Ludwig Hirsch

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Ludwig Hirsch (Begriffsklärung) aufgeführt.
Ludwig Hirsch (Wien, 2008)
Ludwig Hirsch (Wien, 2008)
Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Alben[1][2]
Dunkelgraue Lieder
  AT 5 15.03.1979 (50 Wo.)
Komm, großer schwarzer Vogel
  AT 5 15.10.1979 (28 Wo.)
Zartbitter
  DE 37 29.12.1980 (11 Wo.)
  AT 2 15.11.1980 (22 Wo.)
Bis zum Himmel hoch
  DE 38 05.04.1982 (7 Wo.)
  AT 3 01.03.1982 (18 Wo.)
Bis ins Herz
  DE 35 16.05.1983 (9 Wo.)
  AT 2 01.04.1983 (22 Wo.)
Traurige Indianer – Unfreundliche Kellner
  AT 5 15.10.1984 (14 Wo.)
Landluft
  AT 9 01.04.1986 (8 Wo.)
Liebestoll
  AT 15 15.05.1988 (4 Wo.)
In meiner Sprache
  AT 7 Gold 31.03.1991 (14 Wo.)
Sternderl schaun
  AT 8 Gold 08.12.1991 (13 Wo.)
Gottlieb – Live
  AT 9 15.11.1992 (13 Wo.)
Tierisch
  AT 14 29.10.1995 (9 Wo.)
Dunkelgrau – Live!
  AT 18 17.10.1999 (5 Wo.)
Perlen
  AT 5 Gold 01.12.2002 (28 Wo.)
Ausgewählte Lieder
  AT 34 12.12.2004 (8 Wo.)
In Ewigkeit Damen
  AT 4 26.05.2006 (12 Wo.)
Das Beste von Ludwig Hirsch
  AT 7 Gold 02.12.2011 (19 Wo.)
Die größten Hits aus 20 Jahren
  AT 10 09.12.2011 (8 Wo.)
Zum letzten Mal - live
  AT 6 Gold 23.11.2012 (13 Wo.)
Austropop-Legenden
  AT 42 04.09.2015 (1 Wo.)
Himmelblau & Dunkelgrau
  AT 5 11.03.2016 (… Wo.)
Singles[1]
Gel’, du magst mi
  AT 1 01.05.1983 (14 Wo.)
Marmor, Stein und Eisen bricht
  AT 6 15.04.1984 (10 Wo.)
Tante Marie
  AT 30 01.01.1985 (2 Wo.)
Die Omama
  AT 61 09.12.2011 (1 Wo.)
Komm großer schwarzer Vogel
  AT 35 09.12.2011 (1 Wo.)

Ludwig Gustav[3] Hirsch (* 28. Februar 1946 in Weinberg/Buch-St. Magdalena, Steiermark; † 24. November 2011 in Wien[4]) war ein österreichischer Liedermacher und Schauspieler.

Leben, Ausbildung, Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ludwig Hirsch wurde als Sohn eines Arztes in der Oststeiermark geboren, wuchs in Wien-Leopoldstadt auf und studierte nach seiner Schulzeit Grafik an der Hochschule für angewandte Kunst, besuchte jedoch dann die Schauspielschule Krauss in Wien. Er debütierte 1973 am Stadttheater Regensburg. Danach stand er in Wuppertal und am Thalia Theater in Hamburg auf der Bühne.[5] Von 1975 bis 1979 war Ludwig Hirsch Ensemblemitglied des Theaters in der Josefstadt in Wien.

1978 begann er mit seiner Karriere als Liedermacher mit kritischen, makaber-morbiden Texten. Der Sender Ö3 verbot sein Lied Komm, großer schwarzer Vogel wegen der morbiden und unheimlichen Atmosphäre nach 22 Uhr zu spielen – aus Angst, dass Hörer Selbstmord begehen könnten.[6] Hirsch war ein bedeutender Vertreter des Austropop. In einigen seiner Werke zeigte er sich aber auch als moderner Interpret des „klassischen“ Wiener Liedguts (etwa des 1834 entstandenen „Hobellieds“).

Ludwig Hirschs Grab auf dem Gersthofer Friedhof in Wien
Grabstein von Ludwig Hirsch

In den Jahren 1991 und 1992 spielte Hirsch mit Band vor insgesamt mehr als 200.000 Zuschauern viele seiner bekanntesten Lieder, eingebettet in eine Rahmenhandlung. Oft ging Ludwig Hirsch allerdings auch nur mit seinem Gitarristen Johann M. Bertl auf Tournee.

Sein Studioalbum Perlen erreichte in Österreich Goldstatus. Für dieses Album erhielt er den Amadeus Austrian Music Award. Ein neues Album erschien im Mai 2006 mit dem Namen In Ewigkeit Damen. Darauf sang er den Titel Rebekka und ich gemeinsam mit Rebekka Bakken. Er moderierte außerdem die Radiosendung Siesta beim österreichischen Rundfunksender Ö3.

