Appell gegen Prostitution

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Der Appell gegen Prostitution ist eine im Herbst 2013 von Alice Schwarzer und der von ihr herausgegebenen Zeitschrift Emma initiierte Kampagne gegen Prostitution und insbesondere das deutsche Prostitutionsgesetz, die sich primär an die deutsche Bundespolitik richtet. Sie wurde im Vorgang zur Veröffentlichung von Schwarzers Buch Prostitution – Ein deutscher Skandal begonnen und in der Folge kontrovers diskutiert.

Vorgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alice Schwarzer ist mit ihrer seit 1977 erscheinenden Zeitschrift Emma bereits seit den ersten Jahrgängen im Streit gegen die Prostitution engagiert.[1] Ende 2006 veröffentlichte Schwarzer in der Jubiläumsausgabe zum dreißigjährigen Bestehen der Emma (Heft Januar/Februar 2007) ein Dossier gegen Prostitution.[2] Schon damals wurde seitens der Prostituierten und in der Presse Kritik laut.[3][4][5][6] Ein ähnliches Dossier folgte 2011.[7][8] Die seit 2006 in Emma veröffentlichten Texte bilden die Grundlage des im November 2013 veröffentlichten Buchs zur Anti-Prostitutions-Kampagne.

Auch von anderen Medien wurde das Thema Prostitution in Deutschland vor dem Start des Appells öffentlichkeitswirksam diskutiert. Prominente Beispiele waren die von einem Rekordwert von über sechs Millionen Zuschauern verfolgte[9] ARD-Talkshow Günther Jauch zum Thema Prostitution im Dezember 2012 – mit Alice Schwarzer als einer der Gäste –,[10] die im Mai 2013 erschienene Spiegel-Titelgeschichte Bordell Deutschland: Wie der Staat Frauenhandel und Prostitution fördert[11] und die ARD-Dokumentation Sex – Made in Germany: Prostitution und ihre Profiteure, die im Juni 2013 erstausgestrahlt wurde.[12][13]

Im August 2013 kam es von Seiten der Emma zu einem heftigen Angriff auf die Redaktion der in Berlin erscheinenden tageszeitung, nachdem ein kritischer Kommentar über Prostitution der Stuttgarter Sozialarbeiterin Sabine Constabel nicht wie zunächst geplant von der taz, sondern schließlich von Emma veröffentlicht wurde.[14] Der Kommentar bezog sich auf einen Debattenbeitrag der Frankfurter Prostituierten-Selbsthilfeorganisation Doña Carmen,[15] der wiederum Alice Schwarzers zuvor in der taz veröffentlichte Gleichsetzung der heutigen Akzeptanz von Prostitution mit der früheren Akzeptanz von Pädophilie[16] kritisiert hatte. Die Emma-Redaktion warf der Zeitung im Zusammenhang des Umgangs der zuständigen Redakteurinnen mit der Gastkommentatorin Constabel und ihrem prostitutionskritischen Text ideologische Motivation sowie „Zensur“ und „Lüge“ vor.[17][18] Constabel war in der zwei Monate später gestarteten Emma-Kampagne mit zahlreichen Medienauftritten dann eine der zentralen Mitwirkenden.

Im Oktober 2012 sprach Chantal Louis noch von etwa 150.000 Frauen, die in Deutschland in der Prostitution arbeiten.[19]

Kampagne „Appell gegen Prostitution“ 2013[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Oktober 2013 startete Alice Schwarzer mit der von ihr geleiteten Zeitschrift Emma den Appell zur Abschaffung von Prostitution. Diesen sandte sie zuerst Prominenten und bekannten Organisationen mit der Bitte zur Unterzeichnung zu, setzte die Fotos der Unterzeichner, nach dem Prinzip der Kampagne Wir haben abgetrieben!, auf den Titel der Ausgabe November/Dezember 2013[20] und ließ dann, parallel zu einer Tour zusammen mit Emma-Redakteurin Chantal Louis durch Talkshows und Pressekonferenzen, eine Unterschriftenaktion im Internet laufen. Mit der Emma-Ausgabe Januar/Februar 2014 wurde die Kampagne in mehreren Artikeln fortgesetzt.[21]

