Mardorf (Amöneburg)

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Mardorf
Koordinaten: 50° 45′ 55″ N, 8° 55′ 1″ O
Höhe: 211 (210–236) m ü. NHN
Fläche: 13,48 km²[1]
Einwohner: 1587 (30. Jun. 2010)[2]
Bevölkerungsdichte: 118 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 35287
Vorwahl: 06429

Mardorf ist der größte Stadtteil von Amöneburg im Landkreis Marburg-Biedenkopf in Hessen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt im Amöneburger Becken im Vorderen Vogelsberg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort im Urkundenbuch des Klosters Fulda unter dem Namen Marachdorf, was dem Jahr 750 oder 779 zugeschrieben wird.[1]

Am 31. Dezember 1971 wurde der Ort in die Gemeinde Amöneburg eingegliedert.[3]

Historische Namensformen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In erhaltenen Urkunden wurde Mardorf unter den folgenden Ortsnamen erwähnt (in Klammern das Jahr der Erwähnung):[1]

  • Marachdorf (750/779, nach Abschrift des 12. Jahrhunderts)[4]
  • Marcdorf (802/817, nach Abschrift des 12. Jahrhunderts)
  • Marhdorf, in (1. Hälfte 9. Jahrhundert)[5]
  • Mardorf (1215)
  • Martdorf (1227 und 1306)
  • Marchtorf (um 1248)
  • Marchtorph (um 1248)
  • Mardorf (1323)

Territorialgeschichte und Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Liste zeigt die Territorien bzw. Verwaltungseinheiten, denen Mardorf unterstand, im Überblick:[1][6]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Quelle: Historisches Ortslexikon[1]

• um 1510: 008 wehrhafte Männer
• 1537: 021 Hausgesessene
• 1585: 024 Hausgesessene
• 1747: 033 Haushalte
• 1838: 926 Einwohner. 71 nutzungsberechtigte, 88 nicht nutzungsberechtigte Ortsbürger, 33 Beisassen
Mardorf: Einwohnerzahlen von 1834 bis 1967
Jahr  Einwohner
1834
  
898
1840
  
934
1846
  
991
1852
  
1.019
1858
  
1.040
1864
  
1.028
1871
  
932
1875
  
962
1885
  
1.002
1895
  
940
1905
  
884
1910
  
903
1925
  
902
1939
  
1.018
1946
  
1.338
1950
  
1.353
1956
  
1.231
1961
  
1.223
1967
  
1.315
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: [1]

Religionszugehörigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Quelle: Historisches Ortslexikon[1]

• 1861: 991 römisch-katholisch, 4 evangelisch-lutherisch, 36 jüdische Einwohner
• 1885: 9 evangelische (= 0,90 %), 946 katholische (= 94,41 %) und 47 jüdische (= 4.69 %) Einwohner
• 1961: 47 evangelische (= 3,84 %), 1172 römisch-katholische (= 95,83 %) Einwohner

Erwerbstätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Quelle: Historisches Ortslexikon[1]

• 1838: Familien: 60 Ackerbau, 50 Gewerbe, 49 Tagelöhner
• 1961: Erwerbspersonen: 256 Land- und Forstwirtschaft, 262 Produzierendes Gewerbe, 20 Handel und Verkehr, 47 Dienstleistungen und Sonstiges.

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ort gibt es:

  • eine Grundschule, die St. Martin-Schule
  • eine Sporthalle
  • den katholischen Kindergarten St. Hubertus
  • die um 1720 erbaute Kirche St. Hubertus mit der 1908 erbauten Grotte
  • einen schon 1223 erwähnten Junkernhof

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der öffentliche Personennahverkehr wird durch den Linienbusverkehr des RMV sichergestellt. Durch den Ort führt die Landesstraße 3289.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g h Mardorf, Landkreis Marburg-Biedenkopf. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 23. März 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  2. Die Zahl entstammt myheimat.de und ist kompatibel mit dem auf diesen Zeitpunkt referenzierten Wert für den Ortsteil Erfurtshausen aus: Dorferneuerungsplan Erfurtshausen, August 2011 (PDF; 4,2 MB)
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 403.
  4. Edmund Ernst Stengel u. a.: Urkundenbuch des Klosters Fulda 1. Die Zeit der Äbte Sturmi und Baugulf. Hrsg.: Historischen Kommission für Hessen und Waldeck. Nr. 112. Marburg 1958.
  5. Kopiar um 1160 Codex Eberhardi 1, S. 239–240, fol. 145 vb, Nr. 97 = Dronke, Traditiones, S. 39, Capitulum 6, Nr. 97.
  6. Verwaltungsgeschichte Land Hessen bei M. Rademacher, Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]