Michael B. Buchholz

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Michael B. Buchholz (* 29. April 1950)[1] ist ein deutscher Psychoanalytiker, Lehr- und Kontrollanalytiker[2][3] sowie Professor[4] an der International Psychoanalytic University Berlin.[5] Zudem ist er außerplanmäßiger Professor für den Fachbereich der Sozialwissenschaften an der Georg-August-Universität Göttingen[6] und Vertretungsprofessor für Psychoanalyse an der Universität Kassel.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Akademischer Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1968 und 1969 bis 1971 studierte er Psychologie an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz. Von 1971 bis 1975 studierte er an der Universität Heidelberg. Dieses Studium schloss er 1975[7] mit einem Diplom ab.

1980 promovierte er an der Johann Wolfgang Goethe-Universität bei Herrmann Argelander in Frankfurt am Main. Zehn Jahre später wurde er im Fach der Medizinischen Soziologie habilitiert. 1995 wurde er zum außerplanmäßigen Professor an der Universität Göttingen ernannt. Es folgten Vertretungsprofessuren für Psychoanalyse an der Universität in Frankfurt am Main. Von 2004 bis 2006 war er Professor für Psychotherapiewissenschaft an der Sigmund Freud Privatuniversität in Wien. Es folgten Gastprofessuren 2007 an der Universität Klagenfurt, zwischen 2007 und 2008 an der Universität Innsbruck und von 2009 bis 2010 an der Universität Kassel.

Beruflicher Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1975 bis 1979 war er Mitarbeiter eines Beratungsdienstes der Kirchen und des öffentlichen Dienstes. Zwischen 1979 und 1985 leitete er eine Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche in Bad Homburg. An der Universität Göttingen war er von 1985 bis 1990 als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich der Familientherapie tätig. Anschließend war er zwischen 1990 und 1999 Leiter der Forschungsabteilung für Psychosomatik und Psychotherapie an dem Asklepios Fachklinikum in Tiefenbrunn (Rosdorf).[2] Zudem gründete und leitete er dort die familientherapeutische Werkstatt. Seit 2009 ist er Professor für Sozialpsychologie an der International Psychoanalytic University (IPU), Berlin (Germany) und leitet dort das Promotionsbegleitprogramm PSAID (Postgraduate Studies for the Advancement of Individual Dissertations) in englischer Sprache.

Seit 2003 ist er Lehranalytiker der Deutschen Psychoanalytischen Gesellschaft.

Weiterbildungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Buchholz absolvierte 1979 eine Weiterbildung in dem Thema „Psychodrama“ am Moreno-Institut in Stuttgart. Zwei Jahre später bildete er sich auf dem Gebiet der Gesprächspsychotherapie bei der Gesellschaft für wissenschaftliche Gesprächspsychotherapie fort. Er ist voll ausgebildeter Familientherapeut und schloss überdies 1991 seine Ausbildung als Psychoanalytiker ab. Er hat eine Ermächtigung für Weiterbildung in Tiefenpsychologie und Psychoanalyse. 1988 wurde er zum Dozent am Institut für Psychoanalyse in Göttingen ernannt.

Herausgeberschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Buchholz war Mitherausgeber der Zeitschrift System Familie, die zwischen 1989 und 1999 im Springer-Verlag erschien. Zudem ist er Mitbegründer und -Herausgeber von Psychotherapie und Sozialwissenschaft. Die Zeitschrift erschien zwischen 1999 und 2005 im Psychosozial-Verlag. 2005 wechselte sie zum Vandenhoeck-und-Ruprecht-Verlag. 2014[8] ging Psychotherapie und Sozialwissenschaft in die Zeitschrift psychosozial über.[9] Außerdem ist er seit 2006 Mitherausgeber der Zeitschrift Int. Forum of Psychoanalysis. Sie erscheint im Routledge-Verlag.

Buchholz ist Beirat in vielen anderen Zeitschriften.[10]

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Autor:

