Neunkircher Höhe

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Neunkircher Höhe
Blick von Raidelbach nordostwärts zur Neunkircher Höhe

Blick von Raidelbach nordostwärts zur Neunkircher Höhe

Höhe 605 m ü. NHN [1]
Lage bei Gadernheim und Neunkirchen; Kreis Bergstraße und Landkreis Darmstadt-Dieburg, Hessen (Deutschland)
Gebirge Odenwald
Dominanz 33,8 km → Katzenbuckel
Schartenhöhe 332 m ↓ Gumpener Kreuz[2]
Koordinaten 49° 43′ 8″ N, 8° 46′ 13″ OKoordinaten: 49° 43′ 8″ N, 8° 46′ 13″ O
Neunkircher Höhe (Hessen)
Neunkircher Höhe
Besonderheiten – höchster Berg im Vorderen Odenwald
Kaiserturm (AT)
Radarturm Neunkircher Höhe

Die Neunkircher Höhe ist mit 605 m ü. NHN[1] der höchste Berg im hessischen Teil des Odenwaldes und im Naturraum Vorderer Odenwald. Ihr Gipfel liegt in der Gemarkung Gadernheim der Gemeinde Lautertal im Kreis Bergstraße. Namensgebend ist die nördlich angrenzende Ortschaft Neunkirchen.

Auf dem Berg stehen der Aussichtsturm Kaiserturm und der Radarturm Neunkircher Höhe. Früher befand sich dort das Skigebiet Neunkircher Höhe.

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie bei der Namensgebung des Odenwaldes streiten sich die Forscher darum, woher der Name Neunkirchen kommt. Einerseits gibt es die Überlieferung, dass es angeblich irgendwann neun vollständige Kirchen bzw. Gotteshäuser gegeben haben soll. Bisher gibt es jedoch keine Funde, die diese These stützen. Die andere Vermutung liegt eher im reellen Bereich. Zur Spitzenzeit (nach größeren Kriegen etwa) soll es neun Gemeinden nach Neunkirchen gezogen haben, da es als einziger Ort eine noch intakte Kirche besaß. Und da alle Gemeinden angaben, dass es ihre Kirche war, gab es neun Kirchengemeinden und wie es im Altdeutschen hieß neun Kirchen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mergbachquelle (Gersprenzquelle), die Hauptquelle der Gersprenz
Die Modauquelle auf der Neunkircher Höhe

Die Neunkircher Höhe liegt im Vorderen Odenwald und bildet einen etwa 2 km langen und bewaldeten Bergrücken im Kreis Bergstraße und Landkreis Darmstadt-Dieburg, an dessen Nordostende die namensgebende Gemarkung der Ortschaft Neunkirchen liegt; diese gehört zur Gemeinde Modautal (Landkreis Darmstadt-Dieburg). Ihr Gipfel mit darauf befindlichem Kaiserturm zählt zur Gemarkung Gadernheim in der Gemeinde Lautertal (Kreis Bergstraße). Der Osthang mit der Eleonorenklinik ist Teil der Gemarkung Winterkasten. Weitere Ortschaften in Bergnähe sind Winterkasten im Südsüdosten, Kolmbach im Südwesten, Gadernheim im Westen und Brandau im Nordwesten.

Auf dem Westhang der Neunkircher Höhe entspringt südlich der Bergsporne Westergiebel und Gehrenstein die Lauter, auf der Nordseite des Bergsattels zwischen beiden Spornen die Modau und auf dem Osthang des Berges mit dem Mergbach (Gersprenzquelle) der Hauptquellbach der Gersprenz.

Bis auf die Flanken der Neunkircher Höhe reichen Teile des Fauna-Flora-Habitat-Gebiets Buchenwälder des vorderen Odenwaldes (FFH-Nr. 6218-302; 37,054 km²)[1]

Naturräumliche Zuordnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Neunkircher Höhe gehört in der naturräumlichen Haupteinheitengruppe Odenwald, Spessart und Südrhön (Nr. 14), in der Haupteinheit Vorderer Odenwald (145) zur Untereinheit Neunkircher-Höh-Odenwald (145.6).

