Naturpark

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Eingangs-Situation eines Naturparks

Ein Naturpark (Mehrzahl: Naturparks, Naturparke, in der Schweiz Naturpärke) ist ein geschützter, durch langfristiges Einwirken, Nutzen und Bewirtschaften entstandener Landschaftsraum. Diese wertvolle Kulturlandschaft soll in ihrer heutigen Form bewahrt und gleichzeitig touristisch vermarktet werden.

Naturparks unterliegen in den meisten Staaten einem gesetzlich reglementierten Gebietsschutz, der Teil des Naturschutzrechts ist.

Info-Punkt für Naturschutz und Umweltbildung
Alpensteinbock in einem französischen "parc naturel régional"

Internationale Naturparks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als erster internationaler Naturpark in Europa wurde im Jahr 1932 der heutige Pieniny-Nationalpark gemeinsam von Polen und der Slowakei gegründet.[1]

  • Europäische Naturparks: Staatenübergreifende Pläne und Aktionen werden unter Europarc verfolgt.
  • Protected Area Network of Parks (PANPark), Zertifizierungen durch das vom WWF initiierte Netzwerk, welche auf eine Kombination von Wildniskonzept und touristischem Angebot ausgerichtet sind.

Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Naturpark gehört zu den Möglichkeiten des gebietsbezogenen Naturschutzes, den das Bundesnaturschutzgesetz heute (BNatSchG) bereitstellt. Der Naturschützer und Unternehmer Alfred Toepfer stellte am 6. Juni 1956 in der damaligen Bundeshauptstadt Bonn auf der Jahresversammlung des Vereins Naturschutzpark das vom Verein gemeinsam mit der Zentralstelle für Naturschutz und Landschaftspflege und anderen Institutionen entwickelte Programm zur Einrichtung von (zunächst) 25 Naturparks in Westdeutschland vor (in Anwesenheit von Bundespräsident Theodor Heuss und Bundesminister Heinrich Lübke). Fünf Prozent der Fläche der alten Bundesrepublik sollten so vor größeren Schädigungen bewahrt werden.

Definition von Naturparks in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Definition der Kategorie Naturpark erfolgt durch Bundesrecht (§ 27 BNatSchG). Einzelheiten, vor allem hinsichtlich der Ausweisung, Feststellung oder Anerkennung als Naturpark, variieren in den einzelnen Bundesländern nach Maßgabe des dortigen Naturschutzrechts. In § 27 BNatSchG wird festgelegt, dass Naturparks einheitlich zu entwickelnde und zu pflegende, großräumige Gebiete und auf überwiegender Fläche Landschafts- oder Naturschutzgebiete sind, eine große Arten- und Biotopenvielfalt und eine durch vielfältige Nutzungen geprägte Landschaft aufweisen.

In Naturparks wird eine dauerhaft umweltgerechte Landnutzung angestrebt, und sie sollen wegen ihrer landschaftlichen Voraussetzungen besonders für die Erholung und für nachhaltigen Tourismus geeignet sein.

Die zugrunde liegende Idee ist ein Schutz durch Nutzung, deshalb ist die Akzeptanz und die Beteiligung der Bevölkerung am Schutz der Kulturlandschaft und Natur sehr wichtig. Dabei sollen der Schutz der Natur und die Bedürfnisse von Erholungssuchenden so verknüpft werden, dass beide Seiten davon profitieren: nachhaltiger Tourismus mit Respekt vor dem Wert der Natur und Landschaft stehen im Vordergrund.

Grundsätzlich sind hier alle Handlungen, Eingriffe und Vorhaben verboten, die dem Schutzzweck zuwiderlaufen.

Naturparks sind bei der Bauleitplanung zu berücksichtigen und müssen in Bebauungsplänen dargestellt und beachtet werden. Man spricht hier von einer nachrichtlichen Übernahme. Sie sind verbindlich und können nicht etwa aufgrund eines übergeordneten Allgemeinwohls in der Abwägung überwunden werden.

Die Träger von Naturparks sind oftmals Vereine oder kommunale Zweckverbände.

Die deutschen Naturparks sind im Verband Deutscher Naturparke zusammengefasst.

In Deutschland bestehen 104 Naturparke[2], die etwa 25 % der Landesflächen einnehmen. Sie stellen einen wichtigen Baustein im Naturschutz dar und helfen, die landschaftlichen Schönheiten, Kulturlandschaften und seltenen Arten und Biotope zu erhalten und auch späteren Generationen zugänglich zu machen. Eine komplette Aufstellung der Gebiete mit Kurzbeschreibung findet sich in der Liste der Naturparks in Deutschland.

Jahr der Naturparke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Jahr 2006 wurde anlässlich des 50. Jahrestages der Idee Naturpark zum Jahr der Naturparke erklärt. Bundespräsident Horst Köhler übernahm dafür die Schirmherrschaft. Das Jahr stand unter dem Motto Natürlich Naturparke.

Österreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Übersichtskarte der Österreichischen Naturparks

Derzeit gibt es in Österreich 48 Naturparks mit einer Gesamtfläche von rund 500.000 ha (Stand 2015). Sie werden jährlich von annähernd 20 Millionen Interessierten besucht.[3]

Naturschutz ist in Österreich Ländersache, Naturparks werden von den jeweiligen Landesregierungen ausgewiesen. Träger sind meist Vereine (oder Firmen), in denen die beteiligten Akteure, wie Tourismusverbände der Anrainergemeinden, Grundbesitzer und Infrastrukturbetreiber, zusammenarbeiten. 1995 schlossen sich alle österreichischen Naturparke zum Verband der Naturparke Österreichs (VNÖ) als gemeinsamer Interessensvertretung zusammen.

