Ludwig Soswinski

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Ludwig Soswinski (* 15. Januar 1905 in Wien; † 9. Februar 1997) war ein österreichischer Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus, Jurist, Kommunist und in mehreren Konzentrationslagern inhaftiert. Er war nach der Zeit des Nationalsozialismus Funktionär in mehreren NS-Opferverbänden sowie Mitbegründer und Vizepräsident des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes.

Leben[Bearbeiten]

Der Sohn eines Schriftsetzers studierte Rechtswissenschaften und war Funktionär der Sozialdemokratischen Studentenschaft. Er war bei der Konsumgenossenschaft angestellt und dort als Genossenschaftsrevisor tätig. Nach dem bewaffneten Aufstand Mitte Februar 1934 gegen den austrofaschistischen Ständestaat unter Engelbert Dollfuß trat er der zu dieser Zeit illegalen Kommunistischen Partei Österreichs (KPÖ) bei und wurde deswegen spätestens 1937 inhaftiert und im Februar 1938 amnestiert. Nach dem „Anschluss“ von Österreich an das Deutsche Reich wurde Soswinski bereits am 13. März 1938 durch die Gestapo verhaftet und am 1. April 1938 im Zuge des sogenannten Prominententransports in das KZ Dachau eingeliefert.[1]

Dort wurde Soswinski nach einigen Monaten Kapo in der „Zahlmeisterei Schubraum“, wo er mit der Verwaltung von Häftlingskonten beschäftigt war. Soswinski war an Geldumbuchungen von Konten wohlhabender Häftlinge - mit deren Wissen - auf Konten mittelloser Häftlinge beteiligt, damit auch diese in der Lagerkantine einkaufen konnten. Nachdem diese finanziellen Transaktionen im Frühjahr 1940 durch Angehörige der Lager-SS aufgedeckt wurden, kamen die Mitglieder des Zahlmeisterei-Kommandos auf Anordnung des Schutzhaftlagerführers Egon Zill für 45 Tage in verdunkelte Einzelzellen des Lagerbunkers und wurden danach für ein Jahr der Strafkompanie zugeteilt. Im Januar 1944 wurde Soswinski in das KZ Majdanek überstellt und nach der Auflösung des Lagers im Juli 1944 in das Stammlager des KZ Auschwitz.[2]

Soswinski war Funktionshäftling und gehörte der 1942 entstandenen österreichischen Widerstandsgruppe im Stammlager an. Weitere Mitglieder der Widerstandsgruppe waren Alfred Klahr, Hermann Langbein, Ernst Burger, Rudolf Friemel und Ludwig Vesely. Im Mai 1943 entstand aus der österreichischen Widerstandsgruppe und dem polnischen Lagerwiderstand die Kampfgruppe Auschwitz.[3] Soswinski gehörte bei der KGA ab Herbst 1944 der Internationalen Leitung an.[4] Nach der „Evakuierung“ des KZ Auschwitz gelangte Soswinski in das KZ Mauthausen, wo er erneut dem Lagerwiderstand angehörte. In Mauthausen wurde er im Mai 1945 befreit.[5]

Nach Kriegsende war Soswinski, der mit einer Auschwitzüberlebenden verheiratet war, zwischen 1945 und 1958 Angehöriger des Wiener Gemeinderates und des Landtages für die KPÖ. Er war Obmann des Bundesverbandes der österreichischen Widerstandskämpfer, des Verbandes Opfer des Faschismus und der Lagergemeinschaft Mauthausen. Er war 1963 Mitbegründer des Dokumentationsarchivs des Österreichischen Widerstandes und wurde Vizepräsident dieser Organisation.[5]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes – Erzählte Geschichte Ludwig Soswinski
  2. KZ-Gedenkstätte Dachau: Selbstbehauptung und Solidarität (pdf)
  3. Rudolf Kropf: Die Befreiung von Auschwitz, S. 3 in: auschwitz information, 67. Ausgabe, Jänner 2005, Institut für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, Johannes Kepler Universität Linz, S. 3 (pdf; 82 kB)
  4. Henryk Świebocki: Die „Kampfgruppe Auschwitz“. In: Wacław Długoborski, Franciszek Piper (Hrsg.): Auschwitz 1940-1945. Studien zur Geschichte des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz., Oswiecim 1999, III. Band Widerstand, S. 155
  5. a b Dr. Ludwig Soswinski zum Gedenken, in Der Freiheitskämpfer, Ausgabe 1, März 1997, S. 4 (pdf)