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Metro Helsinki

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Helsingin metro logo.svg
Metro Helsinki
Helsinki metro map 2007.png
Basisdaten
Staat Finnland
Stadt Helsinki
Verkehrsverbund HSL
Eröffnung 1982
Linien 1 (mit 2 Armen)
Streckenlänge 21,1 km
Stationen 17
Tunnelstationen 8
Fernbahnhöfe 1
Nutzung
Kürzester Takt 4 min
Passagiere 63,5 Mio. pro Jahr (2013)
Fahrzeuge M100, M200
Betreiber HKL
Spurweite 1524 mm
Stromsystem 750 V DC Stromschiene
Ein Zug der Baureihe M100 am Bahnhof Kulosaari
2011 wurde die Station Kulosaari überdacht

Die Metro Helsinki (finn. Helsingin metro, schwed. Helsingfors metro) ist die U-Bahn der finnischen Hauptstadt Helsinki. Sie wurde 1982 eröffnet, ist die einzige U-Bahn Finnlands und zudem die nördlichste U-Bahn der Welt.[1]

Die Metro mit einer Länge von 21,1 Kilometern verbindet das Zentrum mit den östlichen Stadtteilen. Sie verfügt über eine Linie mit 17 Stationen (Stand 2017) und verzweigt sich am östlichen Ende. Etwa 30 % der Strecke verlaufen im Tunnel.[2] Eine erhebliche Ausweitung in westlicher Richtung ist seit 2009 in Bau. Diese sogenannte Westmetro verläuft komplett im Tunnel und wird die Gesamtlänge des Netzes ungefähr verdoppeln.

Streckenverlauf und Betrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Metrolinie beginnt in Ruoholahti in der südwestlichen Innenstadt und führt zunächst in einem Tunnel nach Sörnäinen in der nordöstlichen Innenstadt. Danach verlässt sie den Tunnel und führt als Hochbahn bis zur Station Kalasatama. Es folgt eine Brücke zur Insel Kulosaari. Nach einer weiteren Brücke, die zurück aufs Festland führt, verläuft die Metro ebenerdig bis nach Itäkeskus, wo sie sich in einen nördlichen Abschnitt nach Mellunmäki und einen östlichen nach Vuosaari verzweigt.[2] Letzterer Abschnitt verläuft zunächst in einem Tunnel. Nach Puotila überquert die Metro die Vartiokylä-Bucht auf der Vuosaari-Brücke, kommt zum Bahnhof Rastila und führt ebenerdig weiter bis zur Endstation Vuosaari.

Die Bahnsteige haben eine Länge von 135 Metern. Alle Stationen besitzen behindertengerechte Zugänge, ein Teil verfügt über P+R-Anlagen. Die Stationen sind auf Finnisch und Schwedisch, den beiden Amtssprachen Helsinkis, ausgeschildert.

Die Metro-Helsinki wird von HKL, dem Verkehrsbetrieb der Stadt, betrieben und ist Teil des vom regionalen Verkehrsverbund HSL organisierten Verkehrssystems. Sie verkehrt montags bis samstags von 5:25 Uhr bis 23:25 Uhr, sonntags ab 6:25 Uhr. Zur Hauptverkehrszeit fahren die Züge ab Ruoholahti im 4-Minuten-Takt, sonst alle fünf Minuten. Die Züge fahren abwechselnd zu den beiden Endstationen, ab Itäkeskus fahren die Züge auf den beiden Ästen jeweils in der halbierten Taktfrequenz. Von Mitte Juni bis Ende Juli fährt die Metro wegen der Sommerferien mit verringerter Taktfrequenz.

Jeden Werktag werden über 200.000 Fahrgäste befördert. Laut dem HKL-Jahresbericht hatte die Metro 2013 insgesamt 63,5 Millionen Fahrgäste. Der Umsatz des Bereichs Metro bei der HKL betrug im selben Jahr 31,4 Millionen Euro, der Gewinn 3,3 Millionen Euro.[3]