Inhalt des Appells[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Appell gegen Prostitution fordert eine Rücknahme des Prostitutionsgesetzes von 2002, das die Prostitution zivilrechtlich als reguläres Gewerbe kodifiziert und ihre Ausübung damit liberalisiert hatte. Dadurch sei „Deutschland zu Europas Drehscheibe für Frauenhandel und zum Paradies der Sextouristen aus den Nachbarländern geworden“, so der Appell. Stattdessen wird eine gesellschaftliche wie gesetzliche Ächtung der Freier, welche als Frauenkäufer bezeichnet werden, gefordert, wenn nötig, auch Bestrafung mittels neuer strafrechtlicher Mittel nach schwedischem Modell. Zudem sollen Präventions- und Aufklärungsarbeit in Deutschland und in den Herkunftsländern der Prostituierten bereits in den Schulen, Schutz vor Abschiebung von Zeuginnen sowie deren Aufenthaltsrecht, Unterstützung von Frauen, die aus dem Beruf aussteigen wollen, gefördert werden sowie Maßnahmen, „die kurzfristig zur Eindämmung und langfristig zur Abschaffung des Systems Prostitution führen“.

Zur Begründung wird ausgeführt, Prostitution sei moderne Sklaverei mit „Ausbeutung und zugleich Fortschreibung der traditionell gewachsenen Ungleichheit zwischen Männern und Frauen“, sie degradiere Frauen zum „käuflichen Geschlecht“, brutalisiere das Begehren und verletze die Menschenwürde von Männern und Frauen, „auch die der sogenannt ,freiwilligen‘ Prostituierten“. Das Prostitutionsgesetz von 2002 trage hingegen die Handschrift der Frauenhändler und ihrer Lobbyisten.[22]

Emma-Redakteurin Chantal Louis und Herausgeberin Alice Schwarzer sprachen (anders als noch Oktober 2012) nunmehr von geschätzten 700.000 Prostituierten in Deutschland.[23]

Unterschriftenaktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Derzeit liegt (laut Eigenangabe der Zeitschrift Emma) die Gesamtzahl der Unterzeichner des Appells bei über 10.000 (Stand: 27. Dezember 2013).[24] Neben der Initiatorin, Emma-Chefredakteurin Alice Schwarzer, gehören zu den 90 Erstunterzeichnern:

sowie unter anderen folgende Erstunterzeichner:[26]

Später folgten unter anderen folgende Einzelpersonen:[27]

Buchveröffentlichung Prostitution – Ein deutscher Skandal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Appell wurde knapp eine Woche vor dem Erscheinen des Buches Prostitution – Ein deutscher Skandal: Wie konnten wir zum Paradies der Frauenhändler werden? in den Medien lanciert. Das Buch selbst erschien am 7. November 2013 bei Kiepenheuer & Witsch und ist sowohl als 322-seitiges Taschenbuch als auch als E-Book erhältlich. Das Buch wurde auf der Homepage von Alice Schwarzer und der Emma als „Das Buch zum Appell“ beworben.[28][29] In der Rheinischen Post und im Neuen Deutschland warfen Gegner Schwarzer vor, der Appell sei auch eine Marketingkampagne, um das Buch zu verkaufen.[30][31] Bei Direktkauf gab es zwei Emma-Ausgaben dazu.[32]

Das Buch ist eine Zusammenstellung von 14 Texten verschiedener Beteiligter aus dem Prostitutionsbereich, die aus deren persönlichem Blickwinkel geschrieben und die teilweise schon vor 20 Jahren in der Emma veröffentlicht wurden. Vier Kapitel teilen das Buch grob ein: Die Folgen der Reform und der Widerstand, Ich will nicht länger lügen – Prostituierte reden, Reicher Sextourist und arme Prostituierte, Blick zurück und Block nach vorn. Dazu gibt es noch eine Chronik von 1871–2013. Jedes dieser Kapitel ist in kleinere Kapitel unterteilt. Alle Autoren zeichnen ein negatives Bild von Prostitution und lehnen diese ab. Schwarzer veranstaltete am 14. November 2013 eine Podiumsdiskussion in der Urania, in der sie als Gäste den Augsburger Kriminalkommissar Helmut Sporer, die Sozialarbeiterin Sabine Constabel und eine Ex-Prostituierte namens „Marie“ zur Diskussion bat.

