Neon Studios

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Neon Software GmbH
Rechtsform GmbH
Gründung 1993
Auflösung 2005
Auflösungsgrund Auflösung durch Mutterkonzern JoWooD
Sitz DeutschlandDeutschland Deutschland
Branche Softwareentwicklung

Die Neon Studios (eigentlich Neon Software GmbH) waren ein deutsches Computerspiel-Entwicklungsunternehmen

Unternehmensgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Neon Studios wurden 1993 von Antony Christoulakis, Boris Triebel, Jan Jöckel, Michael Büttner und dem ehemaligen Kaiko-Gründungsmitglied Peter Thierolf gegründet. Etwas später wurde dann noch Matthias Wiederwach in den Gesellschafterkreis aufgenommen.

Nach einer Reihe von Auftragsarbeiten für Werbespiele wurde mit der Entwicklung eines Jump ’n’ run-Titels für den Amiga namens Timet - the flying squirrel begonnen. Neon beauftragte den Journalisten Hans Ippisch, den Titel auf der Branchen-Messe ECTS in London verschiedenen Publishern vorzustellen, unter anderem auch Ocean Software. Nach der ECTS gab es Angebote von verschiedenen Publishern, jedoch bot ausschließlich Ocean die Gelegenheit, eine Version für eine Spielkonsole zu erstellen. Dies war jedoch von Neon zu dieser Zeit eine Bedingung gewesen, da man sich unbedingt als Konsolenentwickler etablieren wollte.

Zu jener Zeit versuchte Ocean gerade Mr. Nutz als Maskottchen zu etablieren und entwickelte ein dazugehöriges SNES-Spiel. So einigte man sich. Die thematische Ähnlichkeit zwischen Mr. Nutz und Timet resultierte dann darin, dass das Timet-Spielersprite gegen Mr. Nutz ausgetauscht wurde und Neons erstes Spiel 1994 als Mr. Nutz - Hoppin' Mad in den Handel gelangte. Parallel entstand die Mega-Drive-Version, die jedoch nie veröffentlicht wurde. Grafikroutinen aus Neons Mr. Nutz wurden auch im bereits 1993 erschienenen Turrican 3 verwendet.

Zufrieden mit dem Endprodukt und der Zusammenarbeit handelten Ocean und Neon daraufhin eine exklusive Zusammenarbeit über 4 Titel aus, die jeweils für mehrere Plattformen erscheinen sollten. Auf dem PC startete Neon als ersten der 4 Titel die Entwicklung von Vanished Powers, einem Rollenspiel, für das die Grafik auf SGI-Maschinen mit Alias PowerAnimator vorgerendert wurde. Auf der PlayStation wurde mit der Entwicklung eines Actiontitels begonnen, der aus mehreren Actionsequenzen bestehen sollte. Begonnen wurde mit der Entwicklung einer futuristischen Rennsequenz in unterirdischen Tunneln, aus der später Tunnel B1 hervorgehen sollte. Wobei das B im Titel auf die abstrakte Bezeichnung Spiel-B aus dem Vertrag mit Ocean zurückgeht. Zeitgleich entstand eine Hubschraubersequenz in einer eindrucksvollen Kameraperspektive von oben, aus der dann später Viper als eigenständiges Produkt hervorgehen sollte.

Tunnel B1 erschien 1996 für PC, PlayStation und Sega Saturn in Europa, USA und Japan und erhielt durchweg positives Feedback für die damals herausragende Optik (Edge vergab beispielsweise 8/10 Punkten)

Kurz nach der Veröffentlichung von Tunnel B1 geriet Ocean allerdings in finanzielle Schwierigkeiten und wurde infolgedessen schließlich von Infogrames (inzwischen umfirmiert zu Atari SA) aufgekauft. Ocean blieb eine Reihe von Zahlungen schuldig und Neon war daraufhin gezwungen, die meisten der ehemals über 20 Mitarbeiter zu entlassen. Von den damals 6 Gesellschaftern verließen Michael Büttner und Matthias Wiederwach zusammen mit einigen ehemaligen Mitarbeiten im Streit mit den anderen 4 Gründungsgesellschaftern die Firma und entwickelten im Folgenden im Auftrag von Ocean den bereits in Entwicklung befindlichen Titel Viper unter dem Label X-Ample fertig.

Neon entwickelte im Folgenden erst eine Reihe von Budget-Titeln und entschied sich schließlich, für den Nintendo Gameboy zu entwickeln. In den folgenden Jahren produzierten sie eine Vielzahl von lizenzbasierenden Produkten für den Game Boy Color, darunter Janosch, Die Maus, Tabaluga, Pumuckl, Armorines, Ottifanten usw. Diese neue Strategie erwies sich als finanziell erfolgreich, und während das Team wuchs, wurden gleichzeitig Engines und Software-Werkzeuge für Vollpreis-Spiele entwickelt.

2000 verkauften die Gesellschafter das Unternehmen an JoWooD aus Österreich, die kurz zuvor in Wien an die Börse gegangen waren und neben Neon auch die Entwicklungsstudios Wings Simulations und Massive Development gekauft hatten.

2003 verließ Boris Triebel, einer der beiden damaligen Geschäftsführer und Studioleiter, das Unternehmen und gründete zusammen mit Matthias Schindler einen neuen Entwickler und Outsourcing-Partner in Darmstadt, die ZEAL GmbH.

Als Tochtergesellschaft von JoWooD entwickelte Neon Ottifanten, Happy Hippos, Die Völker, Santa Claus Jr. für den Game Boy Color, Santa Claus Jr. Advance für den Game Boy Advance sowie vor allem das Action-Adventure / Jump'n'Run Legend of Kay für die PlayStation 2 - neben den RTL-Wintersportspielen eine der wenigen deutschen Originalentwicklungen für eine Konsole der sechsten Generation. Legend of Kay wurde 2005 in Europa, USA und Japan veröffentlicht.

2005 geriet Jowood in nachhaltige wirtschaftliche Schwierigkeiten. Infolgedessen wurde die Tochter Wings Simulations komplett geschlossen. Die meisten ehemaligen Mitarbeiter der beiden anderen Studios sind mittlerweile bei anderen Unternehmen untergekommen.

Alle Mitarbeiter von Neon wurden im Herbst entlassen und die Firma Neon existiert nicht mehr. Ehemalige Mitarbeiter arbeiten nun bei Spielkind, 49games und anderen deutschen Spieleentwicklern. Außerdem gründeten die ehemaligen Gesellschafter ein neues Studio in Frankfurt namens keen games.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]