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Ludwig Mödl

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Ludwig Mödl (* 20. März 1938 in Ingolstadt) ist ein römisch-katholischer deutscher Theologe, Hochschullehrer und Prälat.[1][2]

Ludwig Mödl, Sohn eines landwirtschaftlichen Verwalters, wuchs in Oberhaunstadt auf und besuchte das Humanistische Gymnasium in Ingolstadt und in Eichstätt. 1960 bis 1966 studierte er Philosophie und Theologie an der Bischöflichen Philosophisch-Theologischen Hochschule Eichstätt. Am 29. Juni 1966 empfing er in Eichstätt die Priesterweihe und war danach Aushilfspriester in Oberhaunstadt, in Möning und in Sulzbürg.[3] Ab 1. Dezember 1966 wirkte er als Kooperator in Kipfenberg, ab 16. Januar 1968 als 2. Kooperator in Stadtpfarrei St. Johannes in Neumarkt in der Oberpfalz.[4] 1969 bis 1971 absolvierte er ein Weiterstudium am Institut für Katechetik und Homiletik der Ludwig-Maximilians-Universität München. 1984 wurde er dort mit der Dissertation Priesterfortbildung um die Mitte des 19. Jahrhunderts promoviert.

Vom 1. Oktober 1971 bis 30. September 1987 war er als Regens des Eichstätter Priesterseminares verantwortlich für die Ausbildung der künftigen Priester des Bistums Eichstätt. Er leitete vom 1. Oktober 1987 bis 30. September 1988 als Direktor Schloss Hirschberg, das Exerzitien- und Bildungshaus des Bistums Eichstätt.

Anschließend schlug er eine akademische Laufbahn ein. Vom 1. Oktober 1988 bis 30. September 1992 war er Inhaber des Lehrstuhls für Pastoraltheologie an der Theologischen Fakultät Luzern, vom 1. Oktober 1992 bis 31. März 1996 Ordinarius für Spiritualität und Homiletik an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt sowie vom 1. April 1996 bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2003 Professor für Pastoraltheologie an der LMU München.[5] Gleichzeitig zu seiner Lehrtätigkeit in Eichstätt war er Pfarrer von Bergen bei Neuburg. Als Lehrstuhlinhaber in München betätigte er sich ab 1996 seelsorgerlich in der Pfarrei St. Ursula in Pellheim und war dort ab 2000 Pfarradministrator.

Von Oktober 2003 bis zum Ende des Sommersemesters 2013 wirkte er Spiritual im Herzoglichen Georgianum München. Parallel zu seiner Tätigkeit als Spiritual war er vom 29. April 2007 bis 2013 (als Nachfolger des Religionsphilosophen Eugen Biser) Universitätsprediger an der Münchner Ludwigskirche;[6] sein Nachfolger wurde Marc-Aeilko Aris. Seit 2013 ist Mödl Alterskaplan in der Pfarrei Heilig Geist in München und unterstützt den dortigen Pfarrer. Im Sommersemester 2015 vertrat er seinen Nachfolger auf dem Lehrstuhl für Pastoraltheologie der LMU München, Andreas Wollbold.

Mitarbeit in Gremien, Vereinen und Fachverbänden

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In seinem wissenschaftlichen und theologischen Arbeiten hat er immer wieder ein besonderes Interesse für Themen der christlichen Kunst und Volksfrömmigkeit gezeigt.

