Holger Stanislawski

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Holger Stanislawski

Holger Stanislawski (2016)

Spielerinformationen
Geburtstag 26. September 1969
Geburtsort HamburgDeutschland
Größe 187 cm
Position Libero
Vereine in der Jugend
Bramfelder SV
Hamburger SV
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
1988–1992
1992–1993
1993–2004
Barsbütteler SV
Concordia Hamburg
FC St. Pauli


260 (18)
Stationen als Trainer
2006–2011
2011–2012
2012–2013
FC St. Pauli
TSG 1899 Hoffenheim
1. FC Köln
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.

Holger „Stani“ Stanislawski (* 26. September 1969 in Hamburg) ist ein ehemaliger deutscher Fußballspieler und -trainer und derzeitiger Unternehmer.

Spielerkarriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Holger Stanislawski begann das Fußballspielen im Alter von acht Jahren beim Bramfelder SV. Mit dem Hamburger SV wurde er A-Jugendmeister in der Regionalliga Nord. 1992 wechselte er vom Barsbütteler SV zum SC Concordia von 1907 und wurde mit dem Team Meister in der Verbandsliga Hamburg.

Ab Juli 1993 spielte Stanislawski in 260 Pflichtspielen (darunter 79 Erstligaeinsätze) für den FC St. Pauli auf der Position des Libero. In der Bundesligasaison 2001/02 war er beim legendären 2:1-Heimsieg gegen den FC Bayern München einer der „Weltpokalsiegerbesieger“. Aufgrund eines am 9. August 2003 erlittenen Bänderrisses im rechten Knie und einer damit verbundenen langwierigen Entzündung musste der Mannschaftskapitän seine Profikarriere beenden. Einen letzten Kurzeinsatz hatte er am 30. Mai 2004 beim Spiel gegen den KFC Uerdingen 05.

Trainerkarriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

FC St. Pauli[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stanislawski beim FC St. Pauli auf der Bank (2008)

Am 20. November 2006 übernahm Stanislawski mit dem Co-Trainer André Trulsen nach der Beurlaubung des Cheftrainers Andreas Bergmann kommissarisch die Trainingsleitung. Zunächst behielt er seine Rolle als sportlicher Leiter des Vereins bei. Stanislawski und Trulsen wurden bald darauf bis zum Ende der Spielzeit 2006/07 als Trainergespann bestätigt und schafften gleich den Aufstieg in die 2. Bundesliga. Daraufhin verlängerte Stanislawski seinen Vertrag als Cheftrainer um zwei Jahre bis zum 30. Juni 2009. Da er nicht über die für den deutschen Profifußball vorgeschriebene Lizenz verfügte, verweigerte die Deutsche Fußball Liga allerdings seine Anerkennung als Vereinstrainer. Daher wurde der vormalige Co-Trainer André Trulsen zum Cheftrainer für die Saison 2007/08 ernannt, Stanislawski übernahm die Rolle des Teamchefs. Im Laufe der Saison belegte Stanislawski die für die B- und A-Lizenz eines DFB-Trainers nötigen Kurse. Zudem hatte er immer noch das Amt des sportlichen Leiters inne, bis Helmut Schulte dieses am 1. März 2008 übernahm.

Zur Saison 2008/09 wurde Stanislawski nun auch offiziell Cheftrainer des FC St. Pauli und Trulsen wieder Co-Trainer. Parallel zum laufenden Ligabetrieb absolvierte Stanislawski in Köln den elf Monate dauernden Kurs zum Fußballlehrer und schloss diesen als Jahrgangsbester ab. In der Saison 2009/10 schaffte „Stani“ mit seinem Team den Aufstieg in die 1. Bundesliga. In der folgenden Saison 2010/11 stieg der Verein unter seiner Leitung allerdings direkt wieder ab. Bereits am 13. April 2011 hatte Stanislawski bekanntgegeben, dass er den FC St. Pauli am Ende der Saison verlassen werde.[1]

TSG 1899 Hoffenheim[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Juli 2011 wurde er Cheftrainer bei der TSG 1899 Hoffenheim.[2] Am 9. Februar 2012 trennten sich Stanislawski und der Verein. Mit ihm verließen auch seine Co-Trainer André Trulsen und Klaus-Peter Nemet Hoffenheim.[3]

1. FC Köln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Saison 2012/13 wurde Stanislawski Trainer des 1. FC Köln, der in die 2. Bundesliga abgestiegen war. Als seine Co-Trainer wurden Trulsen und Nemet ebenfalls verpflichtet.[4] Am 18. Mai 2013, einen Tag vor Saisonende, gab der 1. FC Köln bekannt, dass Stanislawskis Wunsch um sofortige Auflösung seines Vertrages stattgegeben wurde.[5] Als Grund nannte Stanislawski, dass er das selbstgesteckte Ziel im Bezug auf einen Aufstiegs- oder Relegationsplatz mit Platz fünf knapp nicht erreicht habe.[6]

Persönliches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der gelernte Masseur Stanislawski ließ sich nach dem Ende seiner aktiven Spielerlaufbahn zum Sportmanager umschulen und erlangte mit dem Sportfachwirt einen höheren kaufmännischen Abschluss. Danach war er als Manager und Vizepräsident des FC St. Pauli für den sportlichen Bereich verantwortlich. Im Juni 2014 übernahm er gemeinsam mit dem ehemaligen HSV-Spieler Alexander Laas die Geschäftsführung des Rewe-Centers an der Dorotheenstraße im Hamburger Stadtteil Winterhude.[7] Stanislawski schloss jedoch nicht aus, wieder als Trainer in den Profifußball zurückzukehren.[8]

Seit August 2015 ist Stanislawski als Fußball-Experte für die ZDF-Sportreportage tätig.[9] Bei der EM 2016 ist er ebenfalls als Analyst im ZDF tätig.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Trainer Stanislawski verlässt St. Pauli. In: Die Zeit. 13. April 2011, abgerufen am 21. September 2015.
  2. Holger Stanislawski neuer Hoffenheim-Trainer (Deutsch) TSG Hoffenheim. 19. April 2011. Abgerufen am 19. April 2011.
  3. TSG Hoffenheim und Holger Stanislawski gehen getrennte Wege. In: achtzehn99.de.
  4. Holger Stanislawski ist neuer Chef-Trainer
  5. Holger Stanislawski verlässt den 1. FC Köln
  6. sid/JHU: Trainer Stanislawski schmeißt beim 1. FC Köln hin. In: Die Welt. 18. Mai 2013, abgerufen am 21. September 2015.
  7. Stanislawski und Ex-HSV-Profi übernehmen Supermarkt. In: Hamburger Abendblatt. 25. Juni 2014, abgerufen am 21. September 2015.
  8. Tobias Schmidt: Kult-Trainer Stanislawski will Supermarkt-Ruhezone einführen. In: Hamburger Abendblatt. 27. Juni 2014, abgerufen am 21. September 2015.
  9. Bundesliga-Analyse mit Holger Stanislawski. In: ZDF-Sportreportage. 30. August 2015, abgerufen am 21. September 2015.