Lorenz Wolf

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Lorenz Wolf (* 12. September 1955 in Edersberg, Landkreis Pfaffenhofen a.d.Ilm) ist ein deutscher römisch-katholischer Geistlicher.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wolf stammte aus der Pfarrgemeinde Edersberg. Nach dem Abitur studierte er Rechtswissenschaft und Katholische Theologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. 1982 empfing er in Freising die Priesterweihe. Anschließend war er Kaplan in Garmisch-Partenkirchen und Subregens des Herzoglichen Georgianum, dem Priesterseminar in München. Seine Studien setzte er auf dem Gebiet des Kirchenrechts am Kanonistischen Institut der LMU München fort und schloss als Lizentiat des Kanonischen Rechts ab. 1989 wurde er zum Vizeoffizial im Erzbischöflichen Konsistorium und Metropolitangericht München ernannt. Von seinem Amt freigestellt promovierte er von 1995 bis 1997 an der Päpstlichen Lateranuniversität in Rom mit einer Arbeit über päpstlichen Gesetzgebung zum Schutz der Kulturgüter bis zum Untergang des Kirchenstaates im Jahr 1870 zum Dr. iur. can. Zurück in München übernahm er zum 1. August 1997 als Ordinariatsrat die Leitung des Referats Kirchenrecht der Erzdiözese München und Freising. Zugleich wurde er Offizial der Erzdiözese. Im Jahr darauf wählte ihn das Metropolitankapitel der Frauenkirche zum Domkapitular, im Jahr 2004 zum Domdekan.

Seit 1999 ist er Vorsitzender der Konferenz der Offiziale aus den deutschsprachigen Diözesen, seit 2012 auch Vorsitzender der Konferenz der Verwaltungskanonisten der Bistümer, in der alle kirchenrechtlichen Fragen behandelt werden.

Auf Bitten der bayerischen Bischöfe wurde er 2009 durch Erzbischof Reinhard Marx zum Leiter des Katholischen Büros Bayern ernannt. In dieser Funktion "[...] nimmt im Auftrag der Bischöfe die Kontakte zur Staatsregierung, zum Landtag, zu Verbänden und Einrichtungen von Staat, Wirtschaft und Gesellschaft wahr."[1]

Seit 2010 ist er Mitglied im Rundfunkrat des Bayerischen Rundfunks. Er war dort erst Vorsitzender des Hörfunkausschusses und ist seit Januar 2014 Vorsitzender des Rundfunkrats.[2]

Mitarbeit in Gremien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werke (in Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Publikationen in Buchform[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Irrtum über eine Eigenschaft der Person als Ehenichtigkeitsgrund. Ein Beitrag zur Interpretation von c. 1097 § 2. (= Dissertationen, Kanonistische Reihe, Band 4). St. Ottilien 1990, ISBN 3-88096-574-9.
  • Kirche und Denkmalschutz. Die päpstliche Gesetzgebung zum Schutz der Kulturgüter bis zum Untergang des Kirchenstaates im Jahr 1870. (= Kirchenrechtliche Bibliothek, Band 7). (zugl. Hochschulschrift, Rom, Lateranuniv., Diss., 1997). Münster 2003, ISBN 3-8258-6313-1.

Interviews[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Entschädigungszahlungen können nur ein Zeichen sein. Interview mit dem Münchner Kirchenradio am 3. März 2011 (online auf: muenchner-kirchenradio.de)
  • Entflechten ja, Auflösen nein. In Bayern verhandeln Kirche und Staat seit Jahren das Konkordat. Interview mit dem domradio.de (Köln) am 4. August 2010 (online auf: domradio.de)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Prälat Lorenz Wolf neuer Leiter des Katholischen Büros Bayern, Pressemitteilung des Erzbistums München und Freising, 5. November 2009.
  2. Domkapitular Lorenz Wolf: Priester neuer Chef des BR-Rundfunkrates. In: Münchner Merkur. 3. Februar 2014.
  3. Bundesverdienstkreuz für Prälat Dr. Lorenz Wolf. In: Münchner Merkur. 1. August 2012.
  4. Domdekan Prälat Dr. Lorenz Wolf für seine Verdienste um das Gemeinwohl mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Pressemitteilung des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus, 1. August 2012.

Kategorie:Kirchenrechtler (kanonisches Recht)