Oskar Peterlini

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Oskar Peterlini (2008)

Oskar Peterlini (* 19. September 1950 in Bozen) ist ein deutschsprachiger italienischer Politiker aus Südtirol. Peterlini war von 2001 bis 2013 Senator der Republik und von 1978 bis 1998 Abgeordneter im Südtiroler Landtag und Regionalrat Trentino-Südtirol. Seit dem Jahre 2011 lehrt er an der Freien Universität Bozen[1] Verfassungsrecht und Autonomierecht und seit 2016 auch Politikwissenschaft.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Matura am Humanistischen Gymnasium in Bozen studierte Peterlini zunächst an der Universität Modena Rechtswissenschaften, ehe er an der Universität Innsbruck ein Studium der Betriebswirtschaftslehre absolvierte, das er mit einer Diplomarbeit zum Bedarf an Arbeitskräften im öffentlichen Dienst in Südtirol abschloss.[2] In der Folge bildete er sich in New York im Bereich Portfoliomanagement weiter. 2010 promovierte er an der Fakultät für Politikwissenschaft und Soziologie in Innsbruck mit einer Dissertation zum Thema Föderalismus und Autonomien in Italien.[3] Seit 2011 nimmt er an der Freien Universität Bozen Lehraufträge zu rechtlichen Themengebieten wahr.

Peterlini hat vier Kinder und ist in Branzoll wohnhaft. Sein Bruder ist der Journalist und Bildungsforscher Hans Karl Peterlini.

Politischer Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Peterlini war von 1972 bis 1979 erst Geschäftsführer und dann Vorsitzender der Jungen Generation in der Südtiroler Volkspartei (SVP). 1978 zog er als damals jüngster Abgeordneter in den Regionalrat Trentino-Südtirol und den Südtiroler Landtag ein. Er wurde 1983, 1988 und 1993 wiedergewählt. Von 1980 bis 1988 war Peterlini SVP-Fraktionschef im Regionalrat; von 1983 bis 1993 fungierte er als Präsident der Landtags-Kommission für Wirtschaft, Haushalt und Finanzen; 1988 war er Vizepräsident des Südtiroler Landtages, von 1988 bis 1998 zuerst Vizepräsident, dann Präsident des Regionalrates. Von 2000 bis 2010 stand Peterlini als Obmann dem SVP-Bezirk Unterland vor. Er gilt als Ideator und war seit 1989 Leiter des Projektes PensPlans, eines Zusatzrenten-Institutes, das in der Region Trentino-Südtirol eigene Pensionsfonds anbietet.

Bei den italienischen Parlamentswahlen am 13. Mai 2001 im Senatswahlkreis Bozen–Unterland wurde Peterlini in den Senat gewählt (Liste SVP-Ulivo)[4], am 9. April 2006 (SVP-Unione)[5] und am 13. April 2008 (SVP-Autonomie) wiedergewählt.[6] Peterlini war im Senat Präsidiumsmitglied, zuerst im Arbeits- und Sozial-Ausschuss (2001–2008), seit 2006 im Verfassungsausschuss, seit 2008 im Ausschuss für Schule und Kultur und von 2008 bis 2010 auch im Ausschuss für Umwelt. Er war Mitglied der parlamentarischen Delegation der Central European Initiative (CEI) und Präsident der CEI-Kulturkommission. Zu den Parlamentswahlen 2013 trat er nicht mehr an.[7]

Bücher und Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verfassung, Autonomie, Föderalismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Südtirols Autonomie und die Verfassungsreformen Italiens: Vom Zentralstaat zu föderalen Ansätzen – die Auswirkungen und ungeschriebenen Änderungen im Südtiroler Autonomiestatut, New Academic Press Braumüller, Wien 2012. ISBN 978-3-7003-1834-7[1]
  • Föderalismus und Autonomien in ItalienFederalismo e Autonomie in Italia: Die Auswirkungen der Föderalismusentwicklung in Italien auf die Sonderautonomien und im Besonderen auf das Autonomiestatut von Trentino Südtirol / Dissertation, Leopold Franzens Universität, Fakultät für Politikwissenschaften und Soziologie, Innsbruck 2010.
  • Evoluzione in senso federale e riforma costituzionale in Italia (FÖDOK 27), Institut für Föderalismus, Innsbruck 2008. ISBN 978-3-901965-26-5
  • Föderalistische Entwicklung und Verfassungsreform in Italien (FÖDOK 25), Institut für Föderalismus, Innsbruck 2007. ISBN 978-3-901965-24-1
  • Autonomia y scunanza dla mendranzes tl Trentin Südtirol (ladinisch), Cunsei dla Region dl Trentin Südtirol, Bozen/Bulsan/Bolzano-Trent/Trento 2000. ISBN 88-900077-3-7
  • Autonomie und Minderheitenschutz in Südtirol und im Trentino. Region Trentino-Südtirol, Bozen-Trient 1996, ISBN 88-900077-0-2 (2000 auch in ladinischer Sprache). Neuausgabe: Braumüller, Wien 1997, ISBN 3-7003-1166-4. Neuauflage: Region Trentino-Südtirol, Bozen-Trient 2000, ISBN 88-900077-4-5[8][9]
  • Autonomy and the Protection of Ethnic Minorities in Trentino-South Tyrol. Braumüller, Wien 1997, ISBN 3-7003-1173-7
  • Autonomia e tutela delle minoranze nel Trentino-Alto Adige. Consiglio della Regione Autonoma del Trentino Alto Adige, Bolzano Trento 1996, ISBN 88-900077-1-0. Neuauflage 2000, ISBN 88-900077-9-6
  • Der ethnische Proporz in Südtirol. Athesia, Bozen 1980. ISBN 88-7014-185-3

Wahlsysteme und Wahlanalysen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Minderheitenschutz und Wahlsysteme: Die Spielregeln von Wahlsystemen und ihre Auswirkungen auf Sprachminderheiten - Südtirol und europäische Minderheiten im Blickfeld, New New Academic Press Braumüller, Wien 2012. ISBN 978-3-7003-1835-4.
  • Funzionamento dei sistemi elettorali e minoranze linguistiche, FrancoAngeli, Mailand 2012. ISBN 978-88-568-4455-9.

Vorsorge und Vermögensverwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eintrag auf der Homepage der Freien Universität Bozen, abgerufen am 16. August 2014.
  2. Diplomarbeit von Oskar Peterlini (Universität Innsbruck, 1983)
  3. Dissertation von Oskar Peterlini (Universität Innsbruck, 2010)
  4. Senat 2001–2006
  5. Senat 2006–2008
  6. Senat 2008–2013
  7. Good Bye, Oskar. tageszeitung.it, 17. Januar 2013, abgerufen am 25. Februar 2013.
  8. http://openlibrary.org/b/OL287974M
  9. http://www.parlament.gv.at/PG/PR/JAHR_1997/PK0330/PK0330.shtml

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Oskar Peterlini – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien