Mosche Katzav

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Mosche Katzav (2007)

Mosche Katzav (hebräisch משה קצב [moˈʃe kaˈʦav], persisch موسی قصاب, DMG Mūsā Qaṣṣāb [muːˈsɔː ɢæˈsːɔːb]; * 5. Dezember 1945 in Yazd, Iran) ist ein ehemaliger israelischer Politiker (Likud). Er war von 2000 bis 2007 der achte israelische Staatspräsident.

Kindheit und Jugend[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Noch als Kleinkind zog seine Familie mit ihm aus seiner iranischen Geburtsstadt Yazd nach Teheran. Im August 1951 emigrierte die Familie nach Israel. Er leistete seinen Wehrdienst als Korporal im Kommunikationskorps und diente als Reservist im Sechs-Tage- und im Jom-Kippur-Krieg. Katzav absolvierte ein Studium der Wirtschaftswissenschaft und Geschichte an der Hebräischen Universität Jerusalem, das er 1971 mit einem Bachelorgrad und Lehrerzertifikat abschloss.[1]

Politischer Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1969 wurde er als 24-Jähriger in der Stadt Kirjat Mal’achi zum damals jüngsten Bürgermeister Israels gewählt. Als Abgeordneter des rechten Likud-Bündnisses war er von 1977 bis zu seiner Wahl zum Staatspräsidenten 2000 Mitglied der Knesset. Von 1981 bis 1984 war er stellvertretender Minister für Bau- und Wohnungswesen, anschließend bis 1988 Minister für Arbeit und Soziales, dann bis 1992 Verkehrsminister. Im Kabinett Benjamin Netanjahu I war Katzav von 1996 bis 1999 stellvertretender Ministerpräsident und zugleich Tourismusminister sowie Minister für die arabischen Israelis.[1]

Am 31. Juli 2000 setzte sich Mosche Katzav in der Präsidentenwahl im zweiten Wahlgang mit 63 zu 57 Stimmen überraschend gegen Schimon Peres durch und wurde zum achten Präsidenten Israels gewählt. Für die orientalischen Juden war es von großer Bedeutung, dass erstmals einer der ihren in das höchste Staatsamt gewählt wurde.[2]

Strafverfahren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2006 wurden Katzav Vergewaltigung und sexuelle Nötigung in mehreren Fällen vorgeworfen. Im Januar 2007 erklärte die Generalstaatsanwaltschaft, dass sie Anklage gegen Katzav wegen sexueller Übergriffe gegenüber mindestens einer seiner Angestellten erheben werde,[3] worauf Katzav am 29. Juni 2007 in einer Note an Parlamentspräsidentin Dalia Itzik seinen Rücktritt mitteilte.[4][5]

Am 19. März 2009 wurde vor einem Gericht in Tel Aviv Anklage gegen Katzav wegen Vergewaltigung und sexueller Übergriffe gegenüber drei Frauen erhoben. Er stritt diese Anschuldigungen weiterhin ab.[6] Am 30. Dezember 2010 wurde er wegen Vergewaltigung einer Angestellten in zwei Fällen, der sexuellen Belästigung in weiteren Fällen sowie der Behinderung der Justiz schuldig gesprochen. Am 22. März 2011 wurde das Strafmaß auf sieben Jahre Haft sowie zwei Jahre Bewährungsstrafe festgelegt.[7] Zudem sollte er umgerechnet 20.000 Euro Entschädigung zahlen. Katzav legte Berufung gegen das Urteil ein. Am 10. November 2011 bestätigte jedoch das Oberste Gericht unter Vorsitz des Richters George Karra[8] die Entscheidung der Vorinstanz,[9] worauf Katzav seine Haftstrafe am 7. Dezember desselben Jahres antrat.[10] Am 21. Dezember 2016 wurde er vorzeitig aus der Haft entlassen.[11]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Mosche Katzav – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Abgeordnetenprofil Moshe Katsav, Knesset.
  2. Donna Rosenthal: Die Israelis. Leben in einem außergewöhnlichen Land. C.H.Beck, München 2008, S. 144.
  3. Präsident Katzav wird wegen Vergewaltigung angeklagt. In: Frankfurter Allgemeine. 23. Januar 2007, abgerufen am 23. Januar 2007.
  4. Jerusalem Post: „Katsav hands in resignation letter to Knesset speaker“@1@2Vorlage:Toter Link/fr.jpost.com (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. , abgerufen am 29. Juni 2007.
  5. BBC News Online: Israeli president Katsav resigns, abgerufen am 1. Juli 2007.
  6. upi.com: Ex-Israeli leader Katsav indicted for rape abgerufen am 28. Juli 2010.
  7. Vergewaltigung: Sieben Jahre Haft für Israels Ex-Präsident@1@2Vorlage:Toter Link/www.heute.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. . heute.de, 22. März 2011 (Link nicht mehr abrufbar).
  8. Katsav und sein Richter - Ein außergewöhnliches Urteil, abgerufen am 13. Dezember 2011.
  9. Israels Ex-Präsident muss für 7 Jahre hinter Gitter tagesschau.sf.tv, 10. November 2011.
  10. Katsav im Gefängnis. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 7. Dezember 2011, abgerufen am 7. Dezember 2011.
  11. Ex-Präsident Katzav vorzeitig aus Gefängnis entlassen. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Deutschlandfunk. 21. Dezember 2016, archiviert vom Original am 22. Dezember 2016; abgerufen am 21. Dezember 2016.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.deutschlandfunk.de