Weitere Elemente der Kampagne[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Zeitschrift ruft im Rahmen der Kampagne außer zur größtmöglichen Verbreitung des eigentlichen Appells unter anderem dazu auf, Aufkleber mit der Aufschrift „PROSTITUTION FRAUENKAUF Geht gar nicht!“, welche die Zeitschrift kommerziell vertreibt,[33] „massenhaft zu verbreiten“ und „überall“ an öffentlichen Orten anzubringen: darunter ausdrücklich in Supermärkten, an Litfaßsäulen, in Kinos, an Rathäusern, vor Schulen sowie auf Türen von Bordellen. Zusätzlich soll zum Beispiel das Ordnungsamt angerufen werden, wenn Bordelle mit ihren sexuellen Dienstleistungen werben; männliche Freunde sollen in Örtlichkeiten der Prostitution geschickt werden, um nach den Tarifen zu fragen. In Zeitungen, im Internet und in der Nachbarschaft soll nach Bordellen, Straßenstrichen und von Prostituierten genutzten Wohnungen gesucht und die Arbeitsumstände der Frauen recherchiert werden. Emma ruft Prostitutionsgegner dazu auf, sich mit der Zeitschrift und anderen Organisationen zu vernetzen, welche die Kampagne unterstützen.[34]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Medienecho[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Appell bekam vor allem durch die Beteiligung der vielen Prominenten ein erhebliches Echo in den Medien. Der Appell half, die Prostitution zum Thema mehrerer viel beachteter Fernseh-Talkshows zu machen, bei denen Gegner und Befürworter aufeinandertrafen.[35] Auch in anderen TV-Sendungen[36] sowie im Hörfunk,[37] in Zeitungen und Zeitschriften[38] sowie bei den Online-Medien führte der Appell zu kontroversen Diskussionen. Einerseits machten sich zahlreiche Kommentatoren die Argumente des Appells zu eigen. Andererseits entgegneten Kritiker, dass Schwarzer fragwürdige Zahlen verwende und kaum Quellen vorzuweisen habe.[39] Sie erkläre Prostituiertenselbsthilfegruppen zu „gekauften LobbyistInnen“ und spreche Sexarbeiterinnen „pauschal die Befähigung ab, rational über ihr Leben zu bestimmen“.[40] Dazu vermenge sie in unzulässiger Weise Prostitution und Zwangsprostitution,[41] erkläre selbstbestimmte Prostituierte in unzulässiger Weise und gegen deren Willen zu Opfern, wolle vor allem ihre eigenen Wertvorstellungen durchsetzen[42] und erwecke mit der gleichzeitigen Buchveröffentlichung den Verdacht, bei der Prominenten-Kampagne gehe es „nicht nur um Moral, sondern auch um Marketing“.[43][44] Ein Verbot und die Bestrafung der Freier diene den betroffenen Frauen nicht, besser sei es, die Rechte der Prostituierten zu stärken.[45] Die Redaktion des ARD-Magazins Panorama, die für sich in Anspruch nahm, die Debatte über negative Auswirkungen des Prostitutionsgesetzes von 2002 durch mehrere kritische Beiträge seit 2011[46] maßgeblich mitangestoßen zu haben, distanzierte sich vom Appell gegen Prostitution, den sie als „verlogene Kampagne gegen die Prostituierten“ einer „Allianz der Sittenwächter“ bezeichnete. Schwarzers Appell gehe es nicht um notwendige Verbrechensbekämpfung, sondern um Moral.[47]

Debatte über Prostitution auf politischer Ebene[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Veröffentlichung des Buches und die Kampagne liefen parallel zu Diskussionen über Freierbestrafung in Frankreich und Koalitionsverhandlungen des Kabinetts Merkel III, so dass das Thema Prostitution nochmal eine ganz eigene Dynamik bekam und Diskussionen über die Grundsätzlichkeit von Prostitution laut wurden.

Deutlich positiv bewertet wurde der Appell vom innenpolitischen Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Hans-Peter Uhl (CSU), sowie von der Frauen-Union der CSU, die parallel bereits eine eigene, zum Parteitag im November 2013 gestartete Kampagne „Nein zu Zwangsprostitution“ mit eigenen Forderungen an die neue Bundesregierung erarbeitet hatte, auch wenn diese sich im Gegensatz zum „Appell gegen Prostitution“ ausschließlich auf den Teilaspekt der Zwangsprostitution beziehen.[48][47]

Die Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen unterzeichnete den Appell zwar nicht, gab aber an, sich für Änderungen des Prostitutionsgesetzes einsetzen zu wollen. Gregor Gysi von Die Linke äußerte Bedenken, die Freier zu bestrafen, Menschenhandel und Zwangsprostitution müssten aber verschärft strafrechtlich verfolgt werden.[49]

