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Lorenz-Günther Köstner

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Lorenz-Günther Köstner
Köstner während einer Pressekonferenz (2010)
Personalia
Geburtstag 30. Januar 1952
Geburtsort WallenfelsDeutschland
Größe 177 cm
Position Mittelfeld
Junioren
Jahre Station
FC Wallenfels
Herren
Jahre Station Spiele (Tore)1
bis 1970 FC Wallenfels
1970–1971 FC Bayern Hof
1971–1973 VfB Helmbrechts
1973–1975 Borussia Mönchengladbach 29 (3)
1975–1977 Bayer 05 Uerdingen 50 (7)
1977–1981 Arminia Bielefeld 98 (7)
Nationalmannschaft
Jahre Auswahl Spiele (Tore)
1972–1975 Deutschland Amateure 11 (0)
Stationen als Trainer
Jahre Station
1982–1986 FC Bayern Hof
1986–1989 SSV Reutlingen 05
1989 SC Freiburg
1989–1990 KSV Hessen Kassel
1990–1993 VfB Stuttgart (Co-Trainer)
1993–1994 Stuttgarter Kickers
1994–1997 SpVgg Unterhaching
1997–1998 1. FC Köln
1998–2001 SpVgg Unterhaching
2002–2004 Karlsruher SC
2005–2006 TSG 1899 Hoffenheim
2006–2007 Rot-Weiss Essen
2009–2013 VfL Wolfsburg II
2010 VfL Wolfsburg (interim)
2012 → VfL Wolfsburg (interim)
2014 Fortuna Düsseldorf
1 Angegeben sind nur Ligaspiele.

Lorenz-Günther Köstner (* 30. Januar 1952 in Wallenfels) ist ein ehemaliger deutscher Fußballspieler und -trainer.

Karriere als Spieler

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Köstner absolvierte als Mittelfeldspieler 91 Erstligaspiele und 86 Zweitligaspiele für Borussia Mönchengladbach, Bayer 05 Uerdingen und Arminia Bielefeld. Mit Mönchengladbach gewann er 1975 die deutsche Meisterschaft und den UEFA-Pokal. Im Oktober 1975 erzielte er für Bayer 05 Uerdingen das Tor des Monats.

In seinem Heimatverein FC Wallenfels in Oberfranken durchlief Köstner die Jugendstationen und wurde mit 18 Jahren zur Saison 1970/71 vom Regionalligisten FC Bayern Hof unter Vertrag genommen. Neben Köstner kamen noch die weiteren Neuzugänge Jürgen Detsch, Ulrich Pechtold und Karl-Heinz Zapf zur Mannschaft vom Stadion Grüne Au. Unter Trainer Gunther Bauman debütierte Köstner am ersten Rundenspieltag, den 15. August 1970, bei einer 0:1-Heimniederlage gegen den Karlsruher SC in der zweitklassigen Regionalliga Süd. Er bildete dabei mit Helmut Achatz im 4:2:4-System das Mittelfeld und versuchte die Angreifer Siegfried Stark, Zapf, Torjäger Wolfgang Breuer und Flügelspieler Reinhard Lippert in Szene zu setzen. Insgesamt kam Köstner in der Saison 1970/71 bei Bayern Hof lediglich zu vier Ligaeinsätzen und wechselte deshalb bereits zur folgenden Runde 1971/72 zum VfB Helmbrechts in die Landesliga Nord, wo er mit seiner Mannschaft in der Saison 1972/73 den 3. Rang belegen konnte und herausragende Leistungen dabei gezeigt hatte.

Der lauffreudige, zweikampfstarke und dabei noch mit der Qualität des guten Passgebers ausgestattete Spieler wurde von DFB-Trainer Jupp Derwall nach den Olympischen Sommerspielen 1972 in München in den Kader der Amateurnationalmannschaft berufen, welche sich im Neuaufbau befand. Er debütierte als Landesliga-Aktiver des VfB Helmbrecht am 6. Dezember 1972 beim Freundschaftsländerspiel in Hertogenbosch gegen die Niederlande in der DFB-Auswahl, welche mit 1:2 verlor. Er wurde in der 2. Halbzeit für Erwin Hadewicz eingewechselt. Im Lauf der Rückrunde kamen noch die zwei Einsätze in den Länderspielen im Februar und Mai 1973 gegen Italien (2:0) und Österreich (2:1) hinzu.

