Albrecht von Stosch

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Albrecht von Stosch

Albrecht von Stosch (* 20. April 1818 in Koblenz; † 29. Februar 1896 in Mittelheim) war als General der Infanterie und Admiral von 1872 bis 1883 königlich preußischer Staatsminister und erster Chef der neu gegründeten Kaiserlichen Admiralität.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Villa Stosch in Mittelheim

Stosch war Besitzer eines Weinguts in Mittelheim (Rheingau) und von 1872 bis zu seinem Tod Mitglied des Preußischen Herrenhauses. 1888 wurde er Mitglied der Leopoldina.[1]

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Albrecht entstammte einem Zweige des alten schlesischen Adelsgeschlechts Stosch. Er war der Sohn des späteren preußischen Generalleutnants Theodor Ferdinand von Stosch (1784–1857) und dessen Ehefrau Karoline, geschiedene Kräwel, geborene Woltersdorf (1785–1848).

Albrecht von Stosch heiratete am 18. Oktober 1845 in Koblenz Johanna Katharina Rosalie Ulrich (* 13. Dezember 1822 in Koblenz; † 26. Juli 1902 in Mittelheim). Sie war die Tochter des königlich preußischen Geheimen Medizinalrats Dr. med. August Leopold Ulrich und der Auguste Hoffmann. Aus der Ehe gingen folgende Kinder hervor:

  • Albrecht (* 4. September 1847 in Koblenz)
  • Otto (* 11. Juni 1849 in Koblenz; † 26. Juni 1897 in Weibeck), preußischer Major a. D.
  • Max (* 11. August 1853)
  • Luise Klara Mathilde (* 12. Mai 1854 in Koblenz) ∞ 6. Mai 1874 in Berlin mit Georg von Hollen, deutscher Vizeadmiral
  • August Leopold Ulrich (* 10. Dezember 1858 in Posen; † 15. Februar 1928 in Eltville), preußischer Hauptmann a. D.

Militärkarriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stosch besuchte ab September 1829 die Kadettenanstalten in Potsdam und Berlin. Am 12. August 1835 wurde er als Sekondeleutnant dem 29. Infanterie-Regiment der Preußischen Armee überwiesen. Von 1839 bis 1842 absolvierte er die Allgemeine Kriegsschule. Von 1844 bis 1847 war er in der topografischen Abteilung des Generalstabs und hatte anschließend weitere Stabsposten inne. 1856 wurde er Major und 1861 Oberst sowie Stabschef des IV. Armee-Korps.

Bei der Mobilmachung anlässlich des Deutschen Krieges wurde er zum Oberquartiermeister der 2. Armee ernannt und kurz darauf am 15. Juni 1866 zum Generalmajor befördert. Stosch nahm an den Schlachten bei Nachod sowie Königgrätz teil und erhielt am 20. September 1866 den Orden Pour le Mérite. Bis 1870 war er Direktor des Militärökonomie-Departements im Kriegsministerium. Am 26. Juli 1870 zum Generalleutnant befördert, nahm Stosch als Generalintendant der Armee während des Krieges gegen Frankreich an den Schlachten bei Gravelotte, Sedan, Loigny und Poupry, Orléans sowie der Belagerung von Paris teil. Seine Leistungen wurden u. a. durch die Verleihung beider Klassen des Eisernen Kreuzes gewürdigt. Nach Ende des Krieges war er ab 10. Juli 1871 Chef des Generalstabes bei der Besatzungsarmee in Frankreich. Für seine Verdienste in diesem Krieg erhielt er eine Dotation in Höhe von 100.000 Talern.

Von Januar 1872 bis März 1883 war Stosch Chef der Admiralität mit dem Charakter eines Staatsministers ohne Geschäftsbereich. 1875 wurde er General der Infanterie und Admiral. Er war ein Freund des „99-Tage-Kaisers“ Friedrichs III. und als Altliberaler ein Gegner der Innenpolitik Bismarcks, weshalb er am 20. März 1883 wegen Meinungsverschiedenheiten mit der gesetzlichen Pension zur Disposition gestellt wurde.

Wirken in der Flotte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stosch verwandte große Energie darauf, wissenschaftliche Institute (die Seewarte, das hydrographische Bureau und die Preußische Marineakademie) zu schaffen, die Kaiserliche Marine beträchtlich zu vergrößern, den Bau der Schiffe auf einheimischen Werften zu ermöglichen und die straffe Disziplin der preußischen Landarmee auf die Marine zu übertragen. Das letztere Bestreben stieß allerdings vielfach auf Widerstand seitens der älteren Seeoffiziere. Auch für das Unglück von SMS Großer Kurfürst wurde Stosch verantwortlich gemacht, zumal er den Admiral Batsch eifrig in Schutz nahm. Er erhielt am 20. März 1883 auf sein Gesuch den Abschied.

Eine 1877 bei der A.G. Vulcan in Stettin vom Stapel gelaufene gedeckte Korvette der Kaiserlichen Marine wurde ihm zu Ehren auf den Namen SMS Stosch getauft.

Zitat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Großadmiral von Tirpitz diente 1871 in der Preußischen Marine auf dem Kanonenboot Blitz als Leutnant. Von Tirpitz erkennt den Wahrheitsgehalt der Äußerungen von Stoschs an und erzählt zum Beweis über eine Begegnung mit diesem hohen Vorgesetzten im Winter 1870 im Wilhelmshavener Bassin: „Stosch war als Persönlichkeit scharf wie gehacktes Eisen.“ Eine Inspektion des Kriegsschiffes habe er mit dem „Anschnauzer“ beendet: „Vom Kommandanten bis zum letzten Schiffsjungen die reine Wassersuppe.“[2]

Orden und Ehrenzeichen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Albrecht von Stosch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mitgliederverzeichnis Leopoldina, Albrecht von Stosch
  2. von Tirpitz, S. 14 sowie S. 18