Türme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Radarturm

Kaiserturm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der Neunkircher Höhe wurde 1906 der 34 m hohe Kaiserturm () als reiner Aussichtsturm erbaut. Sein 1888 an gleicher Stelle errichteter Vorgänger war ein 24 m hoher Holzturm. Dieser war 1904 in einer Sturmnacht umgerissen worden. Vom Turm aus kann man sehr weit über den Odenwald blicken und bei gutem Wetter über das Hessische Ried hinaus bis in die Pfalz und über Frankfurt am Main hinweg bis in den Taunus. Im Turm befindet sich „die höchste Wirtschaft“ des Odenwaldes. Nur zu deren Öffnungszeiten am Wochenende kann auch der Turm bestiegen werden.
Siehe auch: Abschnitt Kaiserturm des Artikels Lautertal (Odenwald).

Radarturm Neunkircher Höhe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von der Bergstraße aus gut sichtbar, dreht sich die Parabolantenne einer SRE-M-Anlage auf dem Radarturm MSSR Neunkircher Höhe (; 592 m ü. NHN; MSSRMonopulse Secondary Surveillance Radar; siehe auch Sekundärradar). Jede dieser bundesweit sechs Anlagen hat einen Erfassungsradius von etwa 145 NM (Nautische Meilen), was rund 268,5 km entspricht. Die Anlage dient zur Überwachung des südwestdeutschen Luftraums und war früher mit Personal der Deutschen Flugsicherung (DFS) besetzt. Ende der 1990er Jahre wurde er auf unbemannten Betrieb umgestellt. Die Informationen werden über Richtfunk zur DFS nach Langen und über eine eigene Erdleitung an die Kontrollzentralen nach Karlsruhe und Maastricht übermittelt.[3] Nur zur Reparatur und Wartungsarbeiten kommen Mitarbeiter zum Turm. Damit die Bewohner nicht durch die Antriebsgeräusche der Antenne gestört werden, ist der Turm in den Wald gebaut und in der näheren Umgebung kaum sichtbar.

Sendeturm/Antennenmast[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Etwas westlich der Luftlinie zwischen dem Kaiserturm und dem Radarturm Neunkircher Höhe steht ein Sendeturm/Antennenmast ().

Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wandern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über die Neunkircher Höhe verläuft die Nordvariante[4] (DonnersbergLautertaler FelsenmeerKönigstuhl) des Europäischen Fernwanderwegs E8. Der Alemannenweg verläuft als 132 km langer Rund- und Prädikatswanderweg von Michelstadt über die Neunkircher Höhe, durch Bensheim-Auerbach, vorbei an der Burg Frankenstein und der Veste Otzberg zurück zum Ausgangspunkt. Am Weg liegen viele kulturhistorische Sehenswürdigkeiten.

Skigebiet Neunkircher Höhe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Berg wurde früher das kleine Skigebiet Neunkircher Höhe betrieben; seit dem Winter 2009/2010 ist sein Skilift, „aus Kostengründen“[5], nicht mehr in Betrieb.[6] Es wies eine flache und breite Piste für Ski- und Schlittenfahrer mit einer Flutlichtanlage auf. Der 350 m lange Lift bediente die auf 470 bis 530 m[5] Höhe gelegene Piste. Ein zudem früher vorhandener Rucksacklift, der 300 m lang war, wurde abgebaut.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
  2. Dominanzen und Prominenzen, highrisepages.de
  3. Hoch hinaus für einen seltenen Ausblick, vom 29. Mai 2013, abgerufen am 16. Juni 2013, auf echo-online.de
  4. Der Große Falk AtlasDeutschland Detailkarten, M = 1:200.000, 2004/2005, ISBN 9783827903815
  5. a b Skigebiet Neunkircher Höhe, auf skiresort.de
  6. Skilift in Neunkirchen steht vor dem Aus, vom 9. Dezember 2009, abgerufen am 28. Juli 2010, auf echo-online.de

Weblink[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]