Auch in anderen europäischen Staaten, wie etwa in Österreich und der Schweiz, wurden dadurch Diskussionen über Prostitution und deren Verbot angeregt.[50][51][52][53]

Feministische Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In einer Pressemitteilung zu den Koalitionsverhandlungen über Menschenhandel und Prostitution forderte der Deutsche Frauenrat einen besseren Schutz von Opfern des Menschenhandels sowie eine Stärkung der Rechte und Sicherheiten von Prostituierten. „Populistische Kampagnen, die auf unredliche Weise Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung mit Prostitution in eins setzten, seien hingegen nicht hilfreich, um die komplexen Probleme zu lösen“.[54]

Der Verein Terre des Femmes – Menschenrechte für die Frau, deren Vorstandsvorsitzende (seit 2009) Irmingard Schewe-Gerigk das Gesetz von 2002 als Mitglied von Bündnis 90/Die Grünen mitinitiiert hatte, unterzeichnete den Appell nicht, vertritt jedoch keine einheitliche Position. Vorstandsmitglied Juliane Löffler kritisierte, dass Emma die Stimmen aus dem Gewerbe ignoriere.[55] Die Terre-des-Femmes-Städtegruppe Rhein-Main unterstützt hingegen den Appell, da sich die Forderungen großteils mit denen von Terre des Femmes deckten.[56][57] Nach dem Auftritt von Schewe-Gerigk bei der Sendung Menschen bei Maischberger am 22. November 2013 zum Thema Kann man Prostitution verbieten?[58] veröffentlichte Terre des Femmes eine Stellungnahme, wonach der Vorstand sich aufgrund der im Verein kontrovers geführten Debatte nicht im Namen des gesamten Vereins für die im Appell gegen Prostitution geforderte Freierbestrafung aussprechen wollte. Das langfristige Ziel des Vereins sei jedoch weiterhin eine Gesellschaft ohne Prostitution.[59]

Die Politikwissenschaftlerin und Journalistin Antje Schrupp stellte Fünf Thesen zu Prostitution auf. Darin beschreibt sie Prostitution für Frauen als „eine Möglichkeit, ein relativ gutes Einkommen zu erzielen, das sie anders nicht oder nur schwer erzielen können“, und damit als „Alternative zum sonstigen Arbeitsmarkt, zur Versorgerehe, zu informeller Arbeit“. Ins Zentrum gestellt werden müsse daher vielmehr die Soziale Frage.

In einem Interview mit der FAZ im November 2013 spricht sich die französische Philosophin und Feministin Élisabeth Badinter gegen ein Verbot der Prostitution aus. Es müsse zwischen dem Kampf gegen mafiöse Zuhälter-Ringe und der Prostitution unterschieden werden. Frauen hätten das Recht, mit ihrem Körper zu machen, was sie wollen. „Ein Prostitutionsverbot würde die Lage der Prostituierten verschlimmern, weil sie dann im Verborgenen arbeiten müssten.“[60]

Rezeption durch mit Sexarbeit befasste Organisationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Seiten von Prostituiertenverbänden wie Hydra und Doña Carmen sowie des Online-Magazins menschenhandel heute[61] wurde der Appell abgelehnt.[62] Der erst im Oktober 2013 gegründete Berufsverband erotische und sexuelle Dienstleistungen wehrte sich vehement gegen den als Angriff empfundenen Appell und initiierte als Reaktion einen Gegenappell, Appell FÜR Prostitution.[63] Unter den dort verzeichneten bislang über 1700 Unterzeichnern sind neben Sexarbeiterinnen, Sexarbeitern und anderen Bürgern auch bekannte Persönlichkeiten, Beratungsstellen für Prostituierte, Parteien und Opfer von Menschenhandel, die sich von dem Emma-Appell nicht angesprochen fühlten. Prominente Stimmen darunter widersprachen in offiziellen Stellungnahmen, Talkshows und Pressemitteilungen den Thesen und Vorwürfen Schwarzers, was wiederum auf den Seiten der Emma und der Website von Schwarzer negativ kommentiert wurde.[64]

