Naturpark Mürzer Oberland

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Infopoint des Naturparks Mürzer Oberland am Preiner Gscheid

Der Naturpark Mürzer Oberland wurde als Naturpark im Jahr 2003 gegründet und liegt im Nordosten der Steiermark am Oberlauf des Mürzflusses.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Naturparkareal liegt im Nordosten der Steiermark am Oberlauf des Mürzflusses und beinhaltet die Naturpark-Gemeinde Neuberg an der Mürz mit den Ortsteilen Altenberg an der Rax, Kapellen und Mürzsteg. Der Naturpark erstreckt sich über eine Fläche von 226 km² und erreicht dabei Höhenlagen von 700 bis 2.007 m.

Landschaft und Schutzgebiet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Mürz führt durch eine von Wäldern, Wasserfällen und Felsformationen geprägte Landschaft. Großer Wasserreichtum und eine sehr gute Wasserqualität zeichnen das Naturparkgebiet aus. Die höchsten Erhebungen sind die Kalkgebirgsstöcke von Rax, Schneealpe und Hoher Veitsch.

Neben dem Landschaftsschutzgebiet „Veitsch - Schneealpe - Raxalpe“ befindet sich auch das Natur- und Ramsarschutzgebiet Naßköhr Moor, der größte Moorkomplex der östlichen Kalkalpen, im Naturpark. Weiters gibt es zahlreiche Naturdenkmäler in der Umgebung.

Flora & Fauna[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Typische Landschaft mit Tümpel im Naturpark

Im Naturpark treten Mittelgebirgslandschaften, hauptsächlich Fichtenwälder (Picea abies) mit eingemischten Föhren- (Pinus sylvestris), Lärchen- (Larix decidua), Eschen- (Fraxinus excelsior) und Bergahornbeständen (Acer pseudoplatanus) auf. Vereinzelte Buchenwaldinseln (Fagus sylvatica) sind noch zu finden, jedoch durch menschliche Einflüsse weitgehend von der Fichte verdrängt. Mit zunehmender Seehöhe gewinnt die Lärche an Bedeutung. In den Schluchten findet man noch die für diesen Standort typischen Schluchtenwälder mit charakteristischen Arten, alten Baumbeständen (Bergahorn, Esche) und einem hohen Anteil von Moosen, Flechten und Farnen wie zum Beispiel dem Hirschzungenfarn (Asplenium scolopendrium). Die Hochgebirgsbereiche werden geprägt von schroffen Kalkmassiven. Hier wächst eine für kalkreichen Untergrund typische Alpenflora mit Alpen-Edelweiß (Leontopodium alpinum), Kohlröschen-Arten (Nigritella ssp.), verschiedenen seltenen Enzian-Arten (Gentiana ssp.) und dem Frauenschuh (Cypripedium calceolus). In den Mooren auf der Hinteralm findet man vor allem verschiedene Torfmoos-Arten (Sphagnum sp.), den Rundblättrigen Sonnentau (Drosera rotundifolia) und das Scheiden-Wollgras (Eriophorum vaginatum), um nur die wichtigsten der zahlreichen feuchteliebenden Arten zu nennen, die hier vorkommen.

Der bereits ausgestorbene Steinbock wurde hier wieder angesiedelt. Weiters gehören Steinadler, Rotwild, Gämsen, Schwarzwild, Auer- und Birkwild zu den Bewohnern des Naturparks Mürzer Oberland. Vereinzelt ziehen nachweislich Wölfe durch; der Luchs scheint sich wieder anzusiedeln. Ebenso ist der Fischotter wieder zu spüren. Zu dem häufigsten Arten der Amphibienfauna zählen Erdkröte (Bufo bufo), Grasfrosch (Rana temporaria), Springfrosch (Rana dalmatina), Gelbbauchunke (Bombina variegata), Teichmolch (Triturus vulgaris) und Bergmolch (Triturus alpestris).

