Lubniewice

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Lubniewice
POL Lubniewice COA.svg
Lubniewice (Polen)
Lubniewice
Lubniewice
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Lebus
Powiat: Sulęcin
Fläche: 12,11 km²
Geographische Lage: 52° 30′ N, 15° 14′ OKoordinaten: 52° 30′ 0″ N, 15° 14′ 0″ O
Einwohner: 2069
(30. Jun. 2015)[1]
Postleitzahl: 69-210
Telefonvorwahl: (+48) 95
Kfz-Kennzeichen: FSU
Wirtschaft und Verkehr
Straße: Gorzów WielkopolskiSulęcin
Nächster int. Flughafen: Posen-Ławica
Gmina
Gminatyp: Stadt- und Landgemeinde
Gminagliederung: 4 Schulzenämter
Fläche: 129,76 km²
Einwohner: 3167
(30. Jun. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 24 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 0807023
Verwaltung (Stand: 2015)
Bürgermeister: Tomasz Jaskula
Adresse: ul. Bohaterów Stalingradu 16
69-210 Lubniewice
Webpräsenz: www.lubniewice.pl



Lubniewice (deutsch: Königswalde) ist eine Kleinstadt im Kreis (Powiat) Sulęcin der polnischen Woiwodschaft Lebus.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt in der Neumark inmitten der Lebuser Seenplatte zwischen dem Lübbens- und Kranichsee, abseits der Fernstraßen. Der größere See ist der Lübbens-See (Jezioro Lubiąż) mit einer Fläche von 240 Hektar. Ein Bach teilt den Ort in die östliche Altstadt und die westlich gelegene Neustadt. In der Nähe befinden sich das 1400 Hektar große Moorreservat „Janie“ und das Naturlandschaftsgebiet „Uroczysko (reizendes) Lubniewsko“.

Die Autobahn Frankfurt/O. - Posen verläuft 30 Straßenkilometer weiter südlich. Die Fernstraße 22 befindet sich in zehn Kilometern Entfernung; sie führt zur Stadt Gorzów Wielkopolski (Landsberg an der Warthe) sowie zur Stadt Küstrin (54 km).

Königswalde um 1900
Panorama am Kranichsee 2006

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Königswalde südlich der Stadt Landsberg an der Warthe auf einer Landkarte von 1905
Rathaus der Stadt
Stadtkirche
Parkanlage am See
Altes Wohnhaus

Die Ortsgründung hängt vermutlich mit einer spätestens im 13. Jahrhundert vorhandenen Burg zusammen. Erstmals urkundlich erwähnt wird Königswalde 1322; der Ortsname lässt vermuten, dass Königswalde ursprünglich von Deutschen gegründet worden war. Im Jahr 1352 wurde Henslyn oder Hans von Waldau, Reichserbmarschall Ludwig des Römers, mit der Stadt und dem Schloss Königswalde belehnt; später kamen noch zahlreiche weitere Güter in der Neumark hinzu.[2] Die Stadt nebst Zubehör befand sich anschließend mit kurzer Unterbrechung fünfhundert Jahre lang im Besitz der Familie Waldau.[3]

Im 16. Jahrhundert erhielt Königswalde das Recht, Jahrmärkte abzuhalten, durfte aber keine Befestigungsanlagen errichten. 1612 wurde der Ort durch ein Feuer weitgehend zerstört. 1647 ist in überlieferten Dokumenten vom „Königswalder Rat“ die Rede. Bis zum Ende des 17. Jahrhunderts war Königswalde hauptsächlich von Deutschen bewohnt. Durch den Zuzug protestantischer Flüchtlinge aus Polen und Schlesien entstand 1708 vor den Toren von Königswalde die Neustadt. 1788 hatte Königswalde eine eigene Schule, und 1808 wurde Königswalde das Stadtrecht verliehen. Bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts lebte die Stadt hauptsächlich vom Tuchmacherhandwerk. Mit der preußischen Verwaltungsreform von 1815 wurde Königswalde in den Kreis Sternberg, durch dessen spätere Teilung in den Kreis Oststernberg im Regierungsbezirk Frankfurt eingegliedert. Die sich im 19. Jahrhundert in Deutschland entwickelnde Industrie ließ auch in Königswalde neue Betriebe wie ein Alaunwerk und eine Seidenweberei entstehen.

Zum Ende des 19. Jahrhunderts ließen sich auffallend viele Polen in Königswalde nieder und gründeten eine aktive katholische Gemeinde. Laut Meyers Lexikon hatte Königswalde jedoch 1885 1.689 noch „meist evangelische Einwohner“. 1912 erhielt die Stadt Anschluss an die Bahnlinie Landsberg - Zielenzig. Bis zum Jahre 1939 war die Einwohnerzahl auf 1431 gesunken, zu Königswalde gehörten die Ortsteile Bergkolonie, Bergvorwerk, Hohentannen, Zschenze.

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Königswalde 1945 unter polnische Verwaltung gestellt. Die Stadt wurde danach in Lubniewice umbenannt. Die gesamte deutsche Bevölkerung wurde anschließend von der örtlichen polnischen Verwaltungsbehorde vertrieben und durch Polen ersetzt.

Einwohnerzahl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1800: 1.000[3]
  • 1850: 1.500[3]
  • 1885: 1.689[4]
1719 1801 1840 1910 1939 2004
407 1040 1239 1314 1431 1924

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dank seiner günstigen landschaftlichen Lage ist der Ort touristisch gut erschlossen. Es gibt Hotels, Ferienhäuser und Ferienwohnungen sowie einen Campingplatz. Auf den Seen kann Segelsport und Surfen betrieben werden, in der Umgebung sind Reittouristik und Wandern auf 100 Kilometer markierten Wegen möglich.

Bedeutende Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinde (Gmina Lubniewice)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Stadt- und Landgemeinde Lubniewice gehören neben der Stadt selbst die Ortschaften (deutsche Namen bis 1945): Glisno (Gleißen), Jarnatów (Arensdorf), Osieczyce (Posersfelde), Rogi (Sophienwalde), Sobieraj (Theuer) und Wałdowice (Waldowstrenk).

Verweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • W. Riehl und J. Scheu (Hrsg.): Berlin und die Mark Brandenburg mit dem Markgrafenthum Nieder-Lausitz in ihrer Geschichte und in ihrem gegenwärtigen Bestande. Berlin 1861, S. 482–483.
  • Siegmund Wilhelm Wohlbrück: Geschichte des ehemaligen Bisthums Lebus und des Landes dieses Nahmens. Band 3, Berlin 1832, S. 458–460.
  • Eduard Ludwig Wedekind: Sternbergische Kreis-Chronik. Geschichte der Städte, Flecken, Dörfer, Kolonien, Schlösser etc. dieses Landestheiles von der frühesten Vergangenheit bis auf die Gegenwart. Zielenzig 1855, S. 209.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Lubniewice – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2015. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (ZIP-Ordner mit XLS-Dateien; 7,82 MiB), abgerufen am 28. Mai 2016.
  2. Ernst Daniel Martin Kirchner: Das Schloss Boytzenburg und seine Besitzer, insonderheit aus dem von Arnimschen Geschlechte. Aus den Quellen bearbeitet. Berlin 1860, S. 95.
  3. a b c * Eduard Ludwig Wedekind: Sternbergische Kreis-Chronik. Geschichte der Städte, Flecken, Dörfer, Kolonien, Schlösser etc. dieses Landestheiles von der frühesten Vergangenheit bis auf die Gegenwart. Zielenzig 1855, S. 209.
  4. Meyers Lexikon