Matthias Wegehaupt

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Matthias Wegehaupt (* 1938 in Berlin) ist ein deutscher Maler und Schriftsteller.

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wegehaupt studierte 1956 bis 1958 in Greifswald und 1962 bis 1964 an der Hochschule für bildende und angewandte Kunst Berlin-Weißensee, brach das Studium aber ab. Dennoch wurde er 1965 in den Verband Bildender Künstler der DDR aufgenommen. 1976 Arbeitsstipendium in Ungarn, nach 1989 Ausstellungen in Frankreich Polen und Deutschland. 1999 Ehrengast der Villa Massimo in Rom. Er lebt mit seiner Frau in Ückeritz auf der Insel Usedom. Matthias Wegehaupt ist der Sohn des Künstlers Herbert Wegehaupt und der Enkel des Rechtswissenschaftlers Alfred Manigk.

Der Roman „Die Insel“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In seinem 2005 erschienenen Roman „Die Insel“ (Fortsetzungabdruck ab Oktober 2005 im „Nordkurier“) schildert Wegehaupt das Leben auf einer fiktiven Ostseeinsel über einen Zeitraum von 40 Jahren – vom Bau der Mauer (1961) bis zum Zusammenbruch der DDR (1989), Rückblenden greifen zurück auf das Kriegsende und die Zeit der sowjetischen Besatzung. Im Mittelpunkt steht Unsmoler, ein Maler, der nach dem Studium auf die Insel zurückkehrt, um ungestört arbeiten zu können. Das gelingt nicht: Den Inselbewohnern bleibt er ein Fremder, der mächtige SED-Inselchef und sein „Mitarbeiter“ von der Staatssicherheit sehen in dem Einzelgänger ein Sicherheitsrisiko. Mit Deifine, der kellnernden Medizinstudentin, findet er ein kurzes Glück, doch Unsmoler ist ihr nicht zielstrebig genug und so verlässt sie ihn mit dem gemeinsamen Sohn. Unsmoler arbeitet einerseits unter notwendig scheinenden Kompromissen mit der Staatsmacht (für die er Parolen auf Transparente malen muss), andererseits macht er in seinen Bildern keine Zugeständnisse an den offiziellen Geschmack, sondern sucht seine eigene Bildsprache. Lockere Kontakte hält er zur oppositionellen Szene in der Hauptstadt, u.a. zu Adamski, ein kaum verschlüsseltes Porträt des Liedermachers Wolf Biermann. Beinahe alptraumhaft und viel weniger realistisch als der Rest des Buches steht am Ende die Schilderung der (ungewollten?) Reise Unsmolers in den Westen und seine ebenso sagenhafte Rückkehr auf die Insel. Unsmoler, so wird deutlich, will in Ruhe auf seiner Insel leben. Das ist seine Antwort auf die Frage vieler DDR-Bürger: „Weggehen oder bleiben“.

Interessant an dem Buch (ursprünglich geplanter Titel: „Liebe Leute“) ist neben den deutlichen autobiografischen Zügen auch seine Entstehungsgeschichte. Wegehaupt führte von 1970 bis zur Wende 1989 ein geheimes Tagebuch, in dem er das Leben auf Usedom beschrieb. Das Manuskript versteckte er unter den Dielen in seinem Atelier und in einem Fass im Garten. Aus den schließlich 3000 Seiten wurde dann der Roman, was insbesondere am Ende zu manchen Zeitsprüngen führt.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erzählendes Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1992: Europapalast (Palais de l’Europe), Straßburg, Frankreich
  • 1993: Museum Helferhaus, Backnang
  • 1994: Galerie der Modernen Kunst im Nationalmuseum Stettin (Muzeum Narodowe w Szczecinie), Polen
  • 1997: Kunsthalle Rostock
  • 1997: Schloß Reinbek bei Hamburg
  • 1999: Galerie Mitte, Berlin
  • 1999: Deutsche Industriebank, Berlin
  • 2001: Galerie Paul Veron, Greifswald
  • 2001: Kunstpavillon Heringsdorf
  • 2004: Skulpturenpark Katzow
  • 2006: Kulturwerk West, Hamburg
  • 2006: Galerie Forum Amalienpark, Berlin
  • 2012: Herrenhaus Libnow

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]