Offensen (Uslar)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Koordinaten: 51° 35′ 35″ N, 9° 40′ 37″ O

Offensen
Stadt Uslar
Ehemaliges Gemeindewappen von Offensen
Höhe: 146 m ü. NN
Einwohner: 289 (31. Dez. 2015)[1]
Eingemeindung: 1. März 1974
Postleitzahl: 37170
Vorwahl: 05506
Offensen (Niedersachsen)
Offensen

Lage von Offensen in Niedersachsen

Offensen ist mit 289 Einwohnern[1] einer der kleineren Ortsteile der Stadt Uslar.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Offensen liegt im südlichen Niedersachsen etwa 8 Kilometer südlich von Uslar und 19 Kilometer Luftlinie nördlich der Stadt Münden. Die Kreisstadt Northeim liegt 25 Kilometer Luftlinie weiter nordöstlich, Göttingen 18 Kilometer südöstlich. Die Landeshauptstadt Hannover liegt ca. 88 Kilometer nördlich von Offensen und Berlin gut 290 Kilometer nordöstlich. Offensen ist, nach Fürstenhagen, der zweitsüdlichste Ortsteil von Uslar.

An den südlichen Ausläufern des Sollings im Tal der Schwülme auf einer Höhe von etwa 146 Metern wird der Ort von Wiesen und Feldern umgeben. Die südlichen Höhenzüge erreichen 400 Meter, im Nordosten steigt der „Staatsforst Uslar“ auf 430 Metern über NN an.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wann Offensen gegründet wurde, ist nicht geklärt. Auch der Zeitpunkt der ersten schriftlichen Erwähnung ist umstritten, weil die Zuordnung zu Offensen nicht sicher ist und auch die Datierung alter Schriften teilweise umstritten ist. Eine Erwähnung von Uffenhusun in den Corveyer Traditionen wird in das 9. Jahrhundert[2] oder in den Anfang des 11. Jahrhunderts[3] datiert, andere gehen von einer Ersterwähnung im 7. Jahrhundert als Uffahus[4] aus. Im Jahre 1784 hatte Offensen 44 Feuerstellen und gehörte damit im alten Amt Uslar zu den größeren Dörfern. Im 19. Jahrhundert erfolgte eine Erweiterung des Ortes durch die Erschließung eines Baugebietes am Hang des Lohberges nördlich des alten Ortsbereichs.[3]

Seit der Gebietsreform vom 1. März 1974 gehört die ehemals selbständige Gemeinde zur neu gegründeten Großgemeinde „Stadt Uslar“.[5]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Offenser Kirche

Die Offenser Pfarrkirche steht an der Glockenstraße und wurde um die Wende des 13. zum 14. Jahrhundert als ursprünglich dreigeschossiger turmartiger Rechteckbau mit kleinteiligen Staffelgiebeln errichtet. Sie ist aus Sandstein-Bruchsteinen gemauert, die Ecken und die Fenster- und Türleibungen sind aus größeren quaderförmig behauenen Steinen gesetzt. Der spitzbogige Nordeingang führte in den früher mit zwei Jochen überwölbten Hauptraum, die Obergeschosse waren nur durch die hoch im Giebel liegenden Öffnungen zugänglich. Diese Bauweise und die schießschartenartige Öffnung unter der Traufe zeigen die ehemalige Wehrfunktion der Kirche an. Noch im Mittelalter wurde im Osten ein fast quadratischer eingeschossiger Chorraum angebaut. 1781 wurden größere Fenster eingebrochen, um die Belichtung zu verbessern. Heute ist der Kapellenraum flachgedeckt, das alte Kreuzgratgewölbe existiert nicht mehr. Das Dach des Hauptbaus trägt einen schiefergedeckten Dachreiter mit Uhr.[3]

Vor der Kirche im Vorgarten steht eine Eisengussglocke der Firma Weule aus dem Jahr 1949.

Im Inneren der Kirche befindet sich ein kleiner dreiteiliger Flügelaltar, der auf den Anfang des 15. Jahrhunderts datiert wird. Der kunstvoll geschnitzte Mittelschrein zeigt die Anbetung der Könige, die Seitenflügel (Außenseiten) sind mit Gemälden der Geburt Jesu (links) und der Verkündigung Mariä (rechts) geschmückt.[3] Der Altar wurde 1907/08 und 1956 restauriert. Die Flügel sind heute vertauscht angeordnet, das Rahmenwerk des Altars ist erneuert. Aufgrund der Darstellung des Mittelschreins kommen als wahrscheinliches Patrozinium der Kirche die Heiligen Drei Könige in Betracht.[6]

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Straße: Durch den Ort führt die von Uslar über Offensen und Adelebsen nach Göttingen verlaufende Landesstraße. Die nächsten Autobahnanschlussstellen der A 7 befinden sich in bzw. bei Northeim, Nörten-Hardenberg und Göttingen.
  • Busverkehr: Regelmäßige Busverbindungen bestehen in Richtung Uslar und Göttingen.
  • Bahn: Offensen besitzt einen Haltepunkt an der Oberweserbahn zwischen Bodenfelde und Göttingen. Ein weiterer benachbarter Regionalbahnhof befindet sich in Uslar-Allershausen mit mindestens zweistündigen Zugverbindungen an der Sollingbahn zwischen Paderborn bzw. Ottbergen und Northeim. Göttingen ist der nächste Bahnhof in dem sowohl IC- als auch ICE-Züge halten.
  • Luftverkehr: Uslar besitzt einen kleinen Segelflugplatz.

Wirtschaft und Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die meisten erwerbstätigen Einwohner sind in den umliegenden Städten wie Göttingen oder Uslar beschäftigt. Erwähnenswert ist der letzte historische Stellmacher im Uslarer Land.[7]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Offensen (Uslar) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Einwohnerdaten Uslar inklusive Ortsteile, veröffentlicht von der Stadt Uslar (Stand: 31. Dezember 2015; abgerufen am 29. Mai 2016)
  2. Kirstin Casemir, Franziska Menzel, Uwe Ohainski: Die Ortsnamen des Landkreises Northeim. In: Jürgen Udolph (Hrsg.): Niedersächsisches Ortsnamenbuch (NOB). Teil V. Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 2005, ISBN 3-89534-607-1, S. 288 f.
  3. a b c d Christian Kämmerer, Peter Ferdinand Lufen: Landkreis Northeim, Teil 1. Südlicher Teil mit den Städten Hardegsen, Moringen, Northeim und Uslar, den Flecken Bodenfelde und Nörten-Hardenberg, der Gemeinde Katlenburg-Lindau und dem Gemeindefreien Gebiet Solling. In: Christiane Segers-Glocke (Hrsg.): Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Baudenkmale in Niedersachsen. 7.1. CW Niemeyer, Hameln 2002, ISBN 3-8271-8261-1, S. 346 ff.
  4. http://www.uslar.de/staticsite/staticsite.php?menuid=103&topmenu=64
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 214.
  6. Gottfried Kiesow et al. (Bearb.): Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Teil Bremen, Niedersachsen. München 1977. ISBN 3-422-00348-7, S. 919
  7. http://www.offensen.de/historisches_offensen/stellmacher.php