Mogwai (Band)

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Mogwai
Mogwai live
Mogwai live
Allgemeine Informationen
Genre(s) Postrock
Gründung 1995
Website www.mogwai.co.uk
Aktuelle Besetzung
Stuart Braithwaite
E-Bass, Gitarre
Dominic Aitchison
Martin Bulloch
Keyboard, Flöte, Gitarre, Bass
Barry Burns
Ehemalige Mitglieder
Gitarre
John Cummings
(bis 2015)

Mogwai ist eine britische Postrock-Band aus Glasgow, die im Jahr 1995 gegründet wurde. Der Name leitet sich aus dem Chinesischen ab und bedeutet ungefähr so viel wie „dunkler Geist“ oder „böse Seele“ (chin. 魔鬼, mòguǐ, 魔 (dunkel), 鬼 (Geist)). Die Inspiration zu diesem Namen erhielt die Band durch die Kreatur aus dem Film Gremlins von Joe Dante aus dem Jahr 1984. Stuart Braithwaite, der Gitarrist von Mogwai, sagte jedoch, dass dieser Name keine tiefere Bedeutung für die Band habe, sie wollten schon seit längerem einen besseren finden.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stuart Braithwaite

Stuart Braithwaite (Gitarre) und Dominic Aitchison (Bass) trafen sich in den 1990er-Jahren auf einem Konzert der Band Ned’s Atomic Dustbin. Die daraus resultierende Bekanntschaft der beiden Fünfzehnjährigen resultierte vier Jahre später in der Gründung der Band, der bald Schlagzeuger Martin Bulloch beitrat.

Nach den ersten Konzerten trat bald auch John Cummings an der Gitarre bei, dem Brendan O’Hare (ehemals Teenage Fanclub und Macrocosmica) folgte. Dieser war aber nur zeitweise Mitglied, nämlich für die Aufnahmen von Mogwai Young Team. Erst 1998 fand sich mit Barry Burns das letzte Mitglied, mit dem bald Come on Die Young aufgenommen wurde.

Im Jahr 2004 hatte die Band die Möglichkeit als Vorgruppe aufzutreten, nämlich bei den Pixies und bei The Cure. Sie selbst üben ebenfalls Einfluss auf andere Gruppen aus, z. B. auf die Band Explosions in the Sky oder die italienischen Giardini di Mirò sowie einige weitere Postrockgruppen. Im Jahr 2008 mussten einige Konzerte wegen Herzproblemen von Bulloch abgesagt werden.[2]

Mogwai hat am 11. Februar 2011 in Deutschland das Album Hardcore Will Never Die, But You Will. auf Rock Action Records veröffentlicht, der Nachfolger Rave Tapes erschien Anfang 2014.

Stil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dominic Aitchison
John Cummings beim Auftritt auf dem Melt! Festival 2015.

Die Musik der Gruppe wird bisweilen als Ambient bezeichnet, doch trifft diese Beschreibung das Klangbild der meisten Stücke nur wenig. Vielmehr ist die Musik eindeutig dem Rockbereich zuzuordnen, obwohl viele herkömmliche Merkmale der Sparte oft nicht zutreffen. Das betrifft u. a. die Tracklänge von 3–5 Minuten – welche häufig überschritten wird −, die sich oft über den ganzen Track hinziehende Entwicklung von Soundmustern als auch die häufige Abwesenheit des durchschnittlichen Strophe-Refrain-Strophe-Schemas. Der Gesang spielt eine untergeordnete Rolle. Viele Stücke sind instrumental, bei anderen ist der Gesang stark verzerrt (z. B. mit einem Vocoder bei Hunted by a Freak) oder in einer Sprache, die von den meisten Hörern nicht verstanden wird (z. B. wird Dial:Revenge auf walisisch gesungen). Stuart Braithwaite hat dies folgendermaßen kommentiert:

“I think most people are not used to having no lyrics to focus on. Lyrics are a real comfort to some people. I guess they like to sing along and when they can’t do that with us they can get a bit upset.”