Ludwig Hirsch war seit 1977 mit der Schauspielerin Cornelia Köndgen verheiratet. Beide hatten einen gemeinsamen Sohn.

Bei Hirsch war eine Raucherlunge diagnostiziert worden, trotzdem wollte er nicht mit dem Rauchen aufhören. Da er keine Aussicht hatte, wieder gesund zu werden, setzte er seinem Leben selbst ein Ende.[7] Am 24. November 2011 starb Ludwig Hirsch auf dem Gelände des Wiener Wilhelminenspitals.[8][4]

Hirsch erhielt ein ehrenhalber gewidmetes Grab der Stadt Wien auf dem Gersthofer Friedhof (Gruppe 2, Reihe 6, Nr. 59). Im Jahr 2016 wurde in Wien Leopoldstadt (2. Bezirk) der Ludwig-Hirsch-Platz nach ihm benannt.

Stil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bekannt wurde Ludwig Hirsch insbesondere durch seine in der Tradition Georg Kreislers verfassten bissig-sarkastischen Texte, die er auf eine charakteristische Weise oft mit einer romantisch-melancholisch anmutenden Melodik kombinierte. Mit diesem Stil des Antagonismus zwischen Text und Musik verschaffte er der inhaltlichen Aussage vieler seiner Lieder eine verschärfende Brisanz.

Ehrungen und Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Namensfeier des Ludwig-Hirsch-Platzes in Wien am 8. September 2017

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1978: Dunkelgraue Lieder
  • 1979: Komm, großer schwarzer Vogel
  • 1979: Liederbuchedition
  • 1980: Zartbitter
  • 1982: Bis zum Himmel hoch
  • 1983: Bis ins Herz
  • 1983: Gel’, du magst mi (Best-of)
  • 1984: 6 (Traurige Indianer – Unfreundliche Kellner)
  • 1986: Landluft
  • 1988: Liebestoll
  • 1989: Glanzlichter (Kompilation)
  • 1991: In meiner Sprache
  • 1991: Sternderl schaun (Kompilation)
  • 1992: Gottlieb (Live)
  • 1993: Liederbuch (Kompilation)
  • 1994: Liebeslieder (Kompilation)
  • 1995: Tierisch
  • 1996: Liedermacher Edition (Kompilation)
  • 1998: Master Series (Kompilation)
  • 1999: Dunkelgrau (Live)
  • 2002: Perlen
  • 2004: Ausgewählte Lieder
  • 2006: In Ewigkeit Damen
  • 2008: Gottlieb Live (DVD)
  • 2009: Ludwig Hirsch liest Weihnachtsgeschichten (gesprochen)
  • 2010: Geschichten von Till Eulenspiegel (gesprochen)
  • 2011: Ludwig Hirsch liest Ludwig Hirsch (gesprochen)
  • 2012: Zum letzten Mal - live (Live)
  • 2016: Himmelblau & Dunkelgrau – die ultimative Liedersammlung (3 CD’s)

Singles[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1983: Gel’, du magst mi (7″-Single)
  • 1983: Häng net auf (7″-Single)
  • 1984: Marmor, Stein und Eisen bricht (7″-Single)
  • 1984: Tante Marie (7″-Single)
  • 1986: Die Gelse (7″-Single)
  • 1986: Alles Paletti (7″-Single)
  • 1991: Nelli (7″-Single)
  • 1991: Sternderl schauen (7″-Single)

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ludwig Hirsch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Chartquellen: Österreich / Deutschland Höchstplatzierungen - Interpret "Ludwig Hirsch" (Memento vom 10. Dezember 2010 im Internet Archive)
  2. Auszeichnungen für Musikverkäufe: AT
  3. Artikel aus „Die Welt“ vom 24. November 2011
  4. a b ORF: Ludwig Hirsch ist tot. 24. November 2011.
  5. Nürnberger Nachrichten vom 25. November 2011, Seite 6: Sänger dunkelgrauer Lieder
  6. „Großer schwarzer Vogel“ hatte Spielverbot. In: heute.at. 24. November 2011, abgerufen am 20. November 2016.
  7. ORF Ö1: Spielräume, Ludwig Hirsch - Ein stiller Poet, 28. Februar 2016, 17:50 Uhr, abgerufen 28. Februar 2016.
  8. Wiener Zeitung: Ludwig Hirsch gestorben. 24. November 2011.
  9. Philatelie Shop der Österreichischen Post AG: Austropop 2. Wert Ludwig Hirsch. Aufgerufen am 24. November 2011.
  10. Ehrung für Ludwig Hirsch und Adi Hirschal. Archivmeldung der Rathauskorrespondenz vom 26. September 2001.
  11. Der Standard: Ludwig Hirsch erhält Goldenen Rathausmann. Aufgerufen am 28. Juni 2011.
  12. Amadeus Austrian Music Awards 2012: Die Gewinner (Memento vom 25. Februar 2013 im Internet Archive). 1. Mai 2012.