Damit war er ins Blickfeld der Bundesliga geraten und nahm zur Runde 1973/74 das Angebot von Borussia Mönchengladbach an und wechselte an den Niederrhein. Dort war der Abgang von Spielmacher Günter Netzer zu Real Madrid zu ersetzen und Köstner gehörte unter Trainer Hennes Weisweiler zu dem Spielerkreis für das Mittelfeld der „Fohlen-Elf“. Neben Köstner nahm Mönchengladbach auch noch die Spieler Horst Köppel, Lorenz Hilkes und Walter Posner neu unter Vertrag. Am vierten Spieltag, den 25. August 1973, bei einem 4:2-Auswärtserfolg beim Wuppertaler SV brachte Weisweiler Neuzugang Köstner erstmals in der Bundesliga zum Einsatz. Er bildete dabei im Stadion am Zoo das Borussen-Mittelfeld mit Christian Kulik und Horst Köppel. Am Rundenende hatte er elf Bundesligaspiele bestritten und zwei Tore erzielt und die Borussia hatte mit einem Punkt Rückstand hinter Bayern München die Vizemeisterschaft errungen.

Er wurde in seiner ersten Saison am Bökelberg aber auch noch im DFB-Pokal in den Spielen gegen den VfB Oldenburg (6:0) und im Wiederholungsspiel am 22. Dezember 1973 gegen den Hamburger SV (1:1 n. V., 1:3 n. E.) eingesetzt und sammelte auch internationale Erfahrung in den Spielen im Europapokal der Pokalsieger. Nach Einsätzen gegen IB Vestmannaeyja und Glentoran Belfast wurde er von Trainer Weisweiler auch in den beiden Halbfinalspielen im April 1974 gegen den AC Mailand (0:2/1:0) zum Einsatz gebracht. Beim siegreichen Rückspiel im Düsseldorfer Rheinstadion bildete er mit Kulik und Wimmer das Borussen-Mittelfeld hinter den Spitzen Allan Simonsen, Bernd Rupp und Köppel.[1]

In seinem zweiten Gladbacher Jahr, 1974/75, lief Köstner in der Bundesliga in 18 Ligaspielen (1 Tor) auf und gewann mit der Borussia die deutsche Meisterschaft. Beim Gewinn des UEFA-Pokal kam er in den Spielen gegen Wacker Innsbruck (1:2/3:0), Olympique Lyon (1:0/5:2) und Real Zaragoza (5:0/4:2) in sechs Wettbewerbsspielen zum Einsatz.[2] Im Gladbacher Mittelfeld kämpften die Spieler Rainer Bonhof, Dietmar Danner, Christian Kulik, Uli Stielike, Herbert Wimmer und Köstner um die Plätze. Im Sommer 1975 schloss er sich zur Saison 1975/76 dem Bundesligaaufsteiger Bayer 05 Uerdingen an.

