Mecklenbeck

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Mecklenbeck ist ein Wohnbereich (Stadtteil) im Süden des Stadtbezirks West der Stadt Münster in Westfalen. Er liegt zwischen den Stadtteilen Albachten im Westen und dem Innenstadtbereich im Osten, sowie Sentrup im Norden und Amelsbüren im Süden. Direkt zwischen den Autobahnen A1 und A43 gelegen, leben in Mecklenbeck 9310 Einwohner[1] auf einer Fläche von knapp 6,24 km²[2].

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mecklenbeck hat sich aus einer alten Bauerschaft entwickelt, die sich links und rechts des Meckelbachs (des Namensgebers des Dorfes) entlang der Landstraße nach Dülmen (der heutigen Mecklenbecker Straße) angesiedelt hat. Der Meckelbach mündet kurz vor dem Aasee in die Münstersche Aa. Schon im Jahr 889 findet sich eine urkundliche Erwähnung eines dem Domkapitel gehörenden Bauernhofes auf dem Gebiet des heutigen Mecklenbecks. Von dieser frühen Besiedelung zeugt noch heute der alte Fachwerkspeicher von „Haus Kump“, einem Bauwerk aus dem 16. Jahrhundert und ältestem Speichergebäude in Münster.

Gegen 1800 begann ein leichtes Wachstum der Bauerschaft, welche in den kommenden Jahrzehnten ein eher dörflich strukturiertes Zentrum mit Kapelle, Schule und Gasthäusern bekam. Die 1845 neu errichtete Kapelle wurde zwar bald darauf vergrößert, erhielt ihre Selbständigkeit als Pfarrkirche aber erst 1951. Vorher gehörte Mecklenbeck kirchlich zur Gemeinde St. Lamberti in Münster.

Zur Stadt Münster gehört der größte Teil von Mecklenbeck seit der zweiten Eingemeindung im Jahr 1903, als es als Teil der Gemeinde Lamberti eingemeindet wurde. Der Teil südlich der Bahnlinie wurde als Teil der Gemeinde Amelsbüren erst 1975 zu Münster eingemeindet. Nach dem Zweiten Weltkrieg entstand in Mecklenbeck ein großes Barackenlager für Flüchtlinge und Spätaussiedler. Kleinere Neubausiedlungen entstanden seit den 1920er Jahren. Der Stadtteil bestand nun aus mehreren räumlich getrennten Wohngebieten, während ein Teil der alten Bauernhöfe abgerissen wurde und bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts alle Höfe die Landwirtschaft beendeten. Mit dem Projekt Neue Mitte Mecklenbeck wird seit Mitte der 1990er Jahre versucht, dem Stadtteil einen zentralen Ortskern zu geben. Dazu entstand auf dem Gebiet rund um die 1972 neu errichtete St.-Anna-Kirche und die anderen dort befindlichen historischen Gebäude ein neues Wohngebiet mit zahlreichen Einkaufsmöglichkeiten, Kindergärten und einem Bürgerhaus, zu welchem einer der alten Bauernhöfe umgebaut wurde.

Statistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Strukturdaten der Bevölkerung in Mecklenbeck am 31. Dezember 2016:

  • Jugendquote: 28,5 % (Münsteraner Durchschnitt: 27,2 %)[3]
  • Altenquote: 28,9 % (Münsteraner Durchschnitt 26,0 %)[4]
  • Ausländeranteil: 6,9 % (Münsteraner Durchschnitt 10,1 %)[5]

Kirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Katholische St.-Anna-Kirche, Dingbängerweg. Einweihung 1972, Architekt: Harald Deilmann.
  • Evangelische Martin-Luther-Kirche, Mecklenbecker Straße. Einweihung 1967, Architekt: Karl-Heinz Schwabenbauer.

Schulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peter-Wust-Schule, städt. Grundschule, am Dingbängerweg
  • Loevelinglohschule, städt. kath. Grundschule, an der Wiedaustraße
  • Friedensschule, bischöfliche Gesamtschule, an der Echelmeyerstraße

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

ÖPNV[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mecklenbeck ist mit drei Buslinien der Stadtwerke Münster an das Stadtzentrum angebunden. Auf der Weseler Straße, der Haupterschließungsstraße des Stadtteils, verkehren die Busse tagsüber im 10 Minuten-Takt, wobei sie stadteinwärts eine Busspur nutzen. Alle 20 Minuten verkehrt ein Bus in den Nachbarstadtteil Albachten, wo es einen Bahnhof gibt. Stündlich wird der Stadtteil Roxel angefahren. Abends kann Mecklenbeck durch zwei Nachtbuslinien vom Zentrum erreicht werden.

Der seit Juni 1991 stillgelegte Bahnhof wird etwa 400 m weiter östlich als Haltepunkt der Baumbergebahn neu errichtet. Die hierzu notwendigen Bauvorbereitungen haben 2016 begonnen. Die Inbetriebnahme des neuen Haltepunktes ist zum Fahrplanwechsel im Dezember 2018 geplant. Damit hätte Mecklenbeck nicht nur eine schnellere Verbindung zum Münsteraner Hauptbahnhof, sondern ebenso zum Haltepunkt Münster-Roxel und in den Kreis Coesfeld.

Individualverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie überall in Münster nimmt auch in Mecklenbeck das Fahrrad eine wichtige Stellung ein. Die beiden ins Stadtzentrum führenden Straßen sind während der Hauptverkehrszeiten an ihrer Kapazitätsgrenze angekommen, jedoch ist eine Erweiterung nicht möglich. Die nächstgelegenen Autobahnanschlussstellen sind der nördliche Beginn der A 43, von wo auch die A 1 am Autobahnkreuz Münster erreicht werden kann, die Anschlussstelle Senden der A 43 (Münster – Recklinghausen – Wuppertal) und die Anschlussstelle Münster-Hiltrup der A 1.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mecklenbeck beheimatet zwei Fußball- bzw. Sportvereine, den DJK Wacker Mecklenbeck 1956 e.V. und den 1. FC Mecklenbeck, die beide zusammen auf einer der modernsten Sportanlagen von Münster und Umgebung ihre Sportprogramme ausführen (110.360 m² Nutzfläche). Hinzu kommt der Skaterpark mit dazugehörigem Fußballplatz und Volleyballspielfeld.

Bilder aus Mecklenbeck[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karlheinz Pötter (Hrsg.): Mecklenbeck – Von der Bauerschaft zum Stadtteil. 1. Auflage. Verlag Regensberg, Münster 1979 (2. Aufl. 1980).
  • Karlheinz Pötter u. a.: Mit Mecklenbeck ins 3. Jahrtausend. Selbstverlag, 1998, ISBN 3-9806275-0-0.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.stadt-muenster.de/fileadmin//user_upload/stadt-muenster/61_stadtentwicklung/pdf/karten/Statistische_Gebietsgliederung_Schematische_Darstellungen_Bevoelkerung.pdf
  2. Kleinräumige Gebietsgliederung aller Stadtteile 2010 (PDF; 299 kB), S. 2.
  3. Jugendquote in Münster (CSV-Dokument)
  4. Altenquote in Münster (CSV-Dokument)
  5. Migration in Münster (CSV-Dokument)

Koordinaten: 51° 56′ N, 7° 35′ O