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Naturpark gibt es besondere Plätze, die als Naturpark-Juwele bezeichnet werden. Dies sind Naturschönheiten, Naturdenkmäler oder Kraftorte, die sich vielfach durch das Jahrhunderte lange Zusammenwirken von Natur und Mensch entwickelt haben, beispielsweise Schluchten, Höhlen, Teiche, Moore, Wasserfälle und Ursprungsquellen. Diese Schauplätze sind gut erreichbar und frei zugänglich.

Natürliche Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erlebnisweg Roßlochklamm im Naturpark Mürzer Oberland

Das Naturdenkmal „Wasserfall zum Toten Weib“ wird von Wasser gespeist, das auf der Hinteralm im Bereich des Naßköhrmoores beim so genannten Durchfall plötzlich verschwindet.

Am Nordhang des Karnsteinerkogels bei Kapellen befindet sich die Bleiweißgrube. Die Höhle ist ein Naturdenkmal mit reicher Wand- und Deckenversinterung sowie Bergmilchbildungen. Sie wird von verschiedenen Fledermausarten als Winterquartier genutzt. Erlebnisweg Roßlochklamm im Naturpark Mürzer Oberland. Der 2007 eröffnete Erlebnisweg wurde 2008 als kreativster Lehrpfad Österreichs ausgezeichnet. Thema des interaktiven Weges ist der Kreislauf des Lebens. Am interaktiven Erlebniswanderweg Aquazelle Altenberg erfährt man vieles über Wasser, Wald, Wild und die Wechselwirkung zwischen Wasser und Gestein. An diesem Weg liegt auch die 200 Jahre alte „Lurgbauernmühle“, eine der letzten funktionstüchtigen Mühlen.

Errichtete Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben den natürlichen Sehenswürdigkeiten gibt es auch von Menschen errichtete Bauwerke, die das kulturelle Leben in der Region mitbestimmen.

Das Neuberger Münster ist die früheste einheitliche Hallenanlage innerhalb der österreichischen gotischen Architektur und trägt den größten Holzdachstuhl der Kirchen Österreichs. Im Stift Neuberg befinden sich ein Kreuzgang mit Bildern von 38 Äbten, ein Renaissance-Hochaltar und der Kapitelsaal mit der Stiftergruft. In ihr ruhen die sterblichen Überreste Herzog Ottos des Fröhlichen und seiner Familie.

Im kleinen Ort Kapellen befinden sich das größte funktionstüchtige Spinnrad der Welt und eine sehr aktive Spinnrunde.

Im Bereich des Stiftes Neuberg befindet sich das Naturmuseum mit der umfangreichen Sammlung von Tierpräparaten und Gemälden von Herbert Schliefsteiner. Ebenfalls am Stiftsareal wurde eine Glashütte, die mit traditionellen Methoden arbeitet, installiert. In der Schauglasbläserei kann die Herstellung von Glasartikeln aus der flüssigen Glasschmelze nachvollzogen werden.

Im Holzknechtmuseum findet man neben Werkzeugen und Arbeitsgeräten der Holzknechte auch historische Gebrauchsgegenstände des täglichen Lebens. Vor dem Museum wurde eine originalge-treue Holzknechthütte nachgebaut.

In dem in einem Wirtschaftsgebäude untergebrachten Heimatmuseum „Museum der Neuberger“ wird das örtliche, wirtschaftliche und kulturelle Leben durch Gebrauchsgegenstände und Fotos dokumentiert.[1] Die Pillhofer Skulpturenhalle in Neuberg an der Mürz beherbergt zahlreiche Skulpturen und Papierarbeiten des Künstlers Josef Pillhofer. Zu den weiteren Sehenswürdigkeiten zählen der Wald der Sinne, Aquazelle Altenberg, Spielplatz Appelhof und die Bio-Almkäserei Lurgbauer.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Naturpark Mürzer Oberland – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Naturpark Neuberg an der Mürz - Naturmuseum Sammlung Schliefsteiner und Museum der Neuberger. Marktgemeinde Neuberg/Mürz, abgerufen am 28. November 2012 (deutsch).

Koordinaten: 47° 41′ 52,8″ N, 15° 32′ 38,4″ O