Oliver Reck

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Oliver Reck

Oliver Reck (2014)

Spielerinformationen
Geburtstag 27. Februar 1965
Geburtsort Frankfurt am MainDeutschland
Größe 193 cm
Position Torwart
Vereine in der Jugend

0000–1982
1982–1983
SG Harheim
FSV Frankfurt
Kickers Offenbach
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
1983–1985
1985–1998
1998–2003
Kickers Offenbach
Werder Bremen
FC Schalke 04
52 (0)
345 (0)
112 (1)
Nationalmannschaft
1984–1989
1996
Deutschland U-21
Deutschland
12 (0)
1 (0)
Stationen als Trainer
2003
2003–2009
2009
2010–2011
2011–2012
2013–2014
2013
2014–2015
2016–
FC Schalke 04 (Co-Trainer)
FC Schalke 04 (Torwarttrainer)
→ FC Schalke 04 (interim)
MSV Duisburg (Torwarttrainer)
MSV Duisburg
Fortuna Düsseldorf (Torwarttrainer)
→ Fortuna Düsseldorf (interim)
Fortuna Düsseldorf
Kickers Offenbach
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.

Oliver Reck (* 27. Februar 1965 in Frankfurt am Main) ist ein ehemaliger deutscher Fußballtorwart und heutiger Fußballtrainer.

Spielerkarriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Bundesliga spielte er für Kickers Offenbach, Werder Bremen und den FC Schalke 04. Von 1983 bis 2003 absolvierte er als Torwart insgesamt 471 Spiele und erzielte einen Treffer per Elfmeter gegen den FC St. Pauli.

Seine Karriere begann Reck zur Spielzeit 1983/84 in der Bundesliga bei den Kickers aus Offenbach. Am 20. Spieltag, 4. Februar 1984, gab er dabei sein Ligadebüt gegen den 1. FC Köln.[1] Beim 2:0-Sieg stand der Torhüter in der Startformation. Ab da an löste er Valentin Herr als Stammtorwart ab. Doch auch Reck konnte den Abstieg nicht abwehren, so dass die Offenbacher in der Folgesaison zweitklassig spielen mussten. Dort schaffte es der Jungspieler zur unumstrittenen Nummer 1 und absolvierte 38 Spiele, zusammen mit Bernd Beck die meisten in diesem Spieljahr.[2] So persönlich gut die eigene Karriere fortschritt, so schlecht lief es in der Liga. Offenbach stieg erneut ab und Reck entschied sich im Sommer 1985 für einen Wechsel zu Werder Bremen. Fortan war er für zwei Jahre die Nummer drei hinter Dieter Burdenski und Klaus Funk. Im Sommer 1987 löste er den 15 Jahre älteren Burdenski schließlich ab, und Reck erhielt das Vertrauen von Werder-Trainer Otto Rehhagel. Am 1. August 1987 gab der Torhüter dann sein Ligadebüt für die Norddeutschen beim Auswärtsspiel gegen Hannover 96.[3] Bis 1998 war Reck schließlich Stammtorhüter der Bremer und absolvierte, abgesehen von der Saison 1995/96, immer 30 oder mehr Spiele für den Verein.[4] In diese Zeit fallen die Siege im DFB-Pokal 1991 und 1994, die Deutsche Meisterschaft 1988 und 1993 sowie der Erfolg im Europapokal der Pokalsieger 1992. Im Europapokalfinale spielte jedoch nicht Reck, sondern sein Ersatzmann Jürgen Rollmann, da Reck im Finale nach einer gelben Karte wegen einer Ohrfeige gegen einen Gegenspieler im Halbfinal-Rückspiel gesperrt war.

Im Sommer 1998 zog es Reck zum Ligakonkurrenten FC Schalke 04. Dort musste er bis zum 16. Spieltag warten, ehe er sein Ligadebüt für die Königsblauen geben konnte. Bis 2002 war er Stammtorhüter in Gelsenkirchen. Mit der Verpflichtung von Frank Rost wurde 2002/03 sein Nachfolger auf Schalke geholt. Reck bestritt nochmals zwei Ligaspiele. Sein letztes am 17. November 2002 gegen den VfL Bochum.[5] Wie schon in Bremen, konnte Reck auch mit Schalke 2001 und 2002 den deutschen Pokalsieg feiern.