„Ich glaube, die meisten Leute sind gewohnt, einen Text zu haben, auf den sie sich konzentrieren können. Texte sind für manche Leute ein wirklicher Trost. Wahrscheinlich singen sie gerne mit, und wenn das bei uns nicht geht, dann können sie ein bisschen sauer werden.“

– Interview mit The Express[3]

Die Stücke sind meist von melancholischer, sphärischer Stimmung. Gespielt wird sehr häufig mit den Kontrasten laut/leise und energisch/verhalten. So verläuft der Gesamtklang innerhalb eines Songs recht oft crescendo, häufig steigt mit wachsender Minutenzahl die Intensität und Fülle der Instrumentierung. Eingesetzt wird neben dem üblichen Rockinstrumentarium (Schlagzeug, Gitarren, Bass) auch einiges an elektronischen Instrumenten. Hauptsächlich haben The Cure, Joy Division, The Jesus and Mary Chain, Pixies, Slint und My Bloody Valentine Einfluss auf die Band ausgeübt.

Gruff Rhys von der walisischen Band Super Furry Animals und Tetsuya Fukagawa der japanischen Screamoband Envy hatten bereits Gastauftritte als Sänger, bei dem sie jeweils ihre eigene Sprache verwendeten (Rhys: Alt-Walisisch; Fukagawa Japanisch)

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Band ist über ihre Musik hinaus dafür bekannt, ihre Meinungen über andere Künstler sehr offen kundzutun. Als Mogwai 1999 parallel zu Blur auf einem Festival spielte, ließ man T-Shirts mit der Aufschrift „blur: are shite“ drucken und verkaufen. Mogwai-Kopf Braithwaite erklärte dazu, es handle sich bei dieser Aussage um einen Fakt, und Blur seien „eine der schwächsten Bands des Planeten“.[4] Auch auf ihrer offiziellen Webseite sind häufig abfällige Kommentare zu Musikerkollegen zu finden. Zum Albumtitel Songs of Mass Destruction (etwa: „Massenvernichtungslieder“) von Annie Lennox erklärte Braithwaite dort, dieser sei „really topical“ („sehr zeitgemäß“). Lennox habe einen Titel gewählt, der so halbherzig sei, dass der Mogwai-Albumtitel Mr. Beast dagegen geradezu intellektuell klinge.

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Studioalben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[5][6] Anmerkungen
DeutschlandDeutschland DE OsterreichÖsterreich AT SchweizSchweiz CH Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich UK Vereinigte StaatenVereinigte Staaten US
1997 Young Team 75
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: Oktober 1997
1999 Come On Die Young 29
(3 Wo.)
Erstveröffentlichung: März 1999
2001 Rock Action 23
(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: April 2001
2003 Happy Songs for Happy People 47
(2 Wo.)
182
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: Juni 2003
2006 Mr. Beast 65
(1 Wo.)
87
(2 Wo.)
21
(3 Wo.)
128
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: März 2006
2008 The Hawk Is Howling 72
(1 Wo.)
73
(1 Wo.)
35
(2 Wo.)
97
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: September 2008
2011 Hardcore Will Never Die, But You Will. 27
(3 Wo.)
49
(1 Wo.)
45
(2 Wo.)
25
(2 Wo.)
97
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: Februar 2011
2014 Rave Tapes 16
(1 Wo.)
56
(1 Wo.)
24
(2 Wo.)
10
(3 Wo.)
55
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: Januar 2014

Kompilationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[5][6] Anmerkungen
DeutschlandDeutschland DE OsterreichÖsterreich AT SchweizSchweiz CH Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich UK Vereinigte StaatenVereinigte Staaten US
2015 Central Belters 54
(… Wo.)
40
(… Wo.)
Erstveröffentlichung: Oktober 2015

weitere Kompilationen

  • 1997: Ten Rapid: Collected Recordings 1996–1997
  • 2000: EP+6 (2000) – 4 Satin / No Education … / Mogwai:EP (auf einer CD)