Station Entfernung Umsteigemöglichkeiten
(Auswahl)
Ruoholahti Gräsviken 0,0 km Straßenbahn-Linie 8
Kamppi Kampen 1,2 km →Busse nach Espoo, Busfernverkehr, Straßenbahnlinien 2, 9
Rautatientori Järnvägstorget 1,7 km S-Bahn, Bahnfernverkehr, Straßenbahnlinien 2, 3, 6, 9
Helsingin yliopisto Helsingfors universitet 2,3 km →Straßenbahnlinien 3, 6, 9
Hakaniemi Hagnäs 3,2 km →Straßenbahnlinien 1, 3, 6, 7A/B, 9
Sörnäinen Sörnäs 4,1 km →Straßenbahnlinien 6, 7A/B, 8
Kalasatama Fiskhamnen 5,2 km
Kulosaari Brändö 7,0 km
Herttoniemi Hertonäs 8,5 km
Siilitie Igelkottsvägen 9,9 km
Itäkeskus Östra centrum 11,9 km
Myllypuro Kvarnbäcken 13,8 km 13,0 km Puotila Botby gård
Kontula Gårdsbacka 15,2 km 16,2 km Rastila Rastböle
Mellunmäki Mellungsbacka 16,8 km 16,2 km Vuosaari Nordsjö

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Station Rastila
Ein Zug überquert die Vuosaari-Brücke zwischen den Stationen Rastila und Puotila

1958 beschloss ein Planungsausschuss, dass in der finnischen Hauptstadt eine U-Bahn nach dem Vorbild anderer europäischer Großstädte errichtet werden müsse. Erst 1969 fasste der Stadtrat der Stadt Helsinki den Beschluss, eine Metro bauen zu lassen, die die östlichen Stadtteile besser mit dem Stadtzentrum verbinden sollte.

Die Bauarbeiten für die U-Bahn begannen 1971. Neun Jahre später begann die Auslieferung der ersten Züge, so dass am 1. Juni 1982 der erste Zug auf der Strecke zwischen Hakaniemi und Itäkeskus fuhr. Am 1. Juli 1982 wurde eine Verlängerung der Strecke zwischen dem Helsinkier Hauptbahnhof (Rautatientori) und Itäkeskus freigegeben. Die Inbetriebnahme erfolgte in zwei Etappen: in der ersten Etappe bis zum 3. August verkehrten die Züge nur in der Hauptverkehrszeit des Berufsverkehrs, danach ebenso in der Nebenverkehrszeit und an den Wochenenden.

Mit dem 1. März 1983 wurde die Verlängerung nach Kamppi in Betrieb genommen. Seit dem 1. September 1984 existiert die Station Sörnäinen. 1981 begannen die Bauarbeiten für den ersten Arm der Linie zwischen Itäkeskus und Kontula. Diese Verlängerung wurde fünf Jahre später, am 21. Oktober 1986, feierlich in Betrieb genommen. Im gleichen Jahr starteten die Bauarbeiten für die Erweiterung um eine Station bis nach Mellunmäki, die am 1. September 1989 in Betrieb ging.

Bahnhof Ruoholahti

Um die Neubaugebiete im Stadtteil Länsisatama besser zu erschließen, wurde beschlossen, die Strecke um eine Station in Richtung Westen zu verlängern. Hier wurde ein Bahnhof in 30 Meter Tiefe mit einem 38 Meter breiten Bahnsteig und einer riesigen blauen Felsdecke erbaut, der sehr an die Stationen der Stockholmer Tunnelbana erinnert. Diese Station mit dem Namen Ruoholahti ging am 16. August 1993 in Betrieb.

Ein Bahnhof namens Kaisaniemi, der schon mit der Metroeröffnung erbaut werden sollte, wurde genau 13 Jahre später, am 1. März 1995, in Kaisaniemi im Zentrum der Stadt eingefügt. Im Januar 2015 wurde dieser Bahnhof nach der nahegelegenen Universität Helsinki in Helsingin yliopisto umbenannt.[4] Von der oberen Ebene des Bahnhofs führt seit 2012 ein Aufzug direkt in das neue Hauptgebäude der Universitätsbibliothek.

Da das Gebiet um Vuosaari einen starken Bevölkerungszuwachs verzeichnete, benötigte diese Region einen Anschluss an das Metro-Netz. 1994 begannen die Bauarbeiten für die 4,2 km lange Verlängerung mit drei Stationen des zweiten Armes in Richtung Osten von Itäkeskus bis Vuosaari. Diese bislang letzte Streckenerweiterung ging am 31. August 1998 in Betrieb.

