Microsoft Office Online

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Microsoft Office Online
Logo
www.office.com
Motto Mit Office Online zusammenarbeiten
Beschreibung Büropaket in der Cloud
Registrierung Microsoft-Konto
Sprachen über 120, auch Deutsch
Eigentümer Microsoft
Urheber Microsoft
Erschienen 17. September 2009
Mitglieder ca. 400 Million[1]

Microsoft Office Online (vormals Office Web Apps) ist ein Office-Paket, das als kostenlose Webanwendung angeboten wird und Teil der Microsoft-Office-Familie ist.[2] Die Anwendungen sind im Vergleich zu den Desktopversionen in Ihrem Funktionsumfang reduziert. Bei den Anwendungen handelt es sich um Online-Versionen von Word, Outlook.com, (E-Mail, Adressbuch, Kalender mit Terminverwaltung, To-do-Liste), Excel, OneNote, PowerPoint und OneDrive als Online-Datenspeicher[3]. Office Online ist mit allen gängigen Webbrowsern ausführbar und damit unabhängig vom Betriebssystem des Rechners. Google Drive ist eine vergleichbare Webanwendung.

Microsoft Office Online ist wesentlicher Bestandteil von Microsoft Office 365, das in verschiedenen Tarifen angeboten wird, mit den Office-Desktopanwendungen kombiniert werden kann und auch kostenpflichtig ist. Ohne Desktopanwendungen in den Businesstarifen ist das Angebot von Microsoft mit Google Apps vergleichbar.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hotmail[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hotmail wurde 1995 von Sabeer Bhatia und Jack Smith gegründet und startete am 4. Juli 1996, dem US-amerikanischen Unabhängigkeitstag, um symbolisch die Freiheit der Internet Service Provider darzustellen. In der ursprünglichen Schreibweise HoTMaiL spielte der Name auf HTML an. 1997 wurde Hotmail für 400 Millionen US-Dollar an das Softwareunternehmen Microsoft verkauft, welches den Dienst in sein Microsoft Network (MSN) integrierte. Hotmail zählte damals, knapp eineinhalb Jahre nach der Lancierung, zwölf Millionen Benutzer. Hotmail war in zahlreichen Ländern vertreten und einer der weltweit größten Anbieter von Webmail-Diensten.

Windows Live Mail[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter dem Codenamen Kahuna arbeitete Microsoft seit August 2005 daran, Hotmails Konkurrenzfähigkeit gegenüber anderen Webmail-Diensten durch eine Neuentwicklung zu erhöhen. Am 1. November 2005 veröffentlichte Microsoft die erste Beta-Version von Windows Live Mail, dessen neuer Name auf die im selben Monat gestartete Windows Live-Initiative zurückgeht. Anfang Februar 2007 gab Microsoft bekannt, den Produktnamen Hotmail beizubehalten. Neben einer Oberfläche, die auf aktuellen Techniken wie Ajax aufbaute, bot Windows Live Hotmail ein Speichervolumen von fünf Gigabyte[4][5] und das Im- und Exportieren von Kontakten von anderen Webmailern wie Google Mail.

Office Web Apps[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Office Web Apps wurde das erste Mal im Oktober 2008 auf MS Professional Developers Conference in Los Angeles angekündigt. Die Office Web Apps sollten Teil des Office Live Workspace werden[6]

Am 13. Juli 2009 kündigte Microsoft auf der Worldwide Partners Conference 2009 in New Orleans an, dass Microsoft Office 2010 das „Technical Preview“ erreicht hat. Es wurden das erste Mal einige Features von Office Web Apps in der Öffentlichkeit vorgeführt.[7]

Offiziell wurde die technische Vorschau der Office Web Apps am 17. September 2009 von Microsoft freigegeben.[8] Die Office Web Apps wurden einigen ausgesuchten Testern via Microsoft OneDrive (zu dieser Zeit noch SkyDrive) zur Verfügung gestellt. Die endgültige Version wurde am 7. Juli 2010 der Öffentlichkeit via Windows Live Office zugänglich gemacht.[9]

Outlook.com[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hotmail wurde auf „Outlook.com“ aktualisiert.