Ihre Buchvorstellung in der Berliner Urania war von heftigen Protesten begleitet.[65][66] Doña Carmen verklagte die Zeitschrift Emma wegen Falschdarstellung und Verleumdung und gewann den Prozess. Laut Urteil vom 25. November 2013 befand das Frankfurter Landgericht, dass ehrverletzende Angaben in der zweiten Auflage nicht mehr gedruckt werden dürfen.[67][68] Der Prostituiertenverband Hydra sah von einer Klage ab, veröffentlichte stattdessen eine offizielle Stellungnahme zu ehrverletzenden Behauptungen im Buch, die in leicht veränderter Form in der Emma-Ausgabe 1/14 nochmals publiziert wurden.[69]

Eine prominente Wortführerin der Gegner der Emma-Kampagne ist die Prostituierte und Betreiberin des Café Pssst, Felicitas Schirow, die sich sowohl über die Medien[70] als auch durch die Organisation einer eigenen, an die Öffentlichkeit gerichteten Veranstaltung[71] gegen den von Schwarzer angeführten Appell äußerte und dabei eigene Experten zur Entkräftung der Positionen des Appells aufbieten konnte.[72][73] Schirow und ihre Verbündeten wurden für ihr Engagement gegen den Appell von dessen Initiatoren hart angegriffen, zu einer Annäherung der beiden Seiten über strittige Inhalte kam es nicht.[74]

Rezeption durch Freier[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Reaktion auf den Appell gegen Prostitution wandte sich die Freieroffensive Anfang 2014 in einem Offenen Brief gegen Freierbestrafung und den von Prostitutionsgegnern oft geäußerten Vorwurf der Vergewaltigung.[75]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alice Schwarzer (Hrsg.): Prostitution – Ein deutscher Skandal. Wie konnten wir zum Paradies der Frauenhändler werden? Kiepenheuer & Witsch, Köln 2013, ISBN 978-3-462-04578-9

