Sankt Barbara im Mürztal

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Marktgemeinde
Sankt Barbara im Mürztal
Wappen Österreichkarte
Wappen von Sankt Barbara im Mürztal
Sankt Barbara im Mürztal (Österreich)
Sankt Barbara im Mürztal
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Bruck-Mürzzuschlag
Kfz-Kennzeichen: BM (ab 1.7.2013; alt: MZ)
Hauptort: Mitterdorf im Mürztal
Fläche: 112,49 km²
Koordinaten: 47° 32′ N, 15° 31′ OKoordinaten: 47° 32′ 8″ N, 15° 30′ 42″ O
Einwohner: 6.586 (1. Jän. 2019)
Postleitzahlen: 8661, 8662, 8663, 8664
Vorwahl: 03856, 03858
Gemeindekennziffer: 6 21 45
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Stelzhamerstraße 7
8662 Sankt Barbara im Mürztal
Website: st-barbara.gv.at
Politik
Bürgermeister: Jochen Jance (SPÖ)
Gemeinderat: (2015)
(25 Mitglieder)
12
7
4
2
12 
Insgesamt 25 Sitze
  • SPÖ: 12
  • FPÖ: 7
  • ÖVP: 4
  • BFA (Bürgerliste Für ALLE): 2
Lage von Sankt Barbara im Mürztal im Bezirk Bruck-Mürzzuschlag
AflenzBreitenau am HochlantschBruck an der MurKapfenbergKindbergKrieglachLangenwangMariazellMürzzuschlagNeuberg an der MürzPernegg an der MurSankt Barbara im MürztalSankt Lorenzen im MürztalSankt Marein im MürztalSpital am SemmeringStanz im MürztalThörlTragöß-Sankt KathareinTurnauSteiermarkLage der Gemeinde Sankt Barbara im Mürztal im Bezirk Bruck-Mürzzuschlag (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

BW

Sankt Barbara im Mürztal ist seit Jahresbeginn 2015 eine Marktgemeinde mit 6586 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2019) im Gerichtsbezirk Mürzzuschlag und im politischen Bezirk Bruck-Mürzzuschlag in der Steiermark. Im Rahmen der Gemeindestrukturreform in der Steiermark. Die mit 1. Jänner 2015 neu gegründete Gemeinde entstand aus dem Zusammenschluss von drei bis Ende 2014 selbständigen Gemeinden:

Grundlage dafür war das Steiermärkische Gemeindestrukturreformgesetz – StGsrG.[1][2]

In diesem einen Zusammenlegungsfall wurde kein Hauptteil einer der drei Altgemeinden als neuer Gemeindename verwendet, sondern nur der Namenszusatz „im Mürztal“. Die neue Gemeinde ist nach der Schutzpatronin der Bergleute Barbara von Nikomedien benannt. Eine Barbarakirche wurde schon 1986 im heutigen Ortsteil Mitterdorf errichtet.[3]

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Zentrum im Ortsteil (und Sitz der Gemeindeverwaltung) Mitterdorf befindet sich auf einer Seehöhe von 587 m ü. A. St. Barbara im Mürztal liegt am Fluss Mürz.

Kleine Nebengewässer sind die Kleine Veitsch (Kleinveitschbach), die wiederum in die Große Veitsch (Großer Veitschbach) mündet, die in Mitterdorf in die Mürz mündet. Weitere, für den Ort bedeutende, Nebengewässer sind der Scheibsgrabenbach, der in Wartberg in die Mürz mündet, sowie der Sonnleitenbach, der in Mitterdorf in die Mürz mündet.

Die höchste Erhebung der Gemeinde bildet der Gebirgsstock Hohe Veitsch, der mit einer Seehöhe von 1981 m ü. A. gleichzeitig eine natürliche Grenze im Westen bzw. Nordwesten der Gemeinde bildet. Im Westen befindet sich mit dem Pretalsattel (1069 m ü. A.) eine Verbindung in das Stübmingtal, Turnau sowie das Aflenzer Becken.

Im Osten und Südosten wird die Gemeinde von den Fischbacher Alpen begrenzt.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mariazell Neuberg an der Mürz Neuberg an der Mürz
Turnau Nachbargemeinden Krieglach
Kindberg Stanz im Mürztal Krieglach

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst sieben Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2019[4]):

Die Gemeinde besteht aus acht Katastralgemeinden

  • Großveitsch (3.764,40 ha)
  • Kleinveitsch (3.420,08 ha)
  • Lutschaun (379,37 ha)
  • Mitterdorf (734,40 ha)
  • Niederaigen (535,57 ha)
  • Scheibsgraben (1.456,48 ha)
  • Veitsch Dorf (57,17 ha)
  • Wartberg (912,86 ha)