2006 beschloss der Stadtrat von Helsinki auf Antrag von HKL, die Metro bis 2011 auf völlig automatischen, fahrerlosen Betrieb umzustellen. Nach zahlreichen Verzögerungen, technischen Schwierigkeiten und Meinungsverschiedenheiten zwischen HKL und dem Hersteller der Automatik, der Siemens AG, wurde das Projekt Ende 2014 vorerst aufgegeben.[5]

Am 1. Januar 2007 wurde die Station Kalasatama zwischen Sörnäinen und Kulosaari eröffnet. In dieser Gegend befand sich früher ein Frachthafen. Seit dessen Schließung 2008 wird hier an einem neuen Stadtteil gebaut, der somit einen eigenen Anschluss ans Metronetz hat.

Am 8. November 2009 gab es nahe der Station Rautatientori einen Wasserrohrbruch. Dadurch drangen Tausende von Kubikmeter Wasser in die Station ein, so dass das Wasser 20 Zentimeter hoch auf dem Bahnsteig stand. Alle Haltestellen westlich der Station Sörnäinen wurden daraufhin geschlossen. Am darauffolgenden Tag war es wieder möglich, bis zur Station Kaisaniemi (heute Helsingin yliopisto) zu fahren. Während der mehrere Monate andauernden Renovierungsarbeiten, deren Kosten auf etwa fünf Millionen Euro geschätzt wurden, hielten die Züge in der Station nicht an, die beiden dahinterliegenden Stationen Kamppi und Ruoholahti wurden jedoch versorgt. Am 15. Februar 2010 war die Sanierung soweit abgeschlossen, dass Rautatientori wieder für den Verkehr freigegeben wurde.[6]

Ebenfalls im November 2009 begannen die Arbeiten an einer umfangreichen Erweiterung des Netzes, der sogenannten Westmetro (siehe unten).

U-Bahn-Zug der Baureihe M100

Fahrzeuge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Übersicht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Metro Helsinki besitzt 42 Doppeltriebwagen der Baureihe M100, hergestellt von den finnischen Firmen Valmet und Strömberg, sowie zwölf Doppeltriebwagen der Baureihe M200, produziert vom kanadisch-deutschen Schienenfahrzeugbaukonzern Bombardier Transportation im Werk Ammendorf (DWA). Zwanzig Einheiten der dritten Baureihe, M300, wurde vom spanischen Hersteller CAF gebaut und ab 2015 ausgeliefert. Abweichend von den Vorgängerserien besteht eine Einheit der Baureihe M300 jeweils aus vier fest gekuppelten und durchgängig begehbaren Fahrzeugen und ist nicht für Mehrfachtraktion ausgerüstet.[7] Alle Baureihen benutzen zur Stromaufnahme eine seitlich angebrachte, von unten bestrichene Stromschiene mit einer Fahrspannung von 750 Volt Gleichstrom. Alle Metrofahrzeuge in Helsinki fahren – wie die finnischen Eisenbahnen – auf Gleisen mit 1524 Millimetern Breitspur.[2] Drei Doppeltriebwagen (sechs Wagen) bilden einen Vollzug, der Metro Helsinki stehen somit 18 Vollzüge der Reihen 100 oder 200 und zwanzig vierteilige Züge der Reihe 300 zur Verfügung. Außerhalb der Stoßzeiten werden normalerweise Kurzzüge mit einer Länge von zwei Doppeltriebwagen (vier Wagen) eingesetzt. Alle Fahrzeugtypen sind untereinander mechanisch (zum Abschleppen) kuppelbar, gemischte Mehrfachtraktionen sind aber nicht möglich.

Innenraum eines Zuges der Baureihe M100

Baureihe M100[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Zeit des Beschlusses zum Bau einer U-Bahn entwickelten die finnischen Firmen Valmet und Strömberg erste Züge für die Helsinkier Metro. Valmet stellte die mechanischen Teile und Strömberg die elektrische Ausrüstung her. Die Fahrzeuge mussten vor allem den winterlichen Bedingungen der finnischen Hauptstadt entsprechen. Die ursprünglich zwischen 1977 und 1984 ausgelieferten Wagen wurden in den Jahren 2004–2009 modernisiert, um ihre Betriebszeit um weitere zwanzig Jahre zu verlängern. 2013 gab es insgesamt 42 Doppeltriebwagen, die bis zu 100 km/h schnell fahren können, 130 Sitzplätze haben und 287 Fahrgäste aufnehmen können. Die kleinste Einheit (ein Doppeltriebwagen, mit zwei Wagen) ist 44,2 Meter lang, 3,2 Meter breit und 3,7 Meter hoch. Sie können in einem Verband von bis zu drei Einheiten verkehren. Diese Wagenreihe wird mit der Kennung M100 bezeichnet.[8]