Unter Trainer Klaus Quinkert und an der Seite von Mitspielern wie Friedhelm Funkel, Paul Hahn und Hans-Jürgen Wloka absolvierte der Neuzugang 26 Ligaspiele und erzielte vier Tore. Er konnte aber den Abstieg in die 2. Bundesliga nicht verhindern. Einen großen Tag erlebte Köstner am 27. August 1975, den vierten Spieltag, als Uerdingen mit 2:1 das Heimspiel gegen den FC Bayern München gewinnen konnte und Köstner sich als zweifacher Torschütze auszeichnete. Er belegte mit Uerdingen in der Saison 1976/77 in der 2. Bundesliga den 4. Rang und hatte dabei 24 Ligaspiele absolviert und drei Tore erzielt. Nach zwei Jahren beendete er seine Spieleraktivität in Uerdingen und schloss sich zur Saison 1977/78 Arminia Bielefeld an und feierte auf Anhieb die Meisterschaft in der 2. Bundesliga und damit den Aufstieg in die Bundesliga. Köstner war in 31 Rundenspielen aufgelaufen und hatte fünf Tore erzielt. Aber auch mit Bielefeld konnte er nicht den Klassenerhalt in der Bundesligarunde 1978/79 in die Tat umsetzen und spielte deshalb 1979/80 wieder in der 2. Bundesliga. Er feierte erneut Meisterschaft und Bundesligaaufstieg und hatte großen Anteil an den Torerfolgen von Christian Sackewitz (35 Tore) und Norbert Eilenfeldt (30 Tore). Eine langwierige Verletzung führte am Ende der Hinrunde 1980/81 zur Beendigung seiner Spielerlaufbahn. Sein letztes Spiel als Profi bestritt Köstner am 25. Oktober 1980 bei einer 1:2-Auswärtsniederlage gegen den VfB Stuttgart.

Karriere als Trainer

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Seine Trainerkarriere begann beim FC Bayern Hof in der Saison 1981/82.

Er arbeitete in der Saison 1986/87 und 1987/88 beim SSV Reutlingen 05, bevor er Trainer bei Profivereinen wurde. So trainierte vom 1. Juli bis 26. August 1989 sehr kurz den SC Freiburg, einen Monat später KSV Hessen Kassel (13. September 1989 bis Saisonende). Von 1. Juli 1990 bis 30. Juni 1993 arbeitete er als Co-Trainer unter Christoph Daum beim VfB Stuttgart, mit dem er 1992 Deutscher Meister wurde. Danach trainierte er die Stuttgarter Kickers.

Bei der SpVgg Unterhaching war er ab der Saison 1994/95 mit einer Unterbrechung (1. FC Köln vom 1. Oktober 1997 bis 30. Juni 1998) insgesamt sechs Jahre lang Trainer. Köstner hatte den Münchner Vorstadtclub 1999 in die Bundesliga geführt und erreichte in der folgenden Saison den zehnten Tabellenplatz. Er wurde, nachdem Unterhaching aus der 1. Bundesliga wieder abgestiegen war, am 13. September 2001 entlassen.

Ab dem 1. Oktober 2002 trainierte er den damaligen Zweitligisten Karlsruher SC. Trotz eines bis zum Sommer 2006 gültigen Vertrags wurde er dort am 20. Dezember 2004 beurlaubt. Im Sommer 2005 scheiterte eine Verpflichtung durch den damaligen Regionalligisten VfR Aalen trotz Einigung mit dem Verein, da der Karlsruher SC Köstner die Freigabe verweigerte.[3] Am 24. Dezember 2005 wurde er Nachfolger von Hansi Flick als Trainer der TSG 1899 Hoffenheim in der Regionalliga. Nach einer wenig erfolgreichen Saison trat er im Frühjahr 2006 zurück. Sein Nachfolger wurde Ralf Rangnick.

Am 17. November 2006 wurde Köstner neuer Cheftrainer beim Zweitligisten Rot-Weiss Essen. Einen Tag nach einer 0:3-Niederlage beim Revierrivalen MSV Duisburg beschloss der Verein am 21. Mai 2007, Köstners Vertrag nach dem direkten Wiederabstieg Essens nicht zu verlängern.

Zur Rückrunde der Saison 2008/09 wurde Köstner Nachfolger von Bernd Hollerbach als Trainer der zweiten Mannschaft des VfL Wolfsburg. Sein Vertrag lief bis Ende der Saison 2009/10. Am 25. Januar 2010 übernahm Köstner nach der Freistellung von Armin Veh bis zum Saisonende die Aufgaben des Cheftrainers der ersten Mannschaft des VfL Wolfsburg. Mit Beginn der Saison 2010/11 nahm Köstner seine Tätigkeit als Trainer der zweiten Mannschaft des VfL Wolfsburg wieder auf.

