Mario Schneider

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Mario Schneider (* 5. Mai 1970 in Neindorf, Oschersleben) ist ein deutscher Regisseur, Autor, Filmkomponist und Fotograf, der unter anderem durch seine Arbeit als Dokumentarfilmer (vor allem durch die Filme der MansFeld-Trilogie sowie Akt) und sein umfangreiches filmmusikalisches Schaffen bekannt wurde.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mario Schneider wurde in Neindorf in der Magdeburger Börde geboren, er wuchs in Helbra im Mansfeldischen auf. Von 1986 bis 1989 absolvierte er eine Berufsausbildung zum Metallurgen für Hüttentechnik mit Abitur im Mansfeld-Kombinat.

Ab 1992 studierte er in Halle (Saale) zunächst Musikwissenschaften, Philosophie und Kunstgeschichte, gefolgt von einem Kompositions- und Klavierstudium an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ in Leipzig 1994 bis 1997. 1998 ging Mario Schneider nach München, um dort einerseits ein Studium der Filmkomposition an der Musikhochschule aufzunehmen, andererseits seine Tätigkeit im Red Deer Studio und die Zusammenarbeit mit Harold Faltermeyer aufzunehmen. In dieser Zeit nahm der Künstler bereits größere Kompositionsaufträge wahr, so für die Serie Der König von St. Pauli sowie die bis heute andauernde Tätigkeit für Die Pfefferkörner.

Nach seinem Abschluss als Diplomfilmkomponist und seiner Rückkehr nach Halle gründete er die Filmproduktionsfirma 42film GmbH und begann als Dokumentarfilmer und Regisseur zu arbeiten. Mit einer Reihe Dokumentarfilmen errang Schneider dabei nationale und internationale Aufmerksamkeit. Insbesondere die Filme der MansFeld-Trilogie (2005, 2008 und 2013), der fiktionale Kurzfilm Das zweite Geschenk (2009) sowie Akt (2015) wurden weithin beachtet und liefen auf vielen Festivals im In- und Ausland. In Produktion befindet sich der Film Uta über Uta Pilling (die auch schon in Akt mitwirkte)[1].

2014 erschien Schneiders erstes Buch, die Erzählsammlung Die Frau des schönen Mannes, als Print und Hörbuch im Mitteldeutschen Verlag. Dort wird im Frühling 2020 auch sein Bild-Text-Band Tourist mit Fotografien und drei Geschichten vorgelegt.

Mario Schneider ist Vater einer Tochter, er lebt in Halle. Seit 2019 ist er Mitglied der Akademie der Künste Sachsen-Anhalt.

Filmografie als Regisseur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Helbra, Kinodokumentarfilm, 70 min, 2005.
  • Der letzte Gast, Dokumentarfilm, 65 min, 2007.
  • Heinz und Fred, Kinodokumentarfilm, 80 min, koproduziert durch Arte und Mitteldeutscher Rundfunk, 2008.
  • Das zweite Geschenk, Kurzfilm (fiktional), 15 min, 2009.
  • MansFeld, Kinodokumentarfilm, 98 min, koproduziert durch den Mitteldeutschen Rundfunk, 2013.
  • Akt, Kinodokumentarfilm, 100 min, koproduziert durch den Mitteldeutschen Rundfunk, 2015.
  • Uta, Kinodokumentarfilm, 86 min, in Kooperation mit dem Mitteldeutschen Rundfunk, 2020 (in Produktion).

Filmmusik (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der König von St. Pauli (Deutschland), Regie: Dieter Wedel, TV-Serie (SAT.1), gemeinsam mit Harold Faltermeyer, 1998.
  • Die Pfefferkörner (Deutschland), TV-Serie für Kinder (Norddeutscher Rundfunk), seit 1999 – bisher 200 Folgen.
  • Der Mistkerl (Deutschland), Regie: Andrea Katzenberger, TV-Spielfilm für Kinder (ZDF), 2000.
  • Der Weihnachtswolf (Deutschland), Regie: Matthias Steurer (RTL), 2001.
  • Typisch Ed (Deutschland), Regie: Franz Peter Wirth, Kinderanimationsfilm (ZDF), 2001.
  • Mask under Mask (Deutschland), Regie: Markus Goller, Kinospielfilm, 2003.
  • Die Hollies (Deutschland), Regie: Matthias Steurer, TV-Spielfilm für Kinder (KiKA), 2003.
  • 4 gegen Z (Deutschland), Regie: Klaus Wirbitzky und Andrea Katzenberger, TV-Serie für Kinder, Norddeutscher Rundfunk (Studio Hamburg), 2004–2008, 41 Folgen.
  • Unrequited Love (Großbritannien) Regie: Christopher Petit, Kinospielfilm, 2005.
  • Krimi.de TV-Serie für Kinder (Norddeutscher Rundfunk/KiKA), 2005–2008.
  • The Trap (Serbien/Frankreich/Ungarn/Deutschland), Regie: Srđan Golubović, Kinospielfilm, 2007.
  • Heinz und Fred (Deutschland), Regie: Mario Schneider, Kinodokumentarfilm, gemeinsam mit Cornelius Renz, 2008.
  • Das Orangenmädchen (Norwegen/Spanien/Deutschland), Regie: Eva Dahr, Kinospielfilm nach einer Geschichte von Jostein Gaarder, 2008.
  • Belgrad Radio Taxi (Serbien/Deutschland), Regie: Srđan Kolević, Kinospielfilm, 2010.
  • MansFeld (Deutschland), Regie: Mario Schneider, Kinodokumentarfilm, 2012.
  • Circles, (Serbien/Deutschland), Regie: Srđan Golubović, Kinospielfilm, 2013.
  • The Petrov File (Belgien/Frankreich/Deutschland), Kinospielfilm, Regie: Georgi Balabanov, 2015.
  • Leopard, Seebär & Co. (Deutschland), Doku-Serie (Norddeutscher Rundfunk), seit 2016 – bisher mehr als 40 Folgen.
  • Die Pfefferkörner und der Fluch des schwarzen Königs (Deutschland), Regie: Christian Theede, Kinospielfilm, 2017.
  • Tierärzte (Deutschland), Doku-Serie (ARD), 2018–2019, 30 Folgen (in Produktion).
  • Father (Serbien/Deutschland/Frankreich), Regie: Srđan Golubović, Kinospielfilm, 2019.
  • The Report (Slowakei/Polen/Tschechien/Deutschland), Regie: Peter Bebjak, Kinospielfilm, 2020 (in Produktion).
  • One more day in Baghdad (Frankreich/Deutschland), Regie: Maysoon Pachachi, Kinospielfilm, 2020 (in Produktion).
  • Die Pfefferkörner und der Schatz der Tiefsee (Deutschland/Irland), Regie: Christian Theede, Kinospielfilm, 2020 (in Produktion).
  • Správa, Slowakei, Tschechien, Deutschland 2021.

Buchveröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Frau des schönen Mannes, Erzählungen, Halle: Mitteldeutscher Verlag 2014.
  • Die Frau des schönen Mannes, Hörbuch, gelesen von Udo Schenk, Halle: Mitteldeutscher Verlag 2014.
  • Tourist, Fotografien, mit Texten von Maike Wetzel, Jule Reckow und Mario Schneider, Halle: Mitteldeutscher Verlag 2020.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Uta (Website zum Dokumentarfilm der Produktionsfirma 42film GmbH). Abgerufen am 7. Juli 2020.