Mit Jules Pascin reiste er nach Belgien und Holland. Weitere Studienreisen führten ihn nach Nord- und Südfrankreich und nach Wien, Budapest und Stockholm. 1910 blieb er eine Weile in Berlin, um dann – zum Teil mit seinem Freund Hans Purrmann – weiterzureisen: ins Engadin, nach München, zum Tegernsee, nach Italien.
Nach der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten wurde er 1934 als Professor abgesetzt, und er zog sich nach Freiburg zurück. Er konnte jedoch vorerst weiter ausstellen. Bis 1936 ist seine Teilnahme an 10 Gruppenausstellungen sicher belegt[4], aber seine Werke wurden dann von den Nationalsozialisten als „entartet“ diffamiert. 1937 wurden in der deutschlandweiten konzertierten Aktion „Entartete Kunst“ mehr als 500 seiner Arbeiten aus einer Vielzahl von Museen und öffentlichen Sammlungen beschlagnahmt. Ein Teil davon wurde vernichtet.[5] Drei seiner Werke wurden in der NS-Propagandaausstellung Entartete Kunst gezeigt.[2]
Lovis Corinth: Porträt des Malers Rudolf Großmann (Öl, 99 × 59 cm, 1924; WV Berend-Corinth 965; 1937 als „entartet“ aus dem Nassauischen Landesmuseum Wiesbaden beschlagnahmt; nach 1945 im Bestand der Stiftung Insel Hombroich, Neuss)[6]
Hans Grundig: Bildnis Großmann (Zeichnung, 50 × 37,7 cm, 1924)[7]
↑Rudolf Großmann. In: Biographical information. RKD Netherlands Institute for Art History, abgerufen am 3. Juni 2015.
↑ abErnst Klee: Das Kulturlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. S. Fischer, Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-10-039326-5, S. 201.
↑„Rudolf Großmann, der bekannte Berliner Maler und Zeichner, hat von der dortigen Staatlichen Kunstschule einen Lehrauftrag erhalten.“ Münchener Zeitung, Nr. 100, vom 12. April 1929, S. 4.
↑Martin Papenbrock, Gabriele Saure (Hrsg.): Kunst des frühen 20. Jahrhunderts in deutschen Ausstellungen. Teil 1. Ausstellungen deutsche Gegenwartskunst in der NS-Zeit. VDG, Weimar, 2000; S. 439 und passim