Zug der Baureihe M200

Baureihe M200[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seitenansicht eines Zuges der Baureihe M200, Bahnhof Rautatientori

2000 und 2001 lieferte Bombardier Transportation vier Vollzüge mit insgesamt zwölf Doppeltriebwagen einer neuen Baureihe mit der Bezeichnung M200, die im Werk Ammendorf (ehemals Deutsche Waggonbau AG) hergestellt wurden. Die elektrische Ausrüstung dafür lieferte die Firma Traxis. Hinsichtlich der Maße unterscheidet sich diese Reihe nur minimal von der Baureihe M100, sieht jedoch äußerlich wesentlich moderner aus. Die Züge haben, genauso wie die Vorgänger, drei Türen pro Wagenseite. Bei dieser Type besteht ein Durchgang zwischen den beiden Wagen eines Doppeltriebwagens. Zudem sind sie mit einem Informationssystem, das die nächste Station nicht nur per Ansage, sondern auch per Anzeige präsentiert, ausgestattet. Die Baureihe M100 wurde später mit den gleichen Anzeigen ausgestattet. Ein Doppeltriebwagen der Baureihe M200 hat 124 Sitzplätze und kann 287 Fahrgäste aufnehmen. [8][9]

Baureihe M300[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Eröffnung der Westmetro (s. u.) wird eine deutliche Erweiterung des Fuhrparks nötig machen. Im Februar 2013 bestellte HKL daher 20 neue Kurzzüge (entspricht 40 Doppeltriebwagen) vom spanischen Hersteller CAF Construcciones y Auxiliar de Ferrocarriles. Die Auslieferung der Züge begann im März 2015, der Einsatz im Personenverkehr begann ab September 2016. Die neuen Züge ähneln äußerlich der Baureihe M200. Es handelt sich um zusammenhängende vierteilige Einheiten mit einer Länge von 90 Metern, 228 Sitzplätzen und von 572 Stehplätzen. Der Durchgang im Zuginneren von einem Ende des Zuges zum anderen ist möglich. Die Züge sind klimatisiert. Die Zugführerabteile können nach einer eventuellen Automatisierung der Metro durch acht zusätzliche Fahrgastplätze ersetzt werden. In einer Einheit sind die beiden Endwagen und ein Mittelwagen auf allen Achsen angetrieben, der zweite Mittelwagen ist ein antriebsloser Beiwagen.[7][10]

Betriebswerkstatt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Züge werden in der Werkstatt in Roihupelto (zwischen den Stationen Siilitie und Itäkeskus) gewartet. Zwei Gleise führen von der Strecke zum Betriebshof, der in der Werkstatthalle sechs Züge gleichzeitig warten kann. Ferner besteht die Möglichkeit zur gleichzeitigen Reparatur von acht Zügen. In der Abstellhalle neben der Werkstatt können 44 Züge abgestellt werden. Vom Betriebshof aus gab es bis 2012 eine nicht elektrifizierte, eingleisige Betriebsstrecke über die Stadtteile Viikki und Pihlajisto nach Oulunkylä, über die im Bedarfsfall für den Transport von Zugeinheiten eine Anbindung an das nationale Eisenbahnnetz bestand. Sie wurde durch eine neue Betriebsstrecke ersetzt, die von der Station Vuosaari zum Hafen Vuosaari führt und dort an das Eisenbahnnetz angeschlossen ist.

