Majuro-Atoll

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Majuro Atoll
NASA-Satellitenbild von Majuro
NASA-Satellitenbild von Majuro
Gewässer Pazifischer Ozean
Archipel Marshallinseln
Geographische Lage 7° 4′ N, 171° 16′ OKoordinaten: 7° 4′ N, 171° 16′ O
Majuro-Atoll (Marshallinseln)
Majuro-Atoll
Anzahl der Inseln 64
Hauptinsel Darrit
Länge 40,3 km
Breite 11,1 km
Landfläche 9,71 km²
Lagunenfläche 295,05 km²
Gesamtfläche 383 km²
Einwohner 27.797 (2011)
Karte des Majuro-Atolls
Karte des Majuro-Atolls
Vorlage:Infobox Atoll/Wartung/HoeheFehlt
Strand auf Majuro
Deutsche Karte von 1881

Das Majuro-Atoll (marshallesisch Mājro, früher auch Arrowsmith) ist ein Atoll der Marshallinseln. Auf ihm liegt Majuro, die Hauptstadt der pazifischen Inselrepublik Marshallinseln.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Atoll gehören 64 kleine Motus (Riffinseln), von denen knapp ein Drittel bewohnt sind. Es werden 20 einzelne Orte bzw. bewohnte Inseln nachgewiesen.[1] Die marshallische Hauptstadt Majuro umfasst das gesamte Atoll. Die Regierungsgebäude und Botschaften konzentrieren sich auf den Inseln Delap, Uliga und Darrit im Osten. Für statistische Zwecke wird dieses hochverdichtete Gebiet Delap-Uliga-Darrit oder Rita (Namensvariante von Darrit) genannt. Die Landfläche des Atolls beträgt 9,71 km², während sich die Lagune über 295,05 km² erstreckt.[2]

Der nördliche Teil des Atollrings weist größere Lücken auf. Im Nordwesten liegt die Enyagin Group mit den Hauptinseln Rongrong und Jelte. Im Nordosten liegen die Inseln des früheren Distriktes Aeankan westlich von Darrit.

Auf den südlichen Inseln des Atolls wird zudem intensive Landwirtschaft betrieben, vor allem Taro, Süßkartoffeln und Obst kommen zum Anbau. Auf den kleinen nördlichen Atoll-Inseln befinden sich vereinzelt Kokosplantagen für die Kopraproduktion.

Im Westen befindet sich das Motu Laura.

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kommunale Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Majuro Wasser- und Abwassergesellschaft erhält Wasser aus mehreren Auffangbecken direkt im Einzugsbereich des Flughafens. Sie stellen so 530 Mio. Liter Wasser pro Jahr bereit, dieses steht aber nur 12 Stunden am Tag der Bevölkerung zur Verfügung. Generell haben die Marshallinseln mit häufiger Wasserknappheit zu kämpfen.[3]

Transport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem südlichen Motu Rairok, welches westlich von Delap liegt, befindet sich der Flughafen Marshallinseln.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur letzten Volkszählung vom 1. Juni 1999 hatte das Atoll 23.676 Einwohner. Bis zum Jahr 2011 ist die Bevölkerung nur noch geringfügig bis auf rund 27.797 gestiegen.[4]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Zeit der deutschen Kolonialherrschaft hatte Majuro 1.600 Einwohner (von insgesamt 15.000 auf den Marshall-Inseln).[5] Die Bevölkerung des Atolls ist seit 1958 stark gestiegen:[6][4]

1930 1958 1967 1973 1980 1988 1999 2011
753 3.415 5.249 10.290 11.791 19.664 23.676 27.797

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Häuser auf Majuro

Von 1885 bis 1919 war das Majuro-Atoll wie die umliegenden Marshallinseln Teil der deutschen Südseebesitzungen. Das deutsche Kolonial-Lexikon nennt den reichen Bestand an Kokospalmen und Brotfruchtbäumen.[7] Nach dem Ersten Weltkrieg zählte das Atoll zum japanischen Südseemandat. Am 30. Januar 1944 wurde es durch amerikanische Truppen von den Japanern befreit.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Lagune von Majuro findet der „Outrigger National Cup“ statt, das weltweit einzigartige Auslegerkanu-Rennen.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Atoll steht das einzige Stadion des Landes, das Sports Stadium.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven: @1@2Vorlage:Toter Link/www.bevoelkerungsstatistik.deBevölkerungsstatistik
  2. [1]
  3. Peter Mellgard: Perishing Of Thirst In A Pacific Paradise in The World Post vom 28. Dezember 2015
  4. a b Statoids (Memento im Internet Archive)
  5. 1911 Encyclopædia Britannica: Marshall Islands (Memento vom 22. Januar 2013 im Internet Archive) (darin wird das Atoll Majeru genannt)
  6. [2]
  7. O. N.: Majuro, in: Heinrich Schnee (Hrsg.): Deutsches Kolonial-Lexikon Band II, Leipzig 1920, S. 480.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]