FO Gm 4/4

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Gm 4/4
MGB Furka 001 039 070 FO Gm 4 4.jpg
Nummerierung: 70
Anzahl: 1
Hersteller: Lokomotivfabrik Arnold Jung
Baujahr(e): 1966
Achsformel: B’B’
Spurweite: 1000 mm (Meterspur)
Länge über Puffer: 12.280 mm
Dienstmasse: 37,6 t
Höchstgeschwindigkeit: 40 km/h
Stundenleistung: 330 kW
Anzahl der Fahrmotoren: 2

Die Gm 4/4 70 der Matterhorn-Gotthard-Bahn (MGB) ist eine schmalspurige Diesellokomotive.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Lokomotive wurde 1966 von der deutschen Lokomotivfabrik Arnold Jung gebaut und an das Kalkwerk Virkkala in Finnland geliefert. Nach dortigem Einsatz wurde sie 1971 an das Holzverarbeitungsunternehmen Kymi Kymmene abgegeben. 1980 kaufte die Furka-Oberalp-Bahn (FO) sie auf und setzte sie als Rangierlok in Oberwald VS ein. Nachdem sie auf beiden Seiten eine Rangierplattform, eine Zug- und Stossvorrichtung nach RhB-Norm, eine Vakuumbremse, eine Druckluft-Rangierbremse und eine Funkeinrichtung erhalten hatte, wurde sie als Baudienstfahrzeug mit der für solche Fahrzeuge vorgesehenen orangefarbenen Lackierung eingesetzt und mit der Nummer 71 versehen. In dieser Funktion wurde sie bis März 1981 beim Bau des Furka-Basistunnels eingesetzt. Danach blieb sie für Rettungs-, Baudienst-, Rangier- und Schneeräumdienste in Oberwald. 2000 wurde sie zu Rangierfahrten am Zwischenangriff zum Gotthard-Basistunnel in Sedrun stationiert. Die Nummer wurde einige Zeit nach der Fusion von Furka-Oberalp-Bahn und BVZ Zermatt-Bahn in 70 geändert, da bereits bei der BVZ eine Rangierlok mit der Nummer 71 vorhanden war.

Spitzname[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gm 4/4 70 hört wegen ihrer finnischen Herkunft auf den Spitznamen Elch. Technisch gesehen könnte man sie als Krokodil bezeichnen, da sie zwei niedrige gelenkig miteinander verbundene Vorbauten hat.

Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Achsen werden über ein Drei-Gang-Getriebe, eine Blindwelle und Kuppelstangen von zwei in jedem Vorbau untergebrachten Dieselmotoren angetrieben. Sie kann nur auf Adhäsionsstrecken fahren, da sie kein Zahnrad besitzt.

Ähnliche Lokomotiven[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Firma Jung hatte bereits 1952 drei ähnliche Lokomotiven für meterspurige Schmalspurbahnen in Süddeutschland gebaut. Die Loks wurden als Baureihe V29 von der Deutschen Bundesbahn bis Ende der 1960er Jahre eingesetzt. Ein Exemplar blieb beim Deutschen Eisenbahn-Verein erhalten.

Bei der Härtsfeld-Museumseisenbahn befindet sich eine fast baugleiche, aber etwas schwächere Version, die 1955 ebenfalls von Jung gebaut wurde. Die Lokomotive stand von 1974 bis 2005 bei der Luzern-Stans-Engelberg-Bahn als Gm 4/4 111 im Dienst.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans-Bernhard Schönborn: Schweizer Triebfahrzeuge. GeraMond, München 2004, ISBN 3-7654-7176-3, S. 76–77.
  • Wolfgang Finke, Hans Schweers: Die Fahrzeuge der Furka-Oberalp-Bahn. 1913–1999. Brig–Furka–Disentis, Schöllenenbahn, Furka-Oberalp-Bahn. Aachen, Schweers + Wall 1999, ISBN 3-89494-111-1.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]