Ein zweiter, unterirdischer Betriebshof soll in Sammalvuori am westlichen Ende der sogenannten Westmetro, zwischen den geplanten Stationen Espoonlahti und Kivenlahti, entstehen.[11]

Neue Streckenprojekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verlauf der Westmetro

Westmetro[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Derzeit wird an einer Verlängerung der jetzigen Metrolinie in westlicher Richtung bis nach Espoo gearbeitet. Die Arbeiten am ersten Bauabschnitt begannen im November 2009. Dieser Abschnitt umfasst acht neue Stationen, davon zwei auf dem Gebiet von Helsinki und sechs in Espoo, mit der Endstation Matinkylä. Die Länge dieses Abschnitts beträgt 13,9 km.[12] Im Dezember 2014 begannen die Arbeiten am zweiten, 7 km langen Bauabschnitt. Dieser umfasst weitere fünf Stationen und führt bis nach Kivenlahti am westlichen Rand von Espoo.[13] Im Gegensatz zu den östlichen Außenbezirken von Helsinki, wo die Metrolinie hauptsächlich ebenerdig verläuft, ist diese als „Westmetro“ (finn. länsimetro) bezeichnete Verlängerung vollständig unterirdisch. Ihr Bau war lange unsicher. Die Stadt Helsinki drängt zwar bereits seit Jahrzehnten auf den Bau der Westmetro. Mit der Umsetzung der Pläne konnte wegen des Widerstands der Stadt Espoo lange nicht begonnen werden. Erst im September 2006 gab der Stadtrat von Espoo dem Bau der Metro seine an zahlreiche Bedingungen geknüpfte Zustimmung.

Infolge einer von Anfang an umstrittenen Entscheidung werden die neuen Bahnhöfe eine Länge von lediglich 90 Metern haben, nicht 135 Meter wie die bisherigen Bahnhöfe. Daher werden in Zukunft auf dem gesamten Metronetz (auch auf den schon bestehenden Abschnitten) nur Kurzzüge eingesetzt werden. Die dadurch bedingten Kapazitätseinbußen sollen durch eine Erhöhung der Taktfrequenz auf 2,5 Minuten kompensiert werden können. Diese Taktfrequenzerhöhung war im Rahmen des inzwischen wieder aufgegebenen Automatisierungsprojekts (s. o.) ohnehin geplant gewesen. Sie soll jedoch ohne Automatisierung möglich sein.[5]

Der erste Bauabschnitt sollte ursprünglich im Herbst 2014 fertiggestellt werden. Seine Baukosten wurden in der Planungsphase auf 713,6 Millionen Euro veranschlagt.[12] Im Februar 2014 wurde geschätzt, dass der Betrieb erst im Herbst 2016 aufgenommen werden kann und dass die Kosten bei knapp einer Milliarde liegen werden.[14] Zwei Monate vor der geplanten Eröffnung des ersten Bauabschnitts am 15. August 2016 wurde bekanntgegeben, dass die Inbetriebnahme erst im Januar 2017 stattfinden wird.[15] Inzwischen ist die Inbetriebnahme für den Herbst 2017 vorgesehen, ein genaues Datum steht aber weiterhin nicht fest.[16]

Die Baukosten wurden im Juni 2016 auf 1,09 Milliarden Euro geschätzt. Diese werden zwischen den Städten aufgeteilt, auf deren Gebiet sich die Metro bewegen wird. Da sich der Großteil der Strecke auf dem Gebiet Espoos befindet, übernimmt die Stadt Espoo 80 Prozent der Baukosten. Außerdem hat der finnische Staat den Bau der Westmetro mit 200 Millionen Euro unterstützt.[17]

Geplante Erweiterungen des Streckennetzes (inklusive S-Bahn)

Weitere Projekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verlängerungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In östlicher Richtung soll die jetzige Linie verlängert werden. Es ist geplant, den nach Vuosaari führenden Streckenabschnitt wegen des dort Ende 2008 eröffneten neuen Hafens um eine Station zu verlängern. Die neue Station am Hafen hieße Vuosaaren satama.

Da Anfang 2009 Teile der östlichen Nachbargemeinde Sipoo der Stadt Helsinki zugeschlagen wurden, ist eine Verlängerung des nach Mellunmäki führenden Abschnitts ins Gespräch gebracht worden.

Zweite Linie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine zweite Strecke, die die jetzige Strecke bei Kamppi kreuzen würde, wird bereits seit längerer Zeit ernsthaft geplant. In nördlicher Richtung sollte sie von Kamppi zunächst bis zum Bahnhof Pasila führen. Dazwischen befänden sich die Stationen Töölöntori, Stadion und Meilahti. Im Endzustand sollte diese Linie von Pasila aus in zwei Armen weiterführen, einerseits nördlich bis zum Flughafen Helsinki-Vantaa, andererseits in nordöstlicher Richtung bis zum Stadtteil Viikki.

