2013) DESiMOs Spezial Club in der Limmerstraße 50.[8] Hier wurde am 18. September 2013 ein weiterer Stolperstein verlegt für die Zeugin Jehovas Elsa Cranz.[9]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Limmerstraßenfest
  • Limmerstraßenfest
  • Volkslauf Linden-Limmer
  • Lindener Schützenfest

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Limmerstraße (Hannover) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Helmut Zimmermann: Limmerstraße, in: Die Strassennamen der Landeshauptstadt Hannover, Verlag Hahnsche Buchhandlung, Hannover 1992, ISBN 3-7752-6120-6, S. 161
  2. Helmut Knocke, Hugo Thielen: 1906/07, in; Hannover Kunst- und Kultur-Lexikon, S. 61
  3. a b Vergleiche die Dokumentation bei Commons unter dem Abschnitt Weblinks
  4. Rainer Ertel, Ernst-Friedrich Roesener: Hannoversches Brunnenbuch. Wasserspiele und Brunnen in Hannover. Exemplarisches und Dokumentarisches, Hannover: Fackelträger-Verlag, 1988, ISBN 3-7716-1497-X, S. 16–19, hier: S. 18
  5. Rüdiger Meise: Linden-Nord / Studie über Lärm auf der Limmerstraße präsentiert, in: Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 4. Oktober 2012, zuletzt abgerufen am 24. September 2013
  6. Jürgen Saalfeldt (1. Vors.): Über uns auf der Seite buchdruckmuseum-hannover.de, zuletzt abgerufen am 27. September 2013
  7. Siehe zum Beispiel diese Dokumentation bei Commons
  8. Vergleiche die Dokumentation bei Commons unter dem Abschnitt Weblinks
  9. Dirk Sarnes (Geschäftsführer): Erinnerungskultur / 30 neue Stolpersteine verlegt auf der Seite hannover.de vom 18. September 2013, zuletzt abgerufen am 11. Januar 2016

Koordinaten: 52° 22′ 28″ N, 9° 42′ 16″ O