Am 31. Juli 2012 startete Microsoft den Webmail-Dienst Outlook.com, mit dem Microsoft eine stärkere Konkurrenz zu Googles Mail-Angebot Gmail bieten will.[10] Anfang Mai 2013 wurde berichtet, dass Microsoft die Umstellung von Hotmail auf Outlook.com vollständig abgeschlossen hatte.[11]

Outlook.com wurde am 31. Juli 2012 von Microsoft vorgestellt und ersetzt Hotmail. Mit Outlook.com will Microsoft mit Google Drive, dem Konkurrenten aus dem Hause Google, mithalten können. Gleichzeitig wurden Word Online, Excel Online, PowerPoint Online, OneNote Online und OneDrive (vormals SkyDrive) unter Outlook.com verfügbar.[12]

Am 19. Februar 2013 verließ Outlook.com die Testphase; der Dienst hatte zu diesem Zeitpunkt etwa 60 Millionen aktive Nutzer. Die verbliebenen Hotmail-Accounts wurden bis Anfang Mai automatisch zu Outlook.com übertragen, womit Hotmail selbst eingestellt wurde.[13] E-Mail-Adressen von Hotmail können jedoch weiter genutzt werden.[14] Die Umstellung wurde von einer groß angelegten Werbekampagne begleitet.[15]

Microsoft Office Online[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Februar 2014 wurden die Office Web Apps in Microsoft Office Online umbenannt und umfassten dann zusätzlich Outlook.com.[16]

Anwendungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Webanwendungen handelt es sich um Word Online, Outlook.com (E-Mail, Adressbuch, Kalender mit Terminverwaltung und To-do-Liste), Excel Online, OneNote Online, PowerPoint Online und OneDrive mit 25 GB Online-Speicher. Als Benutzeroberfläche wird das Ribbon (Menüband oder eine Multifunktionsleiste) eingesetzt, das auch von anderen Anwendungen bekannt ist. Damit ist es die gleiche Benutzeroberfläche wie die aktuelle Microsoft-Office-2013-Desktopversion und den Anwendungen von Office 365.

Zu den Vorteilen der Online-Office Programme gehört die Möglichkeit zur Zusammenarbeit mit mehreren Personen am selben Dokument. Wer einen Link zur Bearbeitung erhält, kann live in jedes Dokument schreiben, alle Änderungen werden für die Co-Autoren durch den farbigen, mit Namen benannten Cursor sichtbar. Außerdem können Textzeilen zur Bearbeitung gesperrt werden und Kommentare zu Textzeilen hinzugefügt werden.

Word Online[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Word Online ist um einige Registerkarten und Funktionen reduziert. So fehlen die Registerkarten für Design, Referenzen und Mailing im Vergleich zur Desktopversion von Microsoft Word.

Outlook.com[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Outlook.com kann auch über diese Internetadresse erreicht werden und stellt gleichzeitig alle Anwendungen von Office Online zur Verfügung. Der Outlook-Anwendungsbereich entspricht einem Personal Information Manager mit den folgenden Einzelanwendungen:

So werden zum Beispiel Geburtstage vom Adressbuch automatisch in den Kalender übernommen und als Termin verwaltet. Auch bei Outlook Online fehlen einige Funktionen im Vergleich zur Desktopversion von Microsoft Outlook. Die Daten von Outlook Online können mit den meisten Smartphones synchronisiert werden.[17]

Excel Online[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hier fehlen die Registerkarten Layout und Formeln im Vergleich zu Microsoft Excel.

PowerPoint Online[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Registerkarten von Zeichnen und Historie fehlen bei OneNote Online im Vergleich zur Desktopversion von Microsoft OneNote.

OneNote Online[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Registerkarten von Zeichnen und Historie fehlen bei OneNote Online im Vergleich zur Desktopversion von Microsoft OneNote.

OneDrive[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alle Dokumente, die mit anderen Anwendungen bearbeitet werden sollen, müssen zunächst auf OneDrive hochgeladen werden. Ein direktes Öffnen lokal gespeicherter Dokumente ist nicht möglich. Dann können diese auch mit anderen Anwendern geteilt und gleichzeitig bearbeitet werden. Die Namen der Anwender und die Stellen der Bearbeitung werden dabei laufend angezeigt. Daten in OneDrive können mit dem Rechner synchronisiert werden und stehen damit auch offline für die entsprechenden Desktopanwendungen zur Verfügung.

Sway[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Office Sway lassen sich Präsentationen, Geschichten, Berichte und andere Dokumente erstellen und teilen. Anfangs nur in Office-Online ist es seit Windows 10 als Desktop-App vorinstalliert. Alternativ ist es im Windows-Store verfügbar[18]. Zum Herunterladen aus dem Windows-Store und zur Verwendung wird ein Microsoft-Konto benötigt.

Bei den Online Office-Anwendungen sind nicht alle Funktionen erhalten, wie in der Desktop-Version von Office.

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Nutzung ist ein Microsoft-Konto notwendig. Die Anwendungen können über die gängigen Webbrowser erreicht werden. Voraussetzung ist Verarbeitung von HTML 5 und JavaScript 5[19].

