Mikhail Baryshnikov

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Mikhail Baryshnikov (2010)

Mikhail Baryshnikov (russisch Михаил Николаевич Барышников, Michail Nikolajewitsch Baryschnikow; * 27. Januar 1948 in Riga, Lettische SSR, UdSSR) ist ein US-amerikanischer Ballett-Tänzer, Choreograf und Schauspieler russischer Herkunft.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Michail Baryschnikow wuchs als Sohn russischer Eltern in Riga auf. Dort nahm er auch seine ersten Ballettstunden.[1] Aus der ersten Ehe seiner Mutter mit einem im Zweiten Weltkrieg gefallenen Soldaten hat er einen Halbbruder.[2] Seine Mutter, die stets sein Interesse für das Ballett und die Oper gefördert hatte, beging Suizid, als Baryshnikov 12 Jahre alt war.[3][2] Das Verhältnis zum Vater, der Oberst in der Sowjetarmee war, blieb zeitlebens eher distanziert.[3][4]

Mit 15 Jahren wurde er dank seines Talents an der Waganowa-Akademie in Leningrad aufgenommen und von Alexander Iwanowitsch Puschkin unterrichtet.[5] Drei Jahre später wurde er Solotänzer des Kirow-Balletts. 1974 setzte er sich während einer Tournee durch Kanada ab und beantragte politisches Asyl in den USA.[6] In den folgenden Jahren tanzte er mit verschiedenen Ballettkompanien.

Von 1979 bis 1980 war er ein Principal-Tänzer am New York City Ballet. In den Jahren 1980 bis 1989 war er der künstlerische Leiter des American Ballet Theatre. 1984 wurde er US-amerikanischer Staatsbürger. 1999 wurde er in die American Academy of Arts and Sciences gewählt. Von 1990 bis 2002 arbeitete er für das White Oak Dance Project, dessen Mitbegründer er war.[7][8] Neben seiner Arbeit fürs Ballett übernahm er Rollen in Broadway-Shows und in Spielfilmen. Seit 2005 ist er künstlerischer Direktor des Baryshnikov Arts Center in New York.[9]

Aus seiner Beziehung zur Schauspielerin Jessica Lange ging 1981 die Tochter Shura Baryshnikov hervor, die ebenfalls Tänzerin wurde.[10][11] Aus seiner langjährigen Beziehung zur Tänzerin und Journalistin Lisa Rinehart hat er einen Sohn und zwei Töchter, darunter die Schauspielerin Anna Baryshnikov.[10][11]

Film und Fernsehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für seinen ersten Film Am Wendepunkt erhielt er 1977 eine Oscar- und Golden-Globe- Nominierung als Bester männlicher Darsteller in einer Nebenrolle. 1985 spielte er zusammen mit Gregory Hines und Isabella Rossellini eine Hauptrolle in White Nights – Die Nacht der Entscheidung. Er spielt darin einen in den Westen geflohenen Balletttänzer, der zu einer Rückkehr ans Kirow-Ballett überredet werden soll.

Im Film Company Business spielt er an der Seite von Gene Hackman einen KGB-Agenten in den USA.

In der letzten Staffel der Fernsehserie Sex and the City trat er regelmäßig als Carrie Bradshaws Freund Aleksandr Petrovsky auf. Auch im Video zu Barbra Streisands Lied Emotion hatte er einen kurzen Gastauftritt.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mikhail Baryshnikov – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Florian Maass: Mikhail Baryschnikow im Interview. Brodsky sitzt im Café und lüftet den Hut. Neue Zürcher Zeitung, 22. November 2015, abgerufen am 11. Dezember 2015.
  2. a b Mikhail Baryshnikov Family. In: Turner Classic Movies, abgerufen am 10. Februar 2017
  3. a b Sasha Anawalt: Baryshnikov Searches for The Heart of 'Swan Lake'. In: New York Times vom 7. Mai 1989
  4. Mikhail Baryshnikov. In: biography.com, abgerufen am 10. Februar 2017
  5. Ballett: Baryschnikow auf dem Thron. Der Spiegel, 2. Juni 1975, abgerufen am 18. September 2016.
  6. Martin Knelman: Baryshnikov’s defection is one for the books. Toronto Star, 5. Oktober 2010, abgerufen am 18. September 2016 (englisch).
  7. Freedom to Dance: The Mikhail Baryshnikov Archive, Part 2 – White Oak Dance Project. New York Public Library, 11. April 2013, abgerufen am 18. September 2016 (englisch).
  8. Wiebke Hüster: Michail Baryshnikow und die Künste. Der größte Tänzer der Welt als Kulturförderer. Deutschlandfunk, 4. Januar 2009, abgerufen am 18. September 2016.
  9. Webseite des Baryshnikov Arts Center
  10. a b Katherine Cusumano: Anna Baryshnikov Is Ready to Be a Leading Lady. In: wmagazine.com vom 16. November 2016
  11. a b Anna Baryshnikov bei myheritage.de, abgerufen am 23. Januar 2017