Publikationen in Buchform

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  • als Herausgeber, mit Konrad Baumgartner: Kasualpredigten, Band 4 (= Der Prediger und Katechet. Praktische katholische Zeitschrift für die Verkündigung des Glaubens, Sonderheft). Wewel, München 1988, ISBN 3-87904-076-1.
  • mit Franz Rindfleisch (Hrsg.): F. Rindfleisch: Holzschnitte zur Passion. 1994
  • als Herausgeber: Kasualpredigten, Band 5: Taufe, Trauung, Trauerhilfe (= Der Prediger und Katechet. Praktische katholische Zeitschrift für die Verkündigung des Glaubens, Sonderband). Wewel, München 1994, ISBN 3-87904-098-2.
  • mit Kurt Koch, Manfred Diefenbach, Heribert Wahl: Ein sperriges Zeichen. Praktisch-theologische Überlegungen zur Theologie des Kreuzes. Don Bosco, München 2001, ISBN 3-7698-1075-9.
  • mit Heinz-Günther Schättler, Gerhard Ulrich: Das Evangelium ist eine Kraft Gottes. Die Predigt in den kulturellen Räumen der Gesellschaft. Don Bosco, München 2002, ISBN 3-7698-1192-5.
  • Das Wesen des Christentums. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2003, ISBN 3-89971-125-4.
  • mit Hans Ramisch: Spiegel des Heiligen. Schnell & Steiner, Regensburg 2003, ISBN 3-7954-1573-X.
  • mit Stefan Samerski: Global-Player der Kirche? Heilige und Heiligsprechung im universalen Verkündigungsauftrag. Echter, Würzburg 2006, ISBN 3-429-02824-8.
  • Herr, lehre uns beten. Das Vaterunser. Media Maria, Illertissen 2015, ISBN 978-3-945401-11-8.
  • Worte tastend suchen. Gedichte. Herausgegeben von Stefan Hauptmann und Tamara Steiner. Kunstverlag Josef Fink, Lindenberg 2016, ISBN 978-3-95976-007-2.
  • Katholisch – aus Überzeugung. Media Maria, Illertissen 2021, ISBN 978-3-947931-35-4.
  • Wohin nur weht der Wind den Sand? Gedichte. Kunstverlag Josef Fink, Lindenberg 2021, ISBN 978-3-95976-303-5.

Zeitschriftenartikel

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  • Johann Michael Sailers Ansatz einer spirituellen Theologie, in: Münchener Theologische Zeitschrift, 2001.
  • Gottes Ort. Lesepredigt zum Weihtag der Lateranbasilika, in: PUK, 147. Jahrgang, 2008, Heft 6.
  • Kontrolle prophetisch. Wie kann in unserer Kirche die Buße wieder ernsthafter werden?, in: ThG, Jahrgang 58, 2015 Heft 3, S. 162–170.
  • Friedensgedanken. 100 Jahre »Patrona Bavariae«, in: Der Prediger und Katechet (PUK), 156. Jahrgang, 2017, Heft 3.
  • U. Roth u. a. (Hg.): Sonntäglich. Zugänge zum Verständnis von Sonntag, Sonntagskultur und Sonntagspredigt. Festschrift Ludwig Mödl (2003).
  • Siegfried Schieweck-Mauk: Gesamtmitgliederverzechnis der KDStV Alcimonia im CV Eichstätt. Eichstätt 2018, S. 108–109 (mit weiteren biographischen Nachweisen).

Einzelnachweise

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  1. Festakt zum 70. Geburtstag an der LMU, abgerufen am 17. April 2017
  2. Lebenswerk dargestellt im Festakt zum 75. Geburtstag, abgerufen am 17. April 2017
  3. Siegfried Schieweck-Mauk: Gesamtmitgliederverzechnis der KDStV Alcimonia im CV Eichstätt. Eichstätt 2018, S. 108–109.
  4. Kooperator-Stellen lt. neumarktonline, abgerufen am 17. April 2017
  5. Andreas Bauch, Priester in Verantwortung, Erinnerungen und Gedanken im Bewußtsein des Abschieds, Paderborn 1996, Seite 80
  6. Ludwig Mödl (68). In: Die Tagespost vom 21. April 2007
  7. Verein für Christliche Kunst: Vorstand, abgerufen am 1. November 2021.
  8. Gesamtverzeichnis des CV 1995, S. V-37