Im Oktober 2012 wurde Köstner erneut Trainer der ersten Mannschaft des VfL Wolfsburg, nachdem Felix Magath von seinen Aufgaben freigestellt worden war.[4] Der VfL stand zu diesem Zeitpunkt mit fünf Punkten auf dem letzten Tabellenplatz in der Bundesliga. Köstner übernahm ab Januar 2013 wieder die U-23-Mannschaft des Vereins, nachdem Dieter Hecking als neuer Cheftrainer verpflichtet worden war.[5]

Nachdem Köstner nach dem 1. Juli 2013 zunächst keine Trainerfunktion mehr ausgeübt hatte, verpflichtete ihn Fortuna Düsseldorf im Dezember desselben Jahres als Nachfolger von Mike Büskens und Interimscoach Oliver Reck mit einer Vertragslaufzeit bis zum 30. Juni 2015.[6] Da Köstner von April 2014 an krankgeschrieben war, einigten sich Köstner und der Verein auf eine vorzeitige Vertragsauflösung nach 72 Krankentagen.[7] Seit Ende August 2014 ist Köstner wieder gesund.[8] Entgegen seiner damaligen Absicht[8] arbeitete er seither nicht mehr als Trainer.

als Spieler

  • UEFA-Pokal-Sieger 1975 mit Borussia Mönchengladbach
  • Deutscher Meister 1975 mit Borussia Mönchengladbach

als Co-Trainer

  • Deutscher Meister 1992 mit dem VfB Stuttgart

als Trainer

  • Aufstieg in die Fußball-Bundesliga 1999 mit SpVgg Unterhaching
  • DFB-Hallenpokal-Sieger 2001 mit SpVgg Unterhaching
  • Christian Karn, Reinhard Rehberg: Spielerlexikon 1963 bis 1994. Agon Sportverlag. Kassel 2012. ISBN 978-3-89784-214-4. S. 270.
  • Holger Jenrich, Markus Aretz: Die Elf vom Niederrhein. Borussia Mönchengladbach: 40 Jahre in der Bundesliga. Verlag Die Werkstatt. Göttingen 2005. ISBN 3-89533-503-7.
Commons: Lorenz-Günther Köstner – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Markus Aretz, Stephan Giebeler, Elmar Kreuels: Borussia Mönchengladbach. Die Chronik. Verlag Die Werkstatt. Göttingen 2010. ISBN 978-3-89533-748-2. S. 285
  2. Markus Aretz, Stephan Giebeler, Elmar Kreuels: Borussia Mönchengladbach. Die Chronik. Verlag Die Werkstatt. Göttingen 2010. ISBN 978-3-89533-748-2. S. 293
  3. Schwäbische Post: Köstner und die Krux mit dem KSC. Der VfR Aalen ist schon wieder auf Trainersuche (Memento vom 24. September 2015 im Internet Archive), 2. Juni 2005.
  4. Vereinshomepage des VfL Wolfsburg: Zusammenarbeit beendet (Memento vom 29. Oktober 2013 im Internet Archive), 25. Oktober 2012, abgerufen am 25. Oktober 2012.
  5. Vereinshomepage des VfL Wolfsburg: Dank an Lorenz-Günther Köstner, 20. Dezember 2012, abgerufen am 20. Dezember 2012
  6. Lorenz-Günther Köstner neuer Chefcoach der Fortuna. Mitteilung auf der Homepage von Fortuna Düsseldorf vom 30. Dezember 2013, abgerufen am 30. Dezember 2013.
  7. Köstner bestätigt Abschied aus Düsseldorf. (Memento vom 15. Juni 2014 im Internet Archive) Artikel der Zeitung RP zur Vertragsauflösung, abgerufen am 12. Juni 2014.
  8. a b Fortuna Düsseldorf: Köstner: „Ich hätte auf die Warnzeichen achten sollen“