Trotz seiner zahlreichen Titel mit Werder Bremen wurde und wird Reck von vielen Fußballfans vor allem mit seinem Spitznamen „Pannen-Olli“ assoziiert. Der Spitzname entstand aufgrund einiger spektakulärer Torwartfehler, die Reck im Laufe seiner Karriere unterliefen.[6] Besonders zu Beginn seiner Laufbahn bei Werder Bremen leistete er sich einige Fehler und Unsicherheiten. Dennoch hielt sein damaliger Trainer Otto Rehhagel bedingungslos zu ihm. Rehhagel und andere kritisierten mehrfach die Boulevard-Presse, die maßgeblich zur Etablierung des Spitznamens beitrug.

Reck hielt lange den Rekord für die wenigsten Gegentore (22) in einer Bundesliga-Saison, den er 1988 aufstellte. Nur Oliver Kahn in der Saison 2007/08 (21) und Manuel Neuer in der Saison 2012/13 (18) kassierten weniger Gegentreffer. Reck bestritt in seiner Karriere insgesamt 173 Bundesligaspiele zu Null.

Nationalmannschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1988 nahm er mit der deutschen Olympiamannschaft an den Olympischen Spielen in Seoul teil, kam da aber nicht zum Einsatz. Die Mannschaft gewann die Bronzemedaille.

In der Nationalmannschaft spielte er 1996 ein Mal (beim 9:1-Erfolg gegen Liechtenstein)[7] und wurde im gleichen Jahr mit der deutschen Nationalmannschaft Fußballeuropameister in England.

Trainerkarriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Entlassung von Frank Neubarth im März 2003 wurde Reck Co-Trainer von Marc Wilmots bei Schalke 04. Ab der Saison 2003/04 war er dann hauptsächlich Torwarttrainer, aber auch Co-Trainer unter dem Interimstrainer Eddy Achterberg. Im Sommer 2005 absolvierte er den Trainer-Lehrgang für die A-Lizenz des Deutschen Fußball-Bundes. Von Juli bis November 2005 folgte dann die Ausbildung zum Fußballlehrer. Am 12. Dezember 2005 wurde er nach der Beurlaubung von Cheftrainer Ralf Rangnick Interimstrainer auf Schalke. Diesen Posten behielt er bis zum 4. Januar 2006, dem Tag der Ernennung von Mirko Slomka zum neuen Chefcoach. In die Zeit seiner Interimstrainerschaft fiel nur ein Spiel, ein 0:2 beim VfB Stuttgart am 17. Dezember. Mit der Ernennung von Slomka zum neuen Cheftrainer übernahm Reck abermals den Job des Torwarttrainers.

Nach der Beurlaubung von Fred Rutten am 26. März 2009 leitete er gemeinsam mit Mike Büskens und Youri Mulder erneut übergangsweise bis zum Ende der Saison 2008/09 das Training der ersten Schalker Mannschaft. Mit der Verpflichtung von Felix Magath als Cheftrainer ab der folgenden Spielzeit wurde das Trio vollständig abgelöst. Recks Posten als Torwarttrainer übernahm Bernd Dreher.[8] Zur Saison 2010/11 übernahm Reck den Posten des Torwarttrainers beim Zweitligisten MSV Duisburg. Nach der Beurlaubung von Trainer Milan Šašić am 28. Oktober 2011 wurde er vorerst zum Interimstrainer berufen,[9] bevor er am 8. November 2011 dauerhaft zum Cheftrainer ernannt wurde.[10] Nach drei Auftaktniederlagen zu Beginn der Saison 2012/13 wurde Reck am 25. August 2012 vom MSV entlassen.[11]

Zur Saison 2013/14 unterschrieb Reck einen Zweijahresvertrag als Torwarttrainer bei Fortuna Düsseldorf.[12] Nach der Trennung des Vereins von Cheftrainer Mike Büskens wurde Reck zum „Interimstrainer“ ernannt.[13] Am 30. Dezember 2013 löste ihn der neue Cheftrainer Lorenz-Günther Köstner ab und Reck übernahm wieder den Posten des Torwarttrainers.[14] Vom 29. Spieltag bis zum Saisonende vertrat er den erkrankten Köstner und holte in der Saison als Verantwortlicher, die Spiele als Interimscoach mit einberechnet, 18 von 21 möglichen Punkten. Zur Saison 2014/15 wurde der Vertrag mit Köstner aufgelöst und Reck als Cheftrainer bestätigt.[15] Am 23. Februar 2015 wurde Reck vom Vorstand von Fortuna Düsseldorf beurlaubt.[16]

