Ludwig von Henk

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Ludwig Friedrich Wilhelm von Henk (* 4. März 1820 in Anklam; † 17. Oktober 1894 in Berlin) war ein deutscher Marineoffizier, zuletzt Vizeadmiral sowie Mitglied des Reichstages.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Henk begann seine Laufbahn 1835 auf Handelsschiffen, machte Reisen nach Brasilien, dem Mittelmeer und dem Schwarzen Meer und wurde 1844 Kapitän. Nach der Gründung der Preußischen Marine 1849 trat er als Auxiliaroffizier ein, wurde 1855 Leutnant zur See I. Klasse und 1859 Korvettenkapitän.

Am 22. Mai 1861 kam Henk als Dezernent für Ausrüstung und Hydrographie in das Marineministerium und wurde am 27. Juli 1865 Kommandant der Dampfkorvette Nymphe, die nach dem Mittelmeer gesandt wurde. Hier hatte er Gelegenheit, die Eruption von Santorin zu beobachten, über die er Berichte an die Akademie der Wissenschaften in Berlin sandte.[1] Während des Deutschen Krieges war Henk Befehlshaber der preußischen Nordseeflotte und wurde am 26. Januar 1867 zum Kapitän zur See ernannt. Im Deutsch-Französischen Krieg kommandierte er die Panzerfregatte König Wilhelm und wurde nach Kriegsende Chef der Marinestation der Nordsee. Am 4. Dezember 1871 beauftragte man ihn unter gleichzeitiger Verleihung des Charakters als Konteradmiral mit der Wahrnehmung der Geschäfte als Direktor im Marineministerium. Mit Jahresbeginn 1872 folgte schließlich seine Ernennung zum Direktor der Admiralität und am 22. März 1872 erhielt er das Patent zu seinem Dienstgrad. In den kommenden drei Jahren war Henk in dieser Funktion mehrfach zugleich auch Chef des Übungsgeschwaders. Er wurde am 28. Juni 1877 zum Vizeadmiral befördert sowie am 8. Mai 1878 für seine langjährigen Verdienste in den erblichen Adelsstand erhoben. Am 5. Juli 1879 wurde er aufgrund von Differenzen mit dem Chef der Admiralität, v. Stosch, Disposition gestellt.

Zwischen 1890 und 1893 vertrat Henk den Wahlkreis Ueckermünde-Wolin im Deutschen Reichstag als Mitglied der Deutschkonservativen Partei.

Henk starb am 17. Oktober 1894 in Berlin und wurde auf dem Friedhof Columbiadamm beigesetzt. Die Grabstätte befindet sich im Feld G3.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Kriegführung zur See in ihren wichtigsten Epochen. Berlin 1884.
  • Zur See. Hamburg 1892 (als Herausgeber).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dermot Bradley (Hrsg.), Hans H. Hildebrand, Ernest Henriot: Deutschlands Admirale 1849–1945. Die militärischen Werdegänge der See-, Ingenieur-, Sanitäts-, Waffen- und Verwaltungsoffiziere im Admiralsrang. Band 2: H–O. Biblio Verlag, Osnabrück 1989, ISBN 3-7648-1499-3, S. 54–56.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Meyers Konversationslexikon. 8. Band: Hainleite–Iriartea. 4. Auflage. Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig/ Wien 1889 (Online Version auf http://www.retrobibliothek.de/retrobib/seite.html?id=107910 abgerufen am 20. Januar 2015).