Michael Moorcock

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Michael Moorcock 2012

Michael John Moorcock (* 18. Dezember 1939 in Mitcham, Surrey, England) ist ein britischer Science-Fiction- und Fantasy-Schriftsteller. Er wurde auch als Herausgeber des SF-Magazins New Worlds (von 1964 bis 1971 und sporadisch in den Jahren bis 1996) und seine langjährige Zusammenarbeit mit der Space Rock-Band Hawkwind („Silver Machine“) in den 1970er Jahren bekannt.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Michael Moorcock wurde 1939 im Umland Londons geboren. Mit fünfzehn Jahren verließ er das College ohne Abschluss und wurde Herausgeber des Comicmagazins Tarzan Adventures Magazine. Im Alter von achtzehn Jahren verkaufte er 1957 seine erste Kurzgeschichte Sojan the Swordsman. Im folgenden Jahr verfasste er seinen ersten Roman. 1964 übernahm er das Science-Fiction-Magazin New Worlds und gab, verstärkt ab 1967, der sich gerade entwickelnden Stilrichtung New Wave eine Plattform. Das Magazin scheiterte 1971 am Boykott des Zeitschriftenhandels, woraufhin er wieder mehr Geschichten schrieb, vorzugsweise im Genre Fantasy.

Moorcock lebt in dritter Ehe mit seiner amerikanischen Frau Linda Steele Moorcock abwechselnd bei Austin (Texas) und in Paris. Aus seinen früheren Ehen, unter anderem mit der Schriftstellerin Hilary Bailey, hat er zwei Töchter und einen Sohn.

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Moorcocks literarische Vorbilder waren James Branch Cabell, Mervyn Peake, Franz Kafka, Thomas Mann, Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen und Edgar Rice Burroughs, der ihn vor allem in jungen Jahren zu seinen Kurzgeschichten inspirierte.

Das Werk Moorcocks ist zum großen Teil im sogenannten Multiversum angesiedelt, also in unzähligen parallel existierenden Welten. Zwischen diesen bestehen zeitliche und räumliche Bezüge: In vielen Erzählungen Moorcocks besteht ein Kampf zwischen Ordnung und Chaos, welcher durch die Person des Ewigen Helden (Corum, Elric, Dorian Hawkmoon, Jerry Cornelius) in der Balance gehalten werden muss.

Michael Moorcocks „Nicht-Schwerter“-Literatur ist im deutschsprachigen Raum relativ unbekannt. Dazu zählen King of the City, Mother London oder der Colonel-Pyat-Zyklus (Byzantium Endures. The Laughter of Carthage. Jerusalem Commands und The Vengeance of Rome), die nicht ins Deutsche übersetzt wurden (mit der Ausnahme von Byzantium Endures; deutscher Titel: Byzanz ist überall). Mit diesen Werken hat er in der angelsächsischen Buchwelt auch jenseits der Fantasy Erfolg gehabt.

Seine Werke haben auch die psychedelische Musik beeinflusst. So wurde sein Elric-Zyklus zum Hauptthema des 1985 erschienenen Albums The Chronicle Of The Black Sword von Hawkwind. Auch Musikbands wie Blue Öyster Cult (Black Blade, 1980), The Deep Fix oder Blind Guardian verwendeten die Texte.

Michael Moorcock hat gegenüber den Deutschen ein positives Verhältnis. Als Autor von Comics in den 1950ern lehnte er es ab, Kriegscomics über den Zweiten Weltkrieg mit den für diese Zeit üblichen verzerrten Darstellungen „der bösen Deutschen“ zu produzieren. Einige seiner späteren Fantasy-Helden haben eine deutsche Identität wie Dorian Hawkmoon (dt. Dorian Falkenmond), der „Herzog von Köln“, oder die verschiedenen Mitglieder der Familie von Bek. Dahinter steckte nicht nur Moorcocks Ablehnung britischer Stereotype, sondern eine Wertschätzung der deutschen Kultur. Er hat auch persönliche Beziehungen zu Deutschen und Österreichern. Sein Mentor in Jugendjahren war Ernst Jellinek, ein nach London geflohener Österreicher, der in England Gelder auftrieb, um jüdische Landsleute aus NS-Haft freizukaufen. Moorcock hat eine Patentochter in Bayern, Oona von Baudissin, der er Die Tochter der Traumdiebe (dessen Titelheldin auch Oona heißt) widmete.