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Petra Schmackpfeffer: Frauenbewegung und Prostitution: über das Verhältnis der alten und neuen deutschen Frauenbewegung zur Prostitution. (PDF) S. 106ff, BIS Verlag, Oldenburg 1989
  2. Die Ware Frau. In: emma.de. 1. Januar 2007, abgerufen am 27. August 2017 (Vorschau).
  3. http://www.fair-paysex.de/emma-paula.htm
  4. http://www.taz.de/!7600/
  5. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/alice-schwarzer-ueber-prostitution-die-freiwilligkeit-ist-ein-mythos-a-513846.html
  6. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/entgegnung-auf-alice-schwarzer-prostitution-ist-realitaet-a-514774.html
  7. http://www.emma.de/artikel/prostitution-die-ware-frau-265429
  8. http://meedia.de/print/emma-redakteurin-berichtet-aus-dem-pascha/2012/12/05.html
  9. Thema Rotlichtmilieu: Rekordquoten für Furtwängler und Jauch. In: Spiegel Online vom 17. Dezember 2012, abgerufen am 14. Januar 2014
  10. Tatort Rotlichtmilieu – wie brutal ist das Geschäft mit dem Sex? ARD-Sendung Günther Jauch vom 16. Dezember 2012, abgerufen am 14. Januar 2014
  11. Cordula Meyer u. a.: Ungeschützt. In: Der Spiegel vom 27. Mai 2013, abgerufen am 14. Januar 2014
  12. Tina Soliman und Sonia Kennebeck: Die Story im Ersten: Sex – Made in Germany: Prostitution und ihre Profiteure. (Memento vom 13. Juni 2013 im Internet Archive) ARD-Dokumentation vom 10. Juni 2013, abgerufen am 14. Januar 2014
  13. Joachim Käppner: ARD-Dokumentation „Sex - Made in Germany“: Die große Puff-Lüge. In: Süddeutsche.de vom 10. Juni 2013, abgerufen am 14. Januar 2014
  14. Franziska Mozart: Prostitutions-Debatte: „Emma“ wirft „taz“ Zensur vor. In: W&V vom 22. August 2013, abgerufen am 9. Januar 2014
  15. Doña Carmen: Debatte Pädophilie und Prostitution: Die Würde der Sexarbeiterinnen. In: taz.de vom 17. August 2013, abgerufen am 9. Januar 2014
  16. Alice Schwarzer: Pädophiliedebatte in den 1980ern: Es geht immer um die Macht In: taz.de vom 13. August 2013, abgerufen am 9. Januar 2014
  17. Die taz lügt: Kritischer Beitrag über Prostitution abgelehnt! In: Emma.de vom 25. August 2013, abgerufen am 9. Januar 2014
  18. Antwort auf die Vorwürfe der “Emma”. In: taz Hausblog vom 22. August 2013, abgerufen am 9. Januar 2014
  19. „Etwa 150000 Frauen arbeiten in Deutschland in der Prostitution“ Chantal Louis: Deutschlands Sonderweg. In: Emma, Ausgabe Herbst 2012, 1. Oktober 2012 [1]
  20. "Emma"-Kampagne: Mit Prominenz gegen das "System Prostitution". In: Spiegel Online vom 28. Oktober 2013, abgerufen am 28. Dezember 2013
  21. Übersicht EMMA Januar/Februar 2014 auf der Webseite der Emma, abgerufen am 28. Dezember 2013
  22. Appell gegen Prostitution. Abgerufen am 13. November 2013 (PDF).
  23. http://www.emma.de/sites/default/files/upload/pdf/appell_emma_6_2013.pdf
  24. Der Appell gegen Prostitution. Sonderseite. In: emma.de. Abgerufen am 15. November 2013.
  25. EMMA – Appell gegen Prostitution, Landesfrauenrat Baden-Württemberg
  26. Die ErstunterzeichnerInnen auf emma.de
  27. Die weiteren UnterzeichnerInnen auf emma.de
  28. http://www.aliceschwarzer.de/thema/alice-tour-311556
  29. http://www.emma.de/thema/der-appell-gegen-prostitution-111249
  30. http://www.hb-people.de/kolumne/wohin-mit-dem-hass-heute-alice-schwarzers-kampf-gegen-prostitution
  31. Celestine Hassenfratz: Alice Schwarzer sieht Rot. In: neues-deutschland.de. 16. November 2013. Abgerufen am 20. Dezember 2013.
    http://www.rp-online.de/politik/deutschland/kolumnen/frauensache/wie-alice-schwarzer-prostitution-skandalisiert-aid-1.3790283
  32. https://crm.profidata.de/Bestellseiten/EMMA/aktion07.htm
  33. Aufkleber, im „EMMA-Shop“ auf Emma.de, abgerufen am 28. Dezember 2013
  34. Das kannst du tun! In: Emma.de, abgerufen am 28. Dezember 2013
  35. beispielsweise: Großbordell Deutschland – muss Prostitution verboten werden? Information zur ARD-Sendung Günther Jauch vom 10. November 2013; Schluss mit käuflichem Sex: Kann man Prostitution verbieten? (Memento vom 28. November 2013 im Internet Archive) (Video, 75:06 Min.), ARD-Sendung Menschen bei Maischberger vom 26. November 2013; Sex gegen Bezahlung: Ist Prostitution ein Beruf? (Memento vom 16. November 2013 im Internet Archive) RTL-Sendung SternTV vom 13. November 2013; Video log in: Sex gegen Geld verbieten? (Video, 60:12 Min.) in der ZDFmediathek, abgerufen am 6. November 2013