Schweiz: Regionale Naturpärke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Schweiz ist die Errichtung von Regionalen Naturpärken durch das Bundesgesetz über den Natur- und Heimatschutz (NHG) gesetzlich geregelt. Regionale Naturpärke sind eine von drei durch das NHG definierten Kategorien. Daneben sind Nationalpärke und Naturerlebnispärke vorgesehen. Diese beiden Parktypen sehen strenge Schutzzonen im Park vor, während derartige Kernzonen in Regionalen Naturpärken nicht existieren. Letztere fokussieren vielmehr auf die gleichwertige Förderung von Naturschutz und regionaler Wirtschaft. In der Verordnung über die Pärke von nationaler Bedeutung (Pärkeverordnung, PäV) des Bundes sind nähere Bestimmungen enthalten, so etwa in Art. 20: Zur Erhaltung und Aufwertung der Qualität von Natur und Landschaft sind im Regionalen Naturpark: […] d. bestehende Beeinträchtigungen des Landschafts- und Ortsbildes durch Bauten, Anlagen und Nutzungen bei sich bietender Gelegenheit zu vermindern oder zu beheben.

Da das NHG erst 2007 entsprechend revidiert wurde, gibt es in der Schweiz noch kaum Regionale Naturpärke. Betroffene Kantone können aufgrund ihrer Kantonshoheit eine Gesetzesänderung vornehmen, die die Bildung eines Naturparks erlaubt. Anschliessend kann die Gemeindeversammlung kraft ihrer Gemeindeautonomie über einen eventuellen Beitritt einer Gemeinde zu einem Parkverein und damit zu einem Naturpark abstimmen. In den Statuten der Parkvereine ist keine demokratische Mitbestimmung durch die Stimmbürger der Gemeinden vorgesehen. Die Mitgliedschaft im Parkverein ist frühestens nach zehn Jahren kündbar.

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Seit August 2010 existierten drei Pärke mit dem Label „Regionaler Naturpark von nationaler Bedeutung“:[4]

Eine Reihe weiterer Projekte sind mit dem Label „Kandidatur“ ausgezeichnet und streben das Parklabel an. Eine Aufstellung der Gebiete mit Kurzbeschreibung findet sich im Artikel Park von nationaler Bedeutung.

Italien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Südtirol hat sieben Naturparks und Anteil an einem Nationalpark

Frankreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Logo des Naturparks der Nordvogesen
Übersicht über die parcs naturels régional (in Grün)

In Frankreich heißen die Naturparks parc naturel régional. Im grenznahen Raum (zu Deutschland und der Schweiz), im Elsass und in Lothringen gibt es drei davon, zwei im Mittelgebirge der Vogesen: den Regionalen Naturpark Ballons des Vosges mit den Hochvogesen (Belchen) im Zentrum und in den Nordvogesen den Regionalen Naturpark Vosges du Nord, der an die deutsche Grenze reicht (Rheinland-Pfalz) und dort an den bis zur Geologie gleichgearteten deutschen Naturpark Pfälzerwald anschließt, mit dem er 1998 zu einem grenzüberschreitenden UNESCO-Biosphärenreservat Pfälzerwald-Vosges du Nord zusammengefasst wurde. Der dritte, der Regionale Naturpark Lothringen, liegt im Zentrum Lothringens, im Bereich der lothringischen Seen (pays des étangs) das zum Teil im Département Moselle im Bereich der traditionellen Lage der Sprachgrenze liegt.

Daneben finden sich französische Naturgebiete und Landschaften von europäischer Bedeutung in regionalen Naturparks wie die Camargue und die Alpilles in der Provence, den Lauf des Verdon in den provenzalischen Seealpen, die Vulkane der Auvergne und die Ardèche im Zentralmassiv, die korsische Hochgebirgswelt oder die Steilküsten, Wälder und Heiden im Landesinneren der westlichen Bretagne (Aremorika).

Siehe auch: Liste der regionalen Naturparks in Frankreich

Kroatien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Kroatien gibt es insgesamt acht Nationalparks und zehn Naturparks. Unter Naturparkschutz stehen die folgenden Gebiete:

Portugal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem Nationalpark Peneda-Gerês befindet sich in Portugal ein Nationalpark. Daneben gibt es verschiedene Biosphärenreservate und eine Reihe Naturparks und untergeordnete Naturschutzgebiete, sowohl auf dem Festland, als auch auf den beiden Autonomen Regionen Madeira und Azoren.

Naturparks
Biosphärenreservate
Naturreservate (Auswahl)

Slowenien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Slowenien fasst man nach Gesetz zur Erhaltung der Natur 1999 unter dem Begriff ‚Naturpark‘ (slowenisch zavarovani park) „großflächige Schutzgebiete“ zusammen (Art. 67). Das umfasst 44 Gebiete:[6]

Spanien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Spanien werden Naturparks (Parque Natural, Parc Natural) durch die jeweilige Autonome Gemeinschaft festgelegt und verwaltet, z. B.:

Ungarn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab keine Qualifikation:

Weitere Länder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Naturparks – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Naturpark – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Nationalpark Pieniny. abgerufen am 1. Juni 2010.
  2. VDN - Verband Deutscher Naturparke e.V.. Abgerufen am 28. Juni 2014.
  3. Touristische Potenziale der Österreichischen Naturparks. auf naturparke.at, 2009.
  4. Website des Netzwerks Schweizer Pärke
  5. Website des Naturparks Thal
  6. Mladenka del Negro: Schutzgebiete in Slowenien – unter besonderer Berücksichtigung des Alpenraums. Österreichische Akademie der Wissenschaften, 2009.