Margarete von Galen

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Von Galen 2014 in Frankfurt am Main

Margarete Gräfin von Galen, geb. von Wedel ist eine deutsche Juristin. Sie ist verwitwete Mutter von vier Kindern und lebt in Berlin.

Familie und beruflicher Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Margarete von Galen ist eine Tochter des Kaufmanns Wedigo von Wedel (1924–2017) und der Margarete geb. von Hindenburg. Ihr Urgroßvater väterlicherseits war der Landrat Karl von Wedel-Piesdorf und ihr Urgroßvater mütterlicherseits war der Reichspräsident Paul von Hindenburg. Sie studierte Rechtswissenschaft mit Schwerpunkt Wirtschaftsstrafrecht in Heidelberg, Lausanne, Bonn und München.

2004 wurde sie an der Humboldt-Universität zu Berlin promoviert.[1]

Sie ist seit 1983 Rechtsanwältin und seit 1999 Fachanwältin für Strafrecht. Von Galen ist freiberuflich als Rechtsanwältin tätig, seit 2000 in einer von ihr mitgegründeten Anwaltssozietät in Berlin. Ihre Tätigkeitsschwerpunkte liegen auf dem Gebiet des Strafrechts, beim Wirtschaftsstrafrecht, auf dem Gebiet des Verwaltungsrechts sowie Rechtsfragen zur Prostitution.

Politik und Funktionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1989 kandidierte von Galen innerhalb der ‚Alternativen Liste für Demokratie und Umweltschutz‘ (dem Vorläufer von Bündnis 90/Die Grünen Berlin) für das Amt der Senatorin für Familie, Jugend und Frauen und unterlag nur sehr knapp der späterin Senatorin Anne Klein.

Von 2004 bis 2009 war von Galen Präsidentin der Rechtsanwaltskammer Berlin. Sie war die erste Frau in diesem Amt.[2]

Seit dem 3. Juli 2014 ist Margarete von Galen Mitglied des Verfassungsgerichtshofs des Landes Berlin[3]. Sie wurde von der Fraktion der Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus nominiert.

Öffentliche Diskussion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Galen, Autorin der Rechtsfragen der Prostitution nach dem Prostitutionsgesetz von 2002, verteidigte das Gesetz 2013 gegen die heftige Kritik Alice Schwarzers und des von ihr initiierten Appells gegen Prostitution. In einem Interview mit Legal Tribune Online sagte sie, es sei unbestreitbar, dass viele Frauen der Prostitution gern und freiwillig nachgingen, und nicht unter der Prostitution an sich litten, sondern unter der sozialen Stigmatisierung, zu der Schwarzer maßgeblich beitrage.[4] Sie gehörte zu den Mitunterzeichnerinnen des Appell FÜR Prostitution.

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Margarete von Galen: Die rechtliche Situation weiblicher Flüchtlinge in der Bundesrepublik Deutschland (= Arbeitsheft). Berliner Institut für Vergleichende Sozialforschung, Berlin 1992, ISBN 3-884021-08-7.
  • Margarete Gräfin von Galen: Rechtsfragen der Prostitution. Das Prostitutionsgesetz und seine Auswirkungen. Beck Juristischer Verlag, München 2004, ISBN 3-406510-05-1 (Dissertation, Universität Bern, 2004).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Biographie auf der von-Galen-Rechtsanwälte-Webseite
  2. Fatina Keilani: Streiterin für das Recht. In: Der Tagesspiegel. 6. Juli 2004, abgerufen am 15. November 2013.
  3. Abgeordnetenhaus wählt Verfassungsrichter. 3. Juli 2014, abgerufen am 3. Januar 2015.
  4. Reform des Prostitutionsgesetzes: „Ein gefundenes Fressen für Moralapostel“. Interview mit Margarete von Galen. In: Legal Tribune Online. 8. November 2013, abgerufen am 15. November 2013.