  36. Einfach abschaffen? Debatte um Prostitution. (mit Video, 7:02 Min.), 3sat Kulturzeit vom 21. November 2013, abgerufen am 13. Januar 2014
  37. Sex gegen Geld: Prostitution abschaffen – ja oder nein? (mit Audio, 2x 45 Min.), Sendung Radiofeuilleton – im Gespräch im DeutschlandRadio Kultur vom 30. November 2013, abgerufen am 13. Januar 2014
  38. Iris Radisch und Anna-Katharina Messmer: Pro/Contra: Prostitution abschaffen? In: Die Zeit vom 7. November 2013, abgerufen am 14. Januar 2014
  39. Caroline von Bar: Prostitution: Nebel im Sperrbezirk. In: Zeit Online vom 6. Dezember 2013, abgerufen am 14. Januar 2014
  40. Johannes Richardt: Prostitution: Käuflichen Sex konsequent legalisieren. In: Cicero vom 5. Dezember 2013, abgerufen am 13. Januar 2014
  41. Juliane Löffler: Deutungshoheit gepachtet. In: der Freitag vom 29. Oktober 2013, abgerufen am 13. Januar 2014
  42. Helene Buchholz: Schwarzer und die Sexdebatte. In: NDR Kultur vom 9. Dezember 2013, abgerufen am 14. Januar 2014
  43. Dagmar Rosenfeld: Kolumne Frauensache: Wie Alice Schwarzer Prostitution skandalisiert. In: RP Online vom 4. November 2013, abgerufen am 13. Januar 2014
  44. Prostitution: “Emma” ist auf dem falschen Dampfer. In: Bronski – das FR-Blog vom 6. November 2013, abgerufen am 13. Januar 2014
  45. Heide Oestreich: Kommentar über die Prostitutionsdebatte: Bildnisse einer Hure. In: taz.de vom 2. November 2013, abgerufen am 13. Januar 2014
  46. Sonia Kennebeck und Tina Soliman: Liberales Prostitutionsgesetz: Wie Deutschland zum Puff Europas wurde. (Video, 10:18 Min.). TV-Beitrag des ARD-Magazins Panorama (NDR) vom 19. Dezember 2013, abgerufen am 13. Januar 2013
  47. a b Tina Soliman: Rotlicht: Die verlogene Kampagne gegen die Prostituierten. (Video, 8:39 Min.). TV-Beitrag des ARD-Magazins Panorama (NDR) vom 19. Dezember 2013, abgerufen am 13. Januar 2013
  48. Nein zu Zwangsprostitution, Webseite der Kampagne der Frauen-Union der CSU
  49. http://www.taz.de/!127100/
  50. Sexarbeiterinnen wollen kein Verbot. ORF.at, 10. Oktober 2013
  51. Alice Schwarzer: „Kämpfe für Prostitutions-Verbot“, Kurier, 17. November 2013
  52. „Frauen können mit ihrem Körper machen, was sie wollen“, dieStandard.at, 26. November 2013
  53. Schwarzer kritisiert Zürcher Strichplatz scharf, 20 Minuten Schweiz, 7. November 2013
  54. Komplexe Probleme erfordern differenzierte Lösungen, Pressemitteilung vom 11. November 2013.
  55. Juliane Löffler: Deutungshoheit gepachtet, der Freitag, 29. Oktober 2013
  56. Appell gegen Prostitution | Petition von EMMA, Terre des Femmes, Städtegruppe Rhein-Main, 26. November 2013
  57. Positionspapier zu Prostitution in Deutschland, von Terre des Femmes (Stand September 2011)
  58. Annett Otto: „Menschen bei Maischberger“ zu Prostitution. „Haben sich jetzt alle einmal angeschrien?“ In: Berliner Zeitung, 27. November 2013.
  59. Debatte zur Prostitution bei TERRE DES FEMMES
  60. Elisabeth Badinter im Gespräch. FAZ, 25. November 2013, abgerufen am 26. November 2013.
  61. Sonja Dolinsek: Warum ich den Appell gegen Prostitution der EMMA und von Alice Schwarzer ablehne.
  62. Schwarzers „Appell gegen Prostitution“ – Eine Entgegnung von Doña Carmen e. V.
  63. http://sexwork-deutschland.de/politik/appell-fuer-prostitution/
  64. [2]
  65. Hannah Pilarczyk: Anti-Prostitutionsdebatte: Brüllen und blitzen gegen Alice. In: Spiegel online. 15. November 2013, abgerufen am 15. November 2013.
  66. Veronica Frenzel, Sandra Dassler: Prostitution in Berlin. Alarm im Sperrbezirk, Der Tagesspiegel 14. November 2013
  67. http://www.fnp.de/lokales/frankfurt/Huren-Verein-klagt-gegen-Alice-Schwarzer;art675,689563
  68. http://www.donacarmen.de/?p=440
  69. http://www.hydra-berlin.de/fileadmin/users/main/pdf/Verein/Hydra_Dezember_2013.pdf
  70. Bordellchefin Felicitas Schirow: „Alice Schwarzer ist eine Lügnerin“. In: N-24 vom 4. Dezember 2013
  71. Julia Haak: http://www.berliner-zeitung.de/berlin/felicitas-schirow-in-der-urania-wider-die-bevormundung,10809148,25583912.html (mit Video). In: Berliner Zeitung vom 10. Dezember 2013
  72. Julian Vetten: „Prostitution ist nicht gleich Menschenhandel!“ Experten verbünden sich gegen Schwarzer In: n-tv vom 12. Dezember 2013
  73. Julia Neumann: Podiumsrunde zur Prostitutionsdebatte: Alle gegen Schwarzer in: taz.de vom 10. Dezember 2013
  74. Chantal Louis: Die Bordellbesitzerin und der Richter. In: Emma.de vom 11. Dezember 2013
  75. Offener Brief der Freieroffensive an Alice Schwarzer