Die von Moorcock erschaffene Figur des Jerry Cornelius wurde vom französischen Comiczeichner Moebius für dessen Albenserie Major Grubert adaptiert.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bibliografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Serien und Zyklen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Serien sind nach dem Erscheinungsjahr des ersten Teils geordnet.

Eternal Champion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alle übersetzt von Eva Eppers.

Warrior of Mars / Michael Kane-Saga[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(unter dem Pseudonym Edward P. Bradbury erschienen, alle übersetzt von Sylvia Brecht-Pukallus)

Hawkmoon[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

The History of the Runestaff / Runenstab-Saga[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alle übersetzt von Lore Straßl.

Chronicles of Castle Brass / Chronik von Burg Brass[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alle übersetzt von Lore Straßl.

Die Jerry Cornelius Chroniken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den nicht aufgeführten Werke in der Chronologie handelt es sich um Kurzgeschichten.

Corum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oswald-Bastable-Trilogie / Die Zeitnomaden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die für die Entwicklung des literarischen Genres Steampunk einflussreiche[1] Reihe umfasst:

Elric von Melniboné-Zyklus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Erzählungen aus den beiden folgenden Sammlungen wurden später von Moorcock auf die Bände 3 und 5 aufgeteilt:

  • The Stealer of Souls (1967)
  • The Singing Citadel (1970)

Deutsche Sammelausgaben:

Oona Von Bek / Die neue Elric-Saga[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  • 1. The Dreamthief's Daughter: A Tale of the Albino, Earthlight 2001, ISBN 0-684-86131-3
  • 2. The Skrayling Tree: The Albino in America, Aspect / Warner Books 2003, ISBN 0-446-53104-9
  • 3. The White Wolf's Son: The Albino Underground, Aspect / Warner Books 2005, ISBN 0-446-57702-2
  • The Elric Saga: Part IV, SFBC Fantasy 2005, ISBN 0-7394-5691-1 (Sammelausgabe von 1–3)

The End of Time / Am Ende der Zeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

The Dancers at the End of Time[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Tales from the End of Time[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

von Bek-Zyklus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Between the Wars[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Second Ether[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jerry Cornell[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karl Glogauer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelromane[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sammlungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • The Deep Fix (1966, als James Colvin)
  • The Time Dweller (1969)
  • The Singing Citadel (1970)
  • Moorcock’s Book of Martyrs / Dying for Tomorrow (1976)
  • Sojan (1977)
  • My Experiences in the Third World War (1980)
  • The Entropy Tango (1981)
  • The Opium General (1984)
  • Casablanca (1989)
  • Lunching with the Antichrist (1995)
  • Tales from the Texas Woods (1997)
  • Earl Aubec (1999)
  • London Bone (2000)
  • The Metatemporal Detective (2007)
  • The Best of Michael Moorcock (2009)
  • The Sunday Books (2011)

Als Herausgeber[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Best SF Stories from New Worlds (1969)
  • New Worlds 3 (1972)
  • New Worlds 6 (1973, mit Charles Platt)
  • New Worlds (1997, mit David S. Garnett)
  • New Worlds: An Anthology (2004)
  • Moorcock’s Miscellany (2006)

Sachbücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wizardry And Wild Romance: A Study Of Epic Fantasy (1987)
  • Fantasy: The 100 Best Books (1987, mit James Cawthorn)
  • Mervyn Peake: A Memoir (2004)

Illustration[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Text von Michael Moorcock, Abbildungen von Rodney Matthews. Illustrierte Urfassung der Fantasy-Saga Elric.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Monografien und Aufsätze
Lexika

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Michael Moorcock – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikiquote: Michael Moorcock – Zitate (englisch)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Brian M. Stableford: Science Fact and Science Fiction: an Encyclopedia. Routledge, New York 2006, ISBN 978-0-415-97460-8, Steampunk, S. 502 f. (englisch).