Livealben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2005: Government Commissions: BBC Sessions 1996–2003
  • 2010: Special Moves / Burning (Doppelalbum; Live in der Music Hall of Williamsburg – Brooklyn, NY)

Remixalben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[5][6] Anmerkungen
DeutschlandDeutschland DE OsterreichÖsterreich AT SchweizSchweiz CH Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich UK Vereinigte StaatenVereinigte Staaten US
1998 Kicking a Dead Pig 99
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: Mai 1998

weitere Remixalben

  • 2012: A Wrenched Virile Lore

Soundtracks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[5][6] Anmerkungen
DeutschlandDeutschland DE OsterreichÖsterreich AT SchweizSchweiz CH Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich UK Vereinigte StaatenVereinigte Staaten US
2013 Les Revenants 86
(1 Wo.)
42
(3 Wo.)
Erstveröffentlichung: Februar 2013
Soundtrack zur Serie The Returned
2016 Atomic 55
(1 Wo.)
38
(… Wo.)
20
(… Wo.)
Erstveröffentlichung: 1. April 2016
Soundtrack zur Folge Atomic: Living in Dread and Promise der Dokumentationsreihe Storyville der BBC

weitere Soundtracks

  • 2006: The Fountain (Clint Mansell feat. Kronos Quartet und Mogwai)
  • 2006: Zidane – A 21st Century Portrait
  • 2006: Miami Vice Tracks EP
  • 2007: Ex-Drummer – Soundtrack

DJ-Mixe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2010: Mogwai Mixtape (VÖ: 13. August)
  • 2010: FACT Mix 179 (VÖ: 27. August)

Singles und EPs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel
Album
Charts[5][6] Anmerkungen
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich UK
1997 4 Satin EP 94
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: Mai 1997
1998 Sweet Leaf 60
(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: März 1998
Splitsingle mit Magoo – Black Sabbath
1998 Fear Satan Remixes EP 57
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: März 1998
1998 No Education = No Future
(Fuck the Curfew) EP
68
(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: Juni 1998
2006 Friend of the Night 38
(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: Januar 2006

weitere Singles

  • 1996: Tuner/Lower
  • 1996: Angels vs Aliens
  • 1996: Summer (Demo)
  • 1996: Summer / Ithica 27φ9
  • 1997: New Paths to Helicon, Parts 1 & 2
  • 1997: Club Beatroot, Part 4
  • 1998: Do the Rock Boogaloo
  • 2001: My Father My King
  • 2005: Friend of the Night
  • 2008: Mogwai / Fuck Buttons – Tour Split Single
  • 2011: Mexican Grand Prix
  • 2011: Rano Pano
  • 2013: The Lord Is Out of Control

weitere EPs

  • 1999: Mogwai:EP
  • 2001: Travels in Constants, Vol. 12
  • 2001: US Tour EP (mit Bardo Pond)
  • 2001: UK / European Tour EP
  • 2006: Travel Is Dangerous
  • 2008: Batcat EP
  • 2011: Earth Division EP
  • 2014: Music Industry 3. Fitness Industry 1. (EP)

Videos[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2003: Happy Songs for Happy People EPK
  • 2006: Mr Beast EPK
  • 2011: Special Moves Live in Brooklyn, NY 2009 – Burning Live DVD (VÖ: März)

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mogwai – Frequently Asked Questions.
  2. Quelle: motor.de
  3. Interview mit Mogwai in The Express
  4. Erin Franzman: Stuart Braithwaite From Mogwai The Stranger, 2. September 1999.
  5. a b c d e Chartquellen: Alben UK US1 US2
  6. a b c d e Gold-/Platin-Datenbanken: DE AT CH UK US

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mogwai – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien