Pölstal

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Marktgemeinde
Pölstal
Wappen Österreichkarte
Wappen fehlt
Pölstal (Österreich)
Pölstal
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Murtal
Kfz-Kennzeichen: MT (ab 1.7.2012; alt: JU)
Hauptort: (unbekannt)
Fläche: 270,63 km²
Koordinaten: 47° 17′ N, 14° 29′ OKoordinaten: 47° 17′ 0″ N, 14° 29′ 0″ O
Höhe: 915 m ü. A.
Einwohner: 2.595 (1. Jän. 2020)
Postleitzahlen: 8762, 8763, 8765
Gemeindekennziffer: 6 20 44
Adresse der
Gemeinde­verwaltung:
Im Dorf 2
8763 Möderbrugg
Website: www.poelstal.gv.at
Politik
Bürgermeister: Alois Mayer (ÖVP)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2020)
(15 Mitglieder)
7
6
1
1
Insgesamt 15 Sitze
Lage von Pölstal im Bezirk Murtal
FohnsdorfGaalLobmingtalHohentauernJudenburgKnittelfeldKobenzMaria Buch-FeistritzObdachPöls-OberkurzheimPölstalPusterwaldSankt Georgen ob JudenburgSankt Marein-FeistritzSankt Margarethen bei KnittelfeldSankt Peter ob JudenburgSeckauSpielbergUnzmarkt-FrauenburgWeißkirchen in SteiermarkZeltwegSteiermarkLage der Gemeinde Pölstal im Bezirk Murtal (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

BW

Pölstal ist eine Marktgemeinde im Bezirk Murtal in der Steiermark.

Blick auf Sankt Oswald bei Möderbrugg

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde umfasst das obere Pölstal mit den Zubringerbächen, von denen der Bretsteinbach und der Blahbach die größten sind. Vom tiefsten Punkt in Unterzeiring, das rund 900 Meter über dem Meer liegt, steigt das Land größtenteils bewaldet bis auf über 2300 Meter an. Die Gesamtfläche beträgt 270 Quadratkilometer. Davon sind zwei Drittel bewaldet, zwölf Prozent werden landwirtschaftlich genutzt, dreizehn Prozent sind Almen und acht Prozent sind alpines Gebiet.[1]

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Pölstal entstand zum Jahresbeginn 2015 im Rahmen der Gemeindestrukturreform in der Steiermark[2] aus den mit Ende 2014 aufgelösten Gemeinden Oberzeiring, Bretstein, Sankt Johann am Tauern und Sankt Oswald-Möderbrugg.[3]

Den Rang einer Marktgemeinde übernahm sie von Oberzeiring.

Das Gemeindegebiet umfasst neun Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2020):[4]

Die ehemaligen Gemeinden werden als Ortsteile geführt, wobei die 1850 vereinigten Sankt Oswald und Möderbrugg wieder getrennt sind.[5]

Die Gemeinde besteht aus den sechs Katastralgemeinden Bretstein, Möderbrugg, Oberzeiring, St. Johann Schattseite, St. Johann Sonnseite und St. Oswald.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rottenmann (LI) Hohentauern
Pusterwald

Oberwölz (MU)

Nachbargemeinden Gaal
Unzmarkt-Frauenburg Sankt Georgen ob Judenburg Pöls-Oberkurzheim

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im oberen Pölstal wurde schon um 1000 vor Christus Silber abgebaut. Die erste urkundliche Erwähnung von Oberzeiring erfolgte im Jahr 1265, bereits 1279 erfolgte die Markterhebung, 1284 kam das Münzrecht dazu. Bis in das späte Mittelalter waren der Silberbergbau und die silbernen Zeyringer Pfennigs bekannt. Der Abbau des Erzes erfolgte in Kriechstollen mit einer Höhe von 1,20 Meter. Das Gestein wurde in Erzschüsseln oder Lederbeuteln, die auf den Rücken von Hunden gebunden wurden, aus den Stollen hinausgetragen.

Am Ende des 15. Jahrhunderts wurde das Schloss Hanfelden vom Mauteinnehmer Hans Han erbaut. Es war vermutlich eine Erweiterung eines bereits bestehenden Gebäudes. Der älteste heute erhaltene Teil ist ein um 1400 erbauter gotischer Wohnturm. Um 1500 gab es mehrere Umbauten und eine Erweiterung um eine rechteckige Ringmauer mit Ecktürmen. Im Barock wurde die Fassade umgestaltet, um 1900 wurden Öfen eingebaut. Es erfolgte allerdings keine Wasserzuleitung. Durch die geringen Veränderungen hat sich ein typisches Renaissanceschloss erhalten.

In der Mitte des 20. Jahrhunderts wurde ein Teil des früheren Silberbergwerkes als Schaubergwerk mit einem Museum eröffnet.[6][7]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche St. Johann am Tauern
Filialkirche Oberzeiring
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Pölstal

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaftssektoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2011 gab es in der Gemeinde 200 Arbeitsplätze in der Landwirtschaft, 221 im Produktionssektor und 446 im Dienstleistungssektor. In der Produktion war der größte Arbeitgeber der Bereich Warenherstellung mit 162 Erwerbstätigen. Im Dienstleistungssektor arbeiteten 180 Menschen in sozialen und öffentlichen Diensten, 98 in Beherbergung und Gastronomie und 83 im Handel.[8]

Berufspendler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den 1334 Erwerbstätigen, die 2011 in Pölstal lebten, arbeitete die eine Hälfte in der Gemeinde, die andere Hälfte pendelte aus. Etwas mehr als 200 Menschen kamen aus der Umgebung zur Arbeit nach Pölstal.[9]

Fremdenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde bildet gemeinsam mit Pusterwald und Pöls-Oberkurzheim den Tourismusverband „Region Pölstal“. Dessen Sitz ist die Gemeinde Pölstal.[10]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

BW

Der Gemeinderat hat 15 Mitglieder.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • seit 2015 Alois Mayer (ÖVP)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Pölstal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ein Blick auf die Gemeinde Pölstal, Fläche und Flächennutzung. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 1. März 2021.
  2. Steiermärkische Gemeindestrukturreform.
  3. § 3 Abs. 8 Z 2 des Gesetzes vom 17. Dezember 2013 über die Neugliederung der Gemeinden des Landes Steiermark (Steiermärkisches Gemeindestrukturreformgesetz – StGsrG). Landesgesetzblatt für die Steiermark vom 2. April 2014. Nr. 31, Jahrgang 2014. ZDB-ID 705127-x. S. 3.
  4. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2020 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2020), (CSV)
  5. Zahlen & Fakten, poelstal.gv.at, abgerufen 16. November 2019.
  6. Geschichte - Schaubergwerk und Museum Oberzeiring. In: Schaubergwerk Oberzeiring. Abgerufen am 1. März 2021 (deutsch).
  7. Schloss Hanfelden - Geschichte. Abgerufen am 1. März 2021 (deutsch).
  8. Ein Blick auf die Gemeinde Pölstal, Erwerbstätige am Arbeitsort. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 1. März 2021.
  9. Ein Blick auf die Gemeinde Pölstal, Berufspendler. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 1. März 2021.
  10. Grazer Zeitung, Amtsblatt für die Steiermark. 30. Dezember 2014, 210. Jahrgang, 52. Stück. Nr. 316. ZDB-ID 1291268-2 S. 628–629.
  11. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2015 in Pölstal. Land Steiermark, 22. März 2015, abgerufen am 20. Juli 2020.
  12. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2020 in Pölstal. Land Steiermark, 28. Juni 2020, abgerufen am 20. Juli 2020.