Landkreis Oststernberg

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Das Kreisgebiet 1905

Der preußische Landkreis Oststernberg in der Provinz Brandenburg bestand von 1873 bis 1945. Sein Vorgängerkreis Sternberg bestand seit 1818.

Der Landkreis Oststernberg umfasste am 1. Januar 1945:

Verwaltungsgeschichte[Bearbeiten]

Königreich Preußen[Bearbeiten]

Nach der Neuorganisation der Kreisgliederung im preußischen Staat nach dem Wiener Kongress entstand 1818 der Kreis Sternberg im Regierungsbezirk Frankfurt in der preußischen Provinz Brandenburg, seit 1939 „Mark Brandenburg“.

Das Landratsamt war bis 1852 in Zielenzig, danach in Drossen.

Norddeutscher Bund/Deutsches Reich[Bearbeiten]

Seit dem 1. Juli 1867 gehörte der Kreis zum Norddeutschen Bund und ab 1. Januar 1871 zum Deutschen Reich.

Im Jahre 1873 wurde der Kreis in die Kreise Oststernberg und Weststernberg aufgeteilt. Das Landratsamt für Oststernberg war in Zielenzig.

Zum 30. September 1929 fand im Kreis Oststernberg entsprechend der Entwicklung im übrigen Freistaat Preußen eine Gebietsreform statt, bei der alle bisher selbstständigen Gutsbezirke bis auf zwei aufgelöst und benachbarten Landgemeinden zugeteilt wurden.

Zum 1. Januar 1939 führte der Kreis Oststernberg entsprechend der jetzt reichseinheitlichen Regelung die Bezeichnung Landkreis.

Im Frühjahr 1945 wurde das Kreisgebiet durch die Rote Armee besetzt. Im August 1945 wurden die Bewohner durch die Rote Armee vertrieben. Das Gebiet kam danach unter polnische Verwaltung. Die Mehrzahl der heutigen Bewohner wurde aus den vormals polnischen Gebieten in der Ukraine vertrieben.

Landräte[Bearbeiten]

  • 1873–1880: Wilhelm Noack
  • 1880–1889: Julius Karney
  • 1889–1899: Friedrich von Bockelberg-Vollard
  • 1899–1907: Friedrich von Mickwitz
  • 1907–1919: Friedrich von Bockelberg-Vollard (1851–1919)[1]
  • 1919–1931: Karl Lindenberg (* 1883)
  • 1931–1933: Walther Kühn, DVP (1892–1962)
  • 1933–1937: Werner Schmuck, NSDAP (1899–1940) (vertretungsweise)
  • 1937–1942: Karl Adolf Pott (1906–1943)
  • 1942–1945: Karl Kiejak

Kommunalverfassung[Bearbeiten]

Die Landkreis Sternberg, später Oststernberg, gliederte sich zunächst in Stadtgemeinden, in Landgemeinden und – bis zu deren nahezu vollständiger Auflösung – in selbstständige Gutsbezirke.

Mit Einführung des preußischen Gemeindeverfassungsgesetzes vom 15. Dezember 1933 sowie der Deutschen Gemeindeordnung vom 30. Januar 1935 wurde zum 1. April 1935 das Führerprinzip auf Gemeindeebene durchgesetzt. Die bisherigen Stadtgemeinden Königswalde, Sonnenburg, Sternberg (Nm.) und Zielenzig führten ab 1. Januar 1934 die Bezeichnung Stadt.

Eine neue Kreisverfassung wurde nicht mehr geschaffen; es galt weiterhin die Kreisordnung für die Provinzen Ost- und Westpreußen, Brandenburg, Pommern, Schlesien und Sachsen vom 19. März 1881.

Verkehr[Bearbeiten]

Den Kreis Oststernberg durchzog seit 1870 die Strecke Posen–Frankfurt (Oder) der Märkisch-Posener Eisenbahn-Gesellschaft, deren einzige Station hier die Stadt Sternberg war >122.c<.

Erst 20 Jahre später erschloß die Preußische Staatsbahn das übrige Kreisgebiet. Von Reppen führte 1890 eine Bahn nach der Kreisstadt Zielenzig und 1892 weiter nach Meseritz in der Provinz Posen >116.k<. In Zielenzig zweigte 1912 die Verbindung nach Landsberg an der Warthe ab >116.h<. Außerdem berührte ab 1909 die Strecke Topper–Meseritz einige Gemeinden im Südosten des Kreises >116.m<.

Im Norden des Kreises führte die Kleinbahn Küstrin–Hammer, an der auch der Kreis finanziell beteiligt war, am Warthebruch entlang. Sie hatte 1896 die Stadt Sonnenburg erreicht und war 1906 bis Kriescht und schließlich 1915 bis zum Bahnhof Hammer an der Linie Zielenzig–Landsberg verlängert worden >115.h<.

Anmerkung: Die Zeichen in >< beziehen sich auf das Deutsche Kursbuch 1939.

Ortsnamen[Bearbeiten]

Die durchweg deutschen Ortsnamen wurden im Wesentlichen bis 1945 beibehalten.

Verweise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Karl Kletke: Regestae Historiae Neomarchicae. Die Urkunden zur Geschichte der Neumark und des Landes Sternberg.
    • Teil 1. In: Märkische Forschungen. Band 10, Berlin 1867 (E-Kopie).
    • Teil 2. In: Märkische Forschungen. Band 12, Berlin 1868 (E-Kopie).
  • W. Riehl, J. Scheu (Hrsg.): Berlin und die Mark Brandenburg mit dem Markgrafenthum Nieder-Lausitz in ihrer Geschichte und in ihrem gegenwärtigen Bestande. Berlin 1861, S. 477–507.
  • Eduard Ludwig Wedekind: Sternbergische Kreis-Chronik. Geschichte der Städte, Flecken, Dörfer, Kolonien, Schlösser etc. dieses Landestheiles von der frühesten Vergangenheit bis auf die Gegenwart. Zielenzig 1855 (E-Kopie).
  • Heinz W. Linke: Chroniken der Ordensdörfer Burschen, Seeren, Langenpfuhl und Tempel, Kreis Oststernberg, Regierungsbezirk Frankfurt/Oder. Heimatbuch des Kreises Oststernberg. Verlag BoD, Norderstedt 2009, ISBN 978-3-8370-5301-2. (eingeschränkte Vorschau)

Weblinks[Bearbeiten]

  • verwaltungsgeschichte.de
  • Landkreis Oststernberg Verwaltungsgeschichte und Landratsliste auf der Website territorial.de (Rolf Jehke), Stand 16. Juli 2013.
  • Der Landkreis Oststernberg. Landkreis im ehemaligen Regierungsbezirk Frankfurt in der preußischen Provinz Brandenburg seit 1818 (gemeint der Vorgängerkreis Sternberg). Der Landkreis Oststernberg hatte eine Fläche von 1120,22 km². Zu den wichtigsten Städten im Landkreis zählten Königswalde, Sonnenburg, Sternberg (Neumark) und Zielenzig. Der Landkreis bestand von 1873 bis 1945. Sitz der Verwaltung war die Stadt Zielenzig. Der Landkreis hatte 1939 ungefähr 41.000 Einwohner.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Acta Borussica Band 8/II (1890–1900), S. 496. (PDF-Datei; 2,19 MB)