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Sankt Barbara im Mürztal
  • Pilgerkreuz am Veitscher Ölberg: Ausgehend von der Pfarrkirche Veitsch gelangt man über einen Waldlehrpfad zum Pilgerkreuz am Veitscher Ölberg. Es wurde 2004 errichtet und stellt mit 40,6 m Höhe (bis 27 m Höhe innen begehbar) weltweit das größte seiner Art dar.[5]
  • Holzknecht-Ball: Der Holzknechtball findet jährlich im Jänner, am ersten Freitag nach dem 6. Jänner (Dreikönigstag) statt und wird vom Trachtenverein D’Rauschkogler z’Veitsch[6] organisiert. Neben dem Oberlandlerball in Graz, oder dem Schützenball in Grundlsee stellt er steiermarkweit einen der wenigen verbliebenen traditionellen Trachtenbälle mit Auftanz dar. Im Rahmen dieses Balls wird auch der traditionelle Volkstanz Veitscher Masur[7] (von den Einheimischen auch als „Veitscher Ochsengalopp“ bezeichnet) im Laufe des Abends von zahlreichen Besuchern des Öfteren praktiziert.
  • Der Ultra-Alpin-Marathon Veitscher Grenzstaffellauf,[8] einer der härtesten Alpinmarathons Österreichs, wird seit dem Jahr 1986 jährlich am letzten Samstag im Juni ausgetragen. Er führt über 54 km und 2200 Höhenmeter ausgehend vom Hallenbad entlang der Gemeindegrenzen über das Hochplateau der Hohen Veitsch zurück zum Ausgangspunkt. Top-Läufer benötigen knapp 4:30 Stunden für diese Distanz. Die Strecke kann auch als Dreier-Team (mit Abschnitten von 16,5 / 16,0 / 21,5 km) absolviert werden. Hier liegen die Siegerzeiten knapp unter 4:00 Stunden. 2013 wurden die Österreichischen Meisterschaften im Bergmarathon ausgetragen.[9]
  • Mürztaler Landtage: Die größte, mehrtägige Landwirtschaftsmesse des Mürztals findet seit 2009 in Wartberg im Mürztal statt. Neben den Geräteschauen und Fachausstellungen im Bereich des landwirtschaftlichen Sektors wird den Gästen ein breites Rahmenprogramm in Form eines Vergnügungsparks und Konzerten verschiedener Genres geboten.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bergbau (Magnesit ab 1881), Herstellung von Feuerfestprodukten für Schmelzöfen, Stahlerzeugung und -verarbeitung haben lange Tradition und sind noch heute bedeutsam im Ort.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt an der Südbahn und verfügt über zwei S-Bahnhaltstellen, welche von den ÖBB mit der Linie S9 befahren werden. Zusätzlich treffen am Bahnhof Mitterdorf-Veitsch Regionalexpress-Züge, S-Bahn-Züge sowie Post- und Gemeindebus aufeinander. Sankt Barbara ist über die Semmering Schnellstraße S 6 (Abfahrt „Mitterdorf“) erreichbar. Ferner ist der Ort über die L 102 Veitscherstraße von Turnau aus bzw. über die L 118 Semmering Begleitstraße von Kindberg und Krieglach aus erreichbar.

Die Mürztaler Verkehrs Gesellschaft (kurz MVG) wickelt den Gemeindebusbetrieb seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2015 für die damaligen Linien 185/186 ab. Seit 18. Juli 2016 besteht eine Citybuslinie, welche von Montag bis Freitag alle drei Ortsteile miteinander verbindet (Gemeindebus St. Barbara):

  • Linie 85 | Großveitsch – Kleinveitsch – Dorf Veitsch – Mitterdorf – Wartberg.[10]

Unter anderem durchquert der Postbus die Gemeinde:

  • Linie 180 | (Semmering) – Mürzzuschlag – Mitterdorf – Wartberg – Kindberg – (Bruck/Mur)[11]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Neue Musikmittelschule „Musium“ Mitterdorf
  • Landesberufsschule für Speditionskauffrau/ -mann und SpeditionslogistikerIn

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat hat 25 Mitglieder. Nach den Gemeinderatswahlen in der Steiermark 2015 hat der Gemeinderat folgende Verteilung:

  • SPÖ = 12
  • FPÖ = 7
  • ÖVP = 4
  • BFA (Bürgerliste Für ALLE) = 2
Bürgermeister
  • seit 28. April 2015 Jochen Jance (SPÖ; ab 1. Jänner als Regierungskommissär)

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alle Vorgängergemeinden hatten ein Gemeindewappen. Wegen der Gemeindezusammenlegung verloren diese mit 1. Jänner 2015 ihre offizielle Gültigkeit.

Die Neuverleihung des neuen Gemeindewappens für die Fusionsgemeinde erfolgte durch die Landesregierung mit Wirkung vom 5. Juli 2019.[12]

Die Blasonierung (Wappenbeschreibung) lautet:

„In rotem Schild mit blauen, gezinnten und golden gesäumten Flanken in Gold die Figur der gekrönten heiligen Barbara in bodenlangem Gewand, mit der Linken auf ein Schwert gestützt und in der angewinkelten Rechten das Modell eines Turms haltend.“

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sankt Barbara im Mürztal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Steiermärkische Gemeindestrukturreform.
  2. § 3 Abs. 1 Z 4 des Gesetzes vom 17. Dezember 2013 über die Neugliederung der Gemeinden des Landes Steiermark (Steiermärkisches Gemeindestrukturreformgesetz – StGsrG). Landesgesetzblatt für die Steiermark vom 2. April 2014. Nr. 31, Jahrgang 2014. ZDB-ID 705127-x. S. 2.
  3. Pfarre Wartberg im Mürztale, Katholische Kirche Steiermark, abgerufen 4. September 2015.
  4. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2019 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2019), (CSV)
  5. Pilgerkreuz am Veitscher Ölberg, abgerufen am 3. Juli 2019
  6. Trachtenverein D’Rauschkogler z’Veitsch
  7. Tanzbeschreibung, abgerufen am 3. Oktober 2016.
  8. Ultra-Alpin-Marathon/Veitscher Grenzstaffellauf
  9. Grenzstaffellauf
  10. Busfahrplan
  11. Fahrplandownload. Abgerufen am 6. Februar 2018.
  12. 52. Kundmachung: Verleihung des Rechtes zur Führung eines Gemeindewappens an die Marktgemeinde Sankt Barbara im Mürztal (politischer Bezirk Bruck-Mürzzuschlag), abgerufen am 3. Juli 2019
  13. Franz Preihs Interview, vegan-news.com
  14. Franz Preihs Nonstop durch Tansania