Seit dem 27. Januar 2016 ist Reck Trainer von Kickers Offenbach, wo er die Nachfolge von Rico Schmitt antritt.[17]

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Deutscher Fussballmeister: 1988, 1993
  • DFB-Pokal Sieger: 1991, 1994, 2001, 2002
  • Europapokalsieger der Pokalsieger: 1992
  • Europameister: 1996
  • Olympische Spiele: 1988 (Bronze)

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Oliver Reck gehört dem Kuratorium der Stiftung Jugendfußball an.[18]
  • Sein einziges Profitor erzielte Reck am 9. Februar 2002. Er traf im Bundesligaspiel gegen den FC St. Pauli per Elfmeter zum 4:0-Endstand.
  • Gleich zweimal war Frank Rost sein Nachfolger als Stammtorwart, einmal in Bremen und einmal auf Schalke.
  • Im Januar 2013 erlitt Oliver Reck im Skiurlaub in Österreich einen Herzinfarkt.[19]
  • Oliver Reck war Stiefvater des Profifußballers Pierre-Michel Lasogga. Er war mit Lasoggas Mutter Kerstin liiert. Sein leiblicher Sohn Daniel (* 1988), spielt gegenwärtig für die FT Braunschweig, mit der er 2014 am DFB-Pokal teilnahm.[20]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Oliver Reck – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Spielstatistik Kickers Offenbach - 1. FC Köln 2:0 (0:0) vom 4. Februar 1984 auf fussballdaten.de
  2. Kickers Offenbach: Der Kader 1984/1985 auf fussballdaten.de
  3. Spielstatistik Hannover 96 - SV Werder Bremen 0:1 (0:1) vom 1. August 1987 auf fussballdaten.de
  4. Matthias Arnhold: Oliver Reck - Matches and Goals in Bundesliga. Rec.Sport.Soccer Statistics Foundation. 12. November 2015. Abgerufen am 16. November 2015.
  5. Spielstatistik VfL Bochum - FC Schalke 04 0:2 (0:0) vom 17. November 2002 auf fussballdaten.de
  6. Faustabwehr von Pannen-Olli, Welt vom 3. Mai 2001
  7. Matthias Arnhold: Oliver Reck - International Appearances. Rec.Sport.Soccer Statistics Foundation. 12. November 2015. Abgerufen am 16. November 2015.
  8. Dreher beerbt Reck als Torwart-Trainer in Schalke vom 27. Juni 2009 auf focus.de
  9. msv-duisburg.de: MSV und Sasic trennen sich - Reck übernimmt, Grlic neuer Sportdirektor. Abgerufen am 28. Oktober 2011.
  10. msv-duisburg.de: Reck bleibt - Grlic: „Bringen den MSV wieder in die richtige Spur“. Abgerufen am 8. November 2011.
  11. MSV Duisburg entbindet Oliver Reck und Uwe Schubert von Aufgaben vom 25. August 2012.
  12. Oliver Reck wird Torwarttrainer vom 14. Juni 2013.
  13. Fortuna Düsseldorf: Oliver Reck bis auf Weiteres zum Interimstrainer ernannt; abgerufen am 12. Dezember 2013
  14. Lorenz-Günther Köstner neuer Chefcoach der Fortuna. Mitteilung auf der Homepage von Fortuna Düsseldorf vom 30. Dezember 2013, abgerufen am 30. Dezember 2013.
  15. Oliver Reck neuer Cheftrainer Mitteilung auf der Homepage von Fortuna Düsseldorf vom 13. Juni 2014, abgerufen am 13. Juni 2014.
  16. Fortuna beurlaubt Cheftrainer Oliver Reck: U23-Trainer Taskin Aksoy übernimmt bis auf Weiteres, f95.de
  17. [1]
  18. Stiftung Jugendfußball Mitglieder, Organe und Gremien
  19. Herzinfarkt Sorge um Lasoggas Stiefvater Olli Reck, bz.de vom 27. Januar 2013, abgerufen am 7. März 2014
  20. Daniel Reck als Geißbock-Schreck?