MGB Komet

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
MGB Komet
MGB-2022+2011.JPGABDeh 4/8 2022, gekuppelt mit einem ABDeh 4/10
Bauartbezeichnung: ABDeh 4/10 ABDeh 4/8
Nummerierung: 2011–2014 2021–2028
Anzahl: 4 8
Hersteller: Stadler Bussnang
Baujahre: 2007–2008, 2014
Achsformel: 2’Bo’zz Bo’zz 2’2' 2’Bo’zz Bo’zz 2’
Spurweite: 1000 mm (Meterspur)
Länge über Puffer: 74'728 mm 56'664 mm
Höhe: 3950 mm
Breite: 2650 mm
Drehgestellachsstand: Triebdrehgestell: 2540 mm
Laufdrehgestell: 1800 mm
Dienstmasse: 95,0 t 71,0 t
Höchstgeschwindigkeit: 80 km/h (Adhäsion)
35 km/h (Zahnstange)
Kurzzeitleistung: 1300 kW
Dauerleistung: 1000 kW
Anfahrzugkraft: 200 kN
Stundenzugkraft: 150 kN
Triebraddurchmesser: 796 mm
Durchmesser Zahnrad: 688 mm
Laufraddurchmesser: 685 mm
Zahnradsystem: Abt
Stromsystem: 11 kV, 16,7 Hz ~
Sitzplätze 1. Klasse:
                 2. Klasse:
47
141
30
114
Fussbodenhöhe: Niederflur: 415 mm
Hochflur: 1100 mm

Die MGB Komet (Schreibweise des Herstellers: KOMET) für «komfortabler Meterspur-Triebzug» sind meterspurige elektrische Niederflur-Panorama­triebzüge der Matterhorn-Gotthard-Bahn (MGB) in der Schweiz für gemischtem Adhäsions- und Zahnradbetrieb, hergestellt von Stadler Bussnang. Die Züge verfügen über 1. und 2. Wagenklasse sowie ein Gepäckabteil und verkehren als drei- und vierteilige Einheiten mit den Bezeichnungen MGB ABDeh 4/8 und ABDeh 4/10. Vier der acht bzw. zehn Achsen sind angetrieben.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Triebzug ABDeh 4/10 2011 in Brig, gekuppelt mit einem ABDeh 4/8. Der angetriebene Mittelwagen befindet sich an dritter Stelle von vorn.

Zur Vergrösserung der Transportkapazität auf der Strecke Visp–Zermatt nach der Eröffnung des Lötschberg-Basistunnels benötigte die MGB neue komfortable Züge für Adhäsions- und Zahnradantrieb. Die knappen terminlichen Vorgaben reichten nicht aus, ein völlig neues Fahrzeugkonzept zu entwickeln. Die Komet wurden technisch von den Shuttle-Triebzügen BDSeh 4/8 weiterentwickelt, deren Konzept wie das der Komet vom Stadler GTW abgeleitet ist. Die elektrische Ausrüstung befindet sich nicht wie beim GTW im kurzen zweiachsigen Mittelteil, sondern unterflur im vierachsigen Panoramawagen. Gegenüber den Zermatt-Shuttles wurde die Länge der End- und Zwischenwagen für eine möglichst grosse Passagierkapazität optimiert.

Zwei dreiteilige und drei vierteilige Triebzüge wurden in den Jahren 2007 und 2008 geliefert, 2014 folgten weitere sechs kurze und ein langer Zug.[1] Die Züge sind so konzipiert, dass sie zu fünfteiligen Kompositionen erweitert werden könnten.

Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstklassabteil und hinter der Glastüre Zweitklass-Niederflurabteil des Komet
«Kofferkuli-Steuerwagen» BDkt 2232 vor einem ABDeh 4/8 in Brig

Jeder Triebzug besteht aus einem hochflurigen, einstiegslosen, vierachsigen Panorama-Triebwagen. Auf der einen Seite ist ein Endwagen mit einem Laufdrehgestell und Niederflureinstiegen aufgesattelt – auf der anderen Seite ist es beim dreiteiligen Zug ein Endwagen und bei der vierteiligen Variante ein antriebsloser Zwischen- und ein Endwagen. Der Triebwagen verfügt über zwei zweiachsige Drehgestelle mit je einem Fahrmotor pro Achse. Der Antrieb erfolgt im reinen Adhäsionsbetrieb über die vier Achsen der Triebdrehgestelle und im Zahnradbetrieb zusätzlich über vier Zahnräder für die bei der MGB verwendeten Zahnstangen des Systems Abt. Die aufgesattelten Elemente besitzen jeweils nur ein Lauf-/Bremsdrehgestell am äusseren Wagenende und stützen sich am anderen Ende des folgenden Wagens auf. Alle Drehgestelle sind luftgefedert. Die Kästen der End- und Zwischenwagen bestehen aus Aluminium-Grossprofilen in teils geschweisster, teils geschraubter Bauweise. Der hochflurige Triebwagen ist in Stahlbauweise ausgeführt und verfügt über Panoramafenster. Die elektrische Ausrüstung entspricht derjenigen der Shuttle-Züge.

Weil die Komet-Züge wesentlich länger als die Zermatt-Shuttles unterwegs sind, weisen sie einen deutlich besseren Komfort auf. Sie erhielten ein neues Innendesign und verfügen über geschlossene Toiletten, Klimaanlagen und ein Fahrgastinformationssystem.

Dank einer automatischen Mittelpufferkupplung vom Typ FK-9-6 von Schwab Verkehrstechnik können die Triebzüge in Vielfachsteuerung – auch mit den Shuttle-Triebzügen BDSeh 4/8 und den vier Niederflur-Gelenksteuerwagen ABt 2131–34 – fahren, was eine Anpassung an Nachfrageschwankungen ermöglicht. 2014 wurden die «Kofferkuli-Steuerwagen» BDkt 2231–33 durch Stadler für den Betrieb mit den Komet angepasst. Sie werden für den Gepäcktransport eingesetzt und dienen auch als Reserve für die Shuttle-Züge TäschZermatt.

Die Triebzüge können auf dem ganzen Streckennetz der MGB verkehren, für die 179 ‰ steile Schöllenenbahn Göschenen–Andermatt sind jedoch nur die dreiteiligen ABDeh 4/8 zugelassen. Auf 125 ‰ Steigung beträgt das maximale Zuggewicht 150 Tonnen.

Fahrzeugliste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauart Betriebsnummer Name Inbetriebnahme
ABDeh 4/10 2011 Zermatt 2007
2012 Visp
2013 2008
2014 2014
ABDeh 4/8 2021 2008
2022
2023 2014
2024
2025
2026
2027
2028 Obergoms

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: MGB Komet – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Neues Rollmaterial für die Matterhorn Gotthard Bahn. Stadler Rail Group, 23. Dezember 2011, archiviert vom Original am 4. Mai 2013; abgerufen am 4. Mai 2013.