Von Kamppi aus gesehen in anderer Richtung sollte die Bahn über die geplanten Stationen Esplanadi und Katajanokka sowie unter dem Meer bis zur Insel Laajasalo fahren können, eventuell weiter bis zur Insel Santahamina. Bereits in den 1970er Jahren wurde unterhalb der heutigen Station Kamppi ein separater Hohlraum ausgehoben, der den Bahnsteig der kreuzenden Linie aufnehmen soll.[18] 2008 beschloss die Stadtverwaltung, für die künftige Station in Pasila bereits einen Hohlraum auszuheben. Dies bot sich wegen anderer auf demselben Gelände zu tätigender Bauarbeiten an. [19] Der Bau der übrigen Linie ist jedoch erst nach 2020 zu erwarten, und vor allem die Verwirklichung des nach Laajasalo führenden Tunnels ist unsicher.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Robert Schwandl: U-Bahnen in Skandinavien – Stockholm, Oslo, Helsinki, København. Robert-Schwandl-Verlag, Berlin 2004, ISBN 3-936573-04-2.
  • Rapid Transit Office of the City of Helsinki / U-Bahn-Amt der Stadt Helsinki: The Helsinki Metro – Die Metro von Helsinki 1982. Helsinki 1983, ISBN 951-771-377-0.
  • W. J. Hinkel, K. Treiber, G. Valenta, H. Liebsch: gestern-heute-morgen – U-Bahnen von 1863 bis 2010. Schmid Verlag, Wien 2004, ISBN 3-900607-44-3, Kapitel Helsinki.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: U-Bahn Helsinki – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Metroliikenne ja ympäristö (Memento vom 4. März 2016 im Internet Archive) (PDF; 1.056 kB, finnisch, S. 2) abgerufen am 1. Juni 2017
  2. a b c Helsinki’s metro track (Memento vom 12. Mai 2015 im Internet Archive) Website Helsinki City Transport (HKL), abgerufen am 1. Juni 2017
  3. HKL-Jahresbericht 2013 (PDF, englisch, S. 8)
  4. Kaisaniemi Metro Station to be renamed University of Helsinki HSL 31. Dezember 2014.
  5. a b HKL on irtisanonut automaattimetron sopimuksen Siemensin kanssa Yleisradio, 18. Dezember 2014.
  6. Metro station re-opens after flood repair, International Edition, 15. Februar 2010.
  7. a b Datenblatt Baureihe M300. Finnish Tramway Society, abgerufen am 31. August 2017.
  8. a b HKL: Helsingin metrojunat / Helsinki's metro trains
  9. Informationen zur Baureihe 200, Bombardier Transportation
  10. HKL ja CAF sopimukseen metrojunahankinnasta HKL, 6. Februar 2013.
  11. Sammalvuori depot
  12. a b Länsimetron aloituspaukku räjähti Ruoholahdessa Yleisradio 24. November 2009.
  13. Metron rakentaminen Matinkylästä Kivenlahteen alkoi Yleisradio, 11. Dez. 2014.
  14. Siemens: Länsimetron valmistumisen uusikin aikataulu on tiukka Helsingin Sanomat, 11. Februar 2014.
  15. Presseerklärung der Stadt Espoo vom 30. Juni 2016 zum neuen voraussichtlichen Eröffnungstermin Abgerufen am 27. Juli 2016.
  16. Länsimetron hallitus:”Kaikki on valmista” – HKL:n johtaja: ”Liittyy epävarmuustekijöitä”. In: Ilta-Sanomat. 24. August 2017 (is.fi [abgerufen am 5. September 2017]).
  17. Länsimetron kustannukset lankeavat espoolaisten ja helsinkiläisten veronmaksajien maksettavaksi Yleisradio, 1. Juli 2016, abgerufen am 27. Juli 2016.
  18. Spökstationen väntar på tåg. In: Hufvudstadsbladet. 28. Juli 2007, abgerufen am 1. Dezember 2015.
  19. Pasilaan rakennetaan metroasema vaikka metrosta ei ole vielä tietoa Helsingin Sanomat, 18. November 2008.
Dieser Artikel wurde am 6. Juli 2005 in dieser Version in die Liste der lesenswerten Artikel aufgenommen.