Olaf Kappelt

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Olaf Kappelt (* 28. März 1953 in Altdöbern) ist ein deutscher Publizist, Historiker,[1] Historiendarsteller und Stadtführer in Berlin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kappelt studierte an der Fachhochschule Bielefeld Sozialwesen und engagierte sich in der europäischen Jugendbewegung. Dort trat er für eine Überwindung der Spaltung Deutschlands ein. 1977 war er der Initiator des Brüsewitz-Zentrums zur Förderung der Bürgerrechtsbewegung in der DDR. Die Veröffentlichung des Braunbuchs DDR bescherte ihm 1981 die Verfolgung durch DDR-Staatssicherheitsminister Erich Mielke, der ihn zum Staatsfeind erklärte und durch eine Sondereinheit auszuschalten versuchte.[2]

Von 1977 bis 1982 war Kappelt hauptamtlicher Leiter einer außerschulischen Jugend- und Erwachsenenbildungsstätte in Bad Oeynhausen, anschließend Kommunalgeschäftsführer an der Nordsee. 1986 wechselte er nach Würzburg und promovierte an der dortigen Universität. Er studierte die Fächer Kirchengeschichte, Staatsrecht und Soziologie. 1997 verlieh ihm die Julius-Maximilians-Universität nach Vorlage der Dissertation Die Entnazifizierung in der SBZ sowie die Rolle und der Einfluß ehemaliger Nationalsozialisten in der DDR als ein soziologisches Phänomen den Grad des Doktors der Philosophie.

In den 1990er Jahren lebte Kappelt in Rothenburg ob der Tauber und versuchte das marode Hotel Bären bis zum Jahre 2000 vor dem Konkurs zu retten. Durch das Oberverwaltungsgericht in München ließ er den Bebauungsplan der Rothenburger Altstadt für unwirksam erklären und trat als unabhängiger Kandidat gegen den amtierenden Oberbürgermeister an.[3]

Kappelt ist Mitglied im Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller (VS) und war von Juni 2014 bis Mai 2017 im Vorstand des VS Berlin. Politisch engagiert sich Olaf Kappelt für eine Arbeitnehmerorganisation in der Berliner AfD, deren Gründung er Anfang 2017 zusammen mit Berliner AfD-Abgeordneten organisierte.[4] Kappelts AfD-Mitgliedschaft veranlasste Astrid Vehstedt, die Vorsitzende des Berliner Landesverbands deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller, im Februar 2017 zum Rücktritt,[5] woraufhin sie sich nach Abwahl Kappelts am 31. Mai 2017 zur Wiederwahl stellte und erneut gewählt wurde.[6]

Zudem war Kappelt Gründungsmitglied des Autorenkreises Historischer Roman Quo Vadis. Seit Mai 2015 gehört er dem PEN-Zentrum Deutschland an[7] und ist Mitglied der ver.di-Bundeskommission Selbstständige (BKS).[8] Im Jahr 2015 ernannte ihn die Universität Potsdam zum Lehrbeauftragten für „Macht und Literatur“.[9][10]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Autor
  • Braunbuch DDR – Nazis in der DDR. 1. Auflage 1981; 2. erweiterte und völlig überarbeitete Neuauflage mit einem Vorwort von Günter Schabowski. Berlin-historica Verlag, Berlin 2009, ISBN 978-3-939929-12-3.
  • Ungarische Tragödie ’56. Universitas, München 1986.
  • Die Entnazifizierung in der SBZ sowie die Rolle und der Einfluß ehemaliger Nationalsozialisten in der DDR als ein soziologisches Phänomen. Kovač, Hamburg 1997.
  • Der Bär zu Rothenburg ob der Tauber. Eines der ältesten Wirtshäuser Deutschlands. Homilius, Berlin 2000 (auch in japanischer Übersetzung).
  • Spaziergang mit Friedrich dem Großen. BHV Berlin historica, Oktober 2006, Neuauflage Februar 2008, ISBN 978-3-939929-10-9.
  • Friedrich der Große: Meine Koch- und Küchengeheimnisse. 1. Auflage 2006, 2. Auflage 2009, Berlin-historica Verlag, ISBN 978-3-939929-13-0.
  • Als Neuenburg und Valangin noch bei Preussen waren, vor 300 Jahren: Die Geschichte des Schweizer Fürstentums, wiederentdeckt und neuerzählt vom Alten Fritz. Mit Karikaturen von Alois Kuhn, BHV Berlin historica, Dezember 2007 (2. Auflage Februar 2008), ISBN 978-3-939929-08-6.
  • Berlin Kalender Friedrichs des Großen. Trilogie Kalendarium Fridericianum Band 1. Berlin-historica Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-939929-15-4.
  • Potsdam Kalender Friedrichs des Großen. Trilogie Kalendarium Fridericianum Band 2. Berlin-historica Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-939929-16-1.
  • Reise Kalender Friedrichs des Großen. Trilogie Kalendarium Fridericianum Band 3. Berlin-historica Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-939929-17-8.
  • Russisch für Verliebte – Deutsch für Verliebte: Eine Anleitung zum Flirten zwischen Russen und Deutschen. Von Olaf Kappelt (Autor), Alois Kuhn (Illustrator), Ekaterina Galeeva (Übersetzer). BHV Berlin historica, Berlin 2016, ISBN 978-3-939929-18-5.
Herausgeber
Artikel

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Barbara Schaefer: Friedrich-II.-Stadttour in Berlin: Dr. phil. Alter Fritz. In: Spiegel Online, 24. Januar 2012, abgerufen am 5. Oktober 2013.
  2. Rudi Schweikert (Redaktion): PEN-Autorenlexikon 2015/2016. Tübingen 2015, S. 166f.
  3. http://hall-one.de/news/news-arc/archive99/arcdez99.html
  4. http://www.tagesspiegel.de/berlin/arbeitnehmerrechte-berliner-afd-will-bei-beschaeftigten-punkten/19404540.html
  5. Siehe Kein Zufall, sondern Strategie. Interview der taz vom 15. März 2014
  6. VS-Vorstand Berlin, gewählt am 31. Mai 2017 (Memento des Originals vom 13. Juli 2017 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/vs-berlin-brandenburg.de, online unter vs-berlin-brandenburg.de
  7. http://www.pen-deutschland.de/de/pen-zentrum-deutschland/mitglieder/#people-K
  8. (Memento des Originals vom 27. Dezember 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/bb.verdi.de
  9. https://www.uni-potsdam.de/lv/index.php?idl=1799
  10. https://puls.uni-potsdam.de/qisserver/rds;jsessionid=8BCE176840B5CDA1311F29A2E90D6898.node11?state=verpublish&status=init&vmfile=no&moduleCall=webInfo&publishConfFile=webInfoPerson&publishSubDir=personal&keep=y&personal.pid=6149