  • mit Ulrike Buchholz: Ansätze einer historischen Psychologiekritik. Zur Geschichte der Individualitätsformen (= Argumentationen. Bd. 33). Focus-Verlag, Gießen 1977, ISBN 3-920352-23-8.
  • Psychoanalytische Methode und Familientherapie (= Psychoanalytische Reflexion und therapeutische Verfahren in der Pädagogik. Bd. 13). Mit einem Vorwort von Hermann Argelander. Fachbuchhandlung für Psychologie – Verlags-Abteilung, Frankfurt am Main 1982, ISBN 3-88074-013-5 (Zugleich: Frankfurt am Main, Universität, Dissertation, 1980).
  • Die unbewusste Familie. Psychoanalytische Studien zur Familie in der Moderne. Springer, Berlin u. a. 1990, ISBN 3-540-52406-1.
  • Dreiecksgeschichten - Eine klinische Theorie psychoanalytischer Familientherapie, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen, 1993, ISBN 3-525-45760-X
  • Metaphern der „Kur“. Eine qualitative Studie zum psychotherapeutischen Prozess. Westdeutscher Verlag, Opladen 1996, ISBN 3-531-12843-4.
  • Psychotherapie als Profession, Psychosozial-Verlag, Gießen, 1999, ISBN 3-932133-93-5
  • mit Cornelia von Kleist: Szenarien des Kontakts. Eine metaphernanalytische Untersuchung stationärer Psychotherapie, Psychosozial-Verlag, Gießen 1997, ISBN 3-932133-26-9
  • mit Franziska Lamott und Kathrin Mörtl: Tat-Sachen. Narrative von Sexualstraftätern. Psychosozial-Verlag, Gießen, 2008; ISBN 978-3-89806-881-9

Als Herausgeber:

  • Metaphernanalyse. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen, 1993, ISBN 3-525-45747-2
  • als Herausgeber mit Ulrich Streeck: Heilen, Forschen, Interaktion. Psychotherapie und qualitative Sozialforschung. Westdeutscher Verlag, Opladen 1994, ISBN 3-531-12587-7.
  • als Herausgeber: Psychotherapeutische Interaktion. Qualitative Studien zu Konversation und Metapher, Geste und Plan. Westdeutscher Verlag, Opladen 1995, ISBN 3-531-12755-1.
  • als Herausgeber mit Günter Gödde: Das Unbewusste. Ein Projekt in drei Bänden. Psychosozial-Verlag, Gießen 2005–2006, ISBN 3-89806-472-7 (Set);
    • Band 1: Macht und Dynamik des Unbewußten. Auseinandersetzungen in Philosophie, Medizin und Psychoanalyse. 2005, ISBN 3-89806-363-1;
    • Band 2: Das Unbewusste in aktuellen Diskursen – Anschlüsse. 2005, ISBN 3-89806-448-4;
    • Band 3: Das Unbewusste in der Praxis. Erfahrungen verschiedener Professionen. 2006, ISBN 3-89806-449-2.
  • als Herausgeber mit Günter Gödde: Der Besen, mit dem die Hexe fliegt. Wissenschaft und Therapeutik des Unbewussten. Band 1: Psychologie als Wissenschaft der Komplementarität. 2012, ISBN 978-3-8379-2189-2
  • Als Herausgeber mit Günter Gödde: Der Besen, mit dem die Hexe fliegt. Wissenschaft und Therapeutik des Unbewussten. Band 2: Konversation und Resonanz in der Psychotherapie. 2012, ISBN 978-3-8379-2190-8
  • Kleiner Literaturrundflug. In: DGPT (Hrsg.): Psycho-News-Letter. Seit 2002 regelmäßig (mit 98 frei zugänglichen Artikeln). Abgerufen am 24. Januar 2016 (HTML).

Derzeit untersucht er therapeutische Konversationen mit den Mitteln der sozialwissenschaftlichen Konversationsanalyse. Zahlreiche Zeitschriften-Publikationen auch dazu.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tom Levold: Michael B. Buchholz wird 65! In: systemagazin.com. 29. April 2015, abgerufen am 21. September 2015.
  2. a b Psychosozial-Verlag – Michael B. Buchholz. In: Psychosozial-Verlag.de. Abgerufen am 21. September 2015.
  3. Unserem Autor Michael B. Buchholz zum Sechzigsten – Psychosozial-Verlag. In: psychosozial-verlag.de. Abgerufen am 21. September 2015.
  4. Professor Michael B. Buchholz – Universität Hildesheim. In: uni-hildesheim.de. Abgerufen am 21. September 2015.
  5. Michael B. Buchholz. In: International Psychoanalytic University. Abgerufen am 13. September 2017.
  6. Info in Bremen – Prof. Dr. Dr. Michael B. Buchholz. In: info-in-bremen.de. Abgerufen am 21. September 2015.
  7. Georg-August-Universität Göttingen – Lebenslauf von Michael B. Buchholz. In: uni-goettingen.de. Abgerufen am 21. September 2015.
  8. Psychotherapie & Sozialwissenschaft, Psychosozial-Verlag. In: psychosozial-verlag.de. Abgerufen am 21. September 2015.
  9. Zeitschriftenarchiv: Psychotherapie & Sozialwissenschaft. In: systemagazin.de. Abgerufen am 21. September 2015.
  10. Prof. Dr. phil. Dr. disc. pol. Michael B. Buchholz – Curriculum Vitae. In: ipu-berlin.de. Abgerufen am 21. September 2015 (PDF).