Die Anwendungen von Office Online sind über zwei verschiedene Weblinks zu erreichen:

Einschränkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zusätzlich zu den unter den Einzelanwendungen genannten Einschränkungen sind zurzeit noch folgende Einschränkungen bekannt:

  • Outlook.com-Konten in Outlook 2013 (Synchronisation mit Exchange ActiveSync)
  • Importieren von Datendateien (PST) in Outlook.com-Ordner nicht möglich.
  • Kopieren und Verschieben von E-Mails aus Ordner anderer Konten per Drag and Drop in Outlook.com-Ordner nicht möglich.
  • Kopieren von E-Mails innerhalb der Ordnerstruktur eines Outlook.com-Kontos per Drag and Drop nicht möglich.
  • Erstellen zusätzlicher Kalender-, Aufgaben- und Kontaktordner nicht möglich.
  • Der Ordner Entwürfe wird nicht synchronisiert. Die Entwürfe werden lokal auf dem Computer abgespeichert.
  • Kontaktgruppen, die online erstellt wurden, werden nicht synchronisiert.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Microsoft hat seine AGB geändert und behält sich nun vor, die E-Mails seiner Kunden zu scannen (ein Vorhaben, das z. B. Google mit Gmail bereits in die Tat umsetzt). Im Gegensatz zu Google wird allerdings keine personalisierte Werbung eingeblendet.[20]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Andere Anbieter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.microsoft.com/en-us/news/bythenumbers/index.html
  2. Office im Browser: Microsoft Office Web Apps im Test (Memento vom 24. April 2013 im Internet Archive). Von überall aus auf Dokumente zugreifen. netzwelt GmbH. Abgerufen am 17. Juli 2014.
  3. Moritz Stückler: Office Web Apps: Microsoft finalisiert Cloud-Office mit neuen Features. In: t3n Magazin. 23. Oktober 2012, abgerufen am 24. Oktober 2012.
  4. Mitteilung im Pressecenter (Memento vom 4. August 2008 im Internet Archive)
  5. Microsoft stockt Hotmail-Speicher auf auf Handelsblatt.de (abgerufen am 19. September 2010)
  6. Microsoft to Extend Office to the Browser. News Center. Microsoft. 18. Oktober 2008. Abgerufen am 17. Juli 2014 (englisch).
  7. Microsoft Office 2010 Hits Major Milestone and Enters Technical Preview. News Center. Microsoft. 13. Juli 2009. Abgerufen am 17. Juli 2014 (englisch).
  8. Microsoft Web Apps: Office Goes to the Web. News Center. Microsoft. 17. September 2009. Abgerufen am 17. Juli 2014 (englisch).
  9. Microsoft Rolls Out Office Web Apps. ReadWrite Enterprise. SAY Media. Abgerufen am 17. Juli 2014 (englisch).
  10. APA: Microsoft erneuert E-Mail-Dienst: Outlook.com soll Hotmail ablösen. 1. August 2012, abgerufen am 1. August 2012.
  11. E-Mail-Dienst: Von Hotmail auf Outlook.com: Microsoft schließt Umstellung ab, augsburger-allgemeine.de, 4. Mai 2013, abgerufen am 4. Dezember 2013
  12. Chris Jones: Introducing Outlook.com - Modern Email for the Next Billion Mailboxes. In: Outlook Blog. Microsoft, 31. Juli 2012, abgerufen am 21. Februar 2013 (englisch).
  13. E-Mail-Dienst: Von Hotmail auf Outlook.com: Microsoft schließt Umstellung ab, augsburger-allgemeine.de, 4. Mai 2013, abgerufen am 20. Juli 2014
  14. Holger Bleich: Microsoft aktiviert neuen Mail-Dienst Outlook.com für alle Nutzer. In: heise online. 19. Februar 2013, abgerufen am 26. Februar 2013.
  15. Lars Budde: Outlook.com verlässt Beta-Phase mit 60 Millionen aktiven Nutzern. In: t3n Magazin. 19. Februar 2013, abgerufen am 21. Februar 2013.
  16. Microsoft Web Apps: Office Goes to the Web. PCWorld. 20. Februar 2014. Abgerufen am 17. Juli 2014 (englisch).
  17. Windows 8, Outlook.com, Outlook 2013 und Smartphones richtig synchronisieren. TecChannel IT im Mittelstand 19. Mai 2013. Abgerufen am 19. Juli 2014.
  18. Office Sway im Windows Store
  19. Apps for Office in the browser. Abgerufen am 20. Juli 2014 (englisch).
  20. Patrick Beuth: Auch Microsoft liest E-Mails mit. In: Zeit Online. 22. Oktober 